Monitoring rastender Wasservögel

Seabirds at Sea

Seevogelerfassungen auf dem offenen Meer

Seevögel verbringen den Großteil ihres Lebens auf dem Meer. Viele Hochseevogelarten wie z.B. Basstölpel, Trottellumme und Dreizehenmöwe kommen nur zum Brüten für einige Wochen an Land. Zahlreiche andere Seevogelarten (z.B. Seetaucher und einige Meeresenten) brüten nicht bei uns, haben aber bedeutende Rastvorkommen als Überwinterer oder Durchzügler in der deutschen Nord- und Ostsee. In ihrem wichtigsten Lebensraum, dem Meer, sind die Vögel schwer zugänglich und über große Areale verteilt. Deshalb braucht es spezielle Methoden und gezielte Programme zur Erfassung der Vorkommen auf See. „Seabirds at Sea“ (SAS) ist die Erfassung der Verteilung und Häufigkeit von Seevögeln auf See. Die international standardisierten Zählungen finden von Schiffen und Flugzeugen aus statt. Das deutsche „Seabirds at Sea“-Programm liefert Daten zur Verteilung und Häufigkeit von Seevögeln auf See und bildet so die Grundlage für ökologische Grundlagenforschung und naturschutzfachliche Bewertungen. Im Fokus stehen dabei sowohl die typischen pelagischen Arten, als auch Arten mit küstennäherem Verbreitungsschwerpunkt. Neben See- und Küstenvögeln werden auch Meeressäugetiere und andere marine Megafauna mit dieser Methode erfasst.

vorkommende Arten

Anwendung

Grundlegendes Ziel des Seabirds at Sea-Programms ist die Beschreibung und Analyse des Vorkommens von Seevögeln auf der offenen See. Neben wissenschaftlichen Fragestellungen z.B. zum Verhalten und zur Habitatwahl ist die Marine Raumplanung ein großer Anwendungsbereich für Auswertungen von Seevogel auf See-Daten. Da die menschliche Nutzung des Meeres immer weiter zunimmt (z.B. durch Fischerei, Offshore Windenergie, Sand- und Kiesabbau etc.), ist die Identifikation von besonders wichtigen Meeresbereichen für die Seevögeln eine bedeutende Aufgabe. Das hat in der Vergangenheit zur Ausweisung von umfangreichen Meeresschutzgebieten in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee geführt. Das Monitoring von Seevögeln auf See ermöglicht die Berechnung von Bestandszahlen und deren Änderung über die Zeit (Trends) und liefert damit die Grundlage zur Bewertung des Erhaltungszustands von national und international streng geschützten Vogelarten. Wichtig ist dabei besonders, die Faktoren herauszuarbeiten, die die Verteilungsmuster verursachen. Nur dann ist es möglich, ein umfassendes Verständnis zu erhalten und den Schutz der dort lebenden See- und Küstenvögel zu gewährleisten.

 

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