Die nächste europaweite Zählung von Goldregenpfeifer, Kiebitz und Brachvogel findet am 17./18. Oktober 2026 statt. Die Zählung kann mit den Erfassungsprogrammen des Monitorings rastender Wasservogel kombiniert werden, erfordert aber auch zielgerichtete Suche außerhalb der Zählkulisse.

Warum eine Synchronzählung von Goldregenpfeifer, Brachvogel und Kiebitz?

Rastende Goldregenpfeifer
Rastende Goldregenpfeifer auf Grünland. Foto: Gundolf Reichert

Goldregenpfeifer und Kiebitze rasten im Gegensatz zu den meisten anderen Limikolen außerhalb der Brutzeit gerne auch abseits von Feuchtgebieten in der Agrarlandschaft. Dort werden sie durch die regulären Erfassungsprogramme nur lückenhaft erfasst. Seit 2003 finden daher auf Initiative der International Wader Study Group regelmäßige, europaweit abgestimmte Synchronerfassungen rastender Limikolen statt. Am Wochenende der Synchronzählung werden hierbei gleichzeitig in Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Schweden, Finnland und vielen weiteren Ländern Nord- und Osteuropas die Rastbestände erfasst. Seit 2014 werden neben dem Goldregenpfeifer konsequent auch Kiebitz und (Großer) Brachvogel in allen Gebieten mitgezählt. Die Synchronzählung liefert für alle drei Arten neue Erkenntnisse zur Größe des gesamten Rastbestandes und somit eine der wichtigsten Datengrundlagen für den Schutz dieser Arten. Dazu gehört neben der Entwicklung der Population auch die Identifizierung bedeutender Rastgebiete abseits von Feuchtgebieten in der Normallandschaft.

Machen Sie mit bei der bei der europaweiten Erfassung von Goldregenpfeifer, Brachvogel und Kiebitz!

Karte der Synchronzählung 2026 für den Kiebitz
Verbreitungskarte Kiebitz Oktober 2020-2025 nach den Datenmeldungen in ornitho.de. Quelle: ornitho
Karte der Synchronzählung 2026 für den Goldregenpfeifer
Verbreitungskarte Goldregenpfeifer Oktober 2020-2025 nach den Datenmeldungen in ornitho.de. Quelle: ornitho
Karte der Synchronzählung 2026 für den Brachvogel
Verbreitungskarte Brachvogel Oktober 2020-2025 nach den Datenmeldungen in ornitho.de. Quelle: ornitho

Die Erfassung der Gesamtbestände ist ein ehrgeiziges Vorhaben – in vielen Regionen werden daher viele zusätzliche Zähler*innen und Zähler gesucht. Denn über die laufenden Erfassungsprogramme wie der Wasservogelzählung sowie der Gänse- und Schwanenzählung werden die zu großen Anteilen in der Agrarlandschaft rastenden Limikolen nur unzureichend erfasst. Anhand der Verbreitungskarten im Oktober können interessante Rastgebiete identifiziert und anschließend über die Synchronzählung erfasst werden. So lässt sich die Zählung in einem kleinen Team hervorragend mit einer Beobachtungstour in eine vielleicht bislang unbekannte Gegend verbinden. Machen Sie mit und tragen mit Ihren Beobachtungen dazu bei, dass wir ein möglichst vollständiges Bild der Verbreitung der drei Arten in Deutschland erhalten!

Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung an einem hoffentlich in doppelter Hinsicht goldenen Oktober-Wochenende!

Das Wichtigste in Kürze

- - - Außerhalb der Zählgebietskulisse des Monitorings rastender Wasservögel - - -

Vor der Synchronzählung
  • Rücksprache mit der zuständigen Landeskoordination halten, um Doppelerfassungen zu vermeiden. -> Link
  • Verbreitungskarten nach Vorkommen der drei Arten prüfen, damit eine gezielte Suche möglich ist. Zählgebiete (WVZ, GuS) sind im Rahmen der regulären Zählung zu erfassen!
  • In vielen Gebieten ist ein Spektiv hilfreich und teils auch notwendig.
Während der Synchronzählung
  • Zählen Sie möglichst am vorgegebenen Wochenende 17./18. Oktober 2026. Ein Ausweichen auf Freitag oder Montag ist möglich.
  • Bitte melden Sie die Zählergebnisse vorrangig via ornitho.de, idealerweise direkt per App NaturaList im Gelände und mit Angabe des Projektcodes GRP/KI2026.
  • Analoge Erfassungen werden direkt an die Landeskoordination übermittelt (s.u.).
  • Optional: Am besten jeden Trupp separat verorten (per App NaturaList oder in ornitho.de) und die Flächennutzung zu jedem Trupp notieren.
  • Auch Nullzählungen sollen gemeldet werden (es waren keine Goldregenpfeifer, Kiebitz und Brachvogel im kontrollierten Gebiet)! Dazu reicht Eingabe einer der Arten mit Anzahl = 0.
  • Anleitung zur Datenmeldung

- - - Innerhalb der Zählgebietskulisse des Monitorings rastender Wasservögel - - -

(Wasservogelzählung, TMAP sowie Gänse- und Schwanenzählung)

Vor der Synchronzählung
  • Auch Zählgebiete, in denen standardmäßig keine Oktober-Zählung stattfindet, sollen erfasst werden
  • Oftmals lässt sich die An- und Abfahrt zu einem Zählgebiet mit der Erfassung weiterer Vorkommen kombinieren – auf unseren Verbreitungskarten finden Sie Hinweise auf bedeutende Vorkommen in Ihrer Nähe!
Während der Synchronzählung
  • Zähldaten aus den Erfassungsprogrammen WVZ und GuS werden auf dem üblichen Weg übermittelt. Eine zweite, gesonderte Meldung auf ornitho.de oder NaturaList ist nicht erforderlich!
  • Zur Erfassung der drei Zielarten im Rahmen der Gänse- und Schwanenzählung muss die Erweiterte Artenliste berücksichtigt werden
  • Optional: Am besten jeden Trupp separat verorten (per App NaturaList oder in ornitho.de) und die Flächennutzung zu jedem Trupp notieren.

Meldewege

Die Ergebnisse der Zählung können komfortabel über die App NaturaList oder über ornitho.de gemeldet werden! Alle Zählungen im Rahmen der regulären Erfassungsprogramme (Wasservogelzählung sowie Gänse- und Schwanenzählung) können wie üblich erfasst werden, die Daten fließen automatisch in das Ergebnis der Synchronzählung ein. Zur Erfassung der drei Zielarten im Rahmen der Gänse- und Schwanenzählung muss die Erweiterte Artenliste berücksichtigt werden. Wünschenswert wäre zudem eine punktgenaue Meldung der Beobachtungen sowie der Eintrag eines (Rast-)Habitats.

Alle Meldungen außerhalb der Zählgebietskulisse der regulären Erfassungsprogramme sollen möglichst ebenfalls direkt in NaturaList/ornitho.de erfolgen: Dafür wird bei der Erstellung der Beobachtung der der Projektkode GRP/KI2026 eingetragen. Wir haben für Sie eine Anleitung zur Datenmeldung mit Projektcode für die Synchronzählung erstellt.

Eine analoge Übermittlung der Ergebnisse mittels Zählbogen ist ebenfalls möglich (sofern sie nicht über NaturaList/ornitho.de melden) - dieser wird an die Landeskoordination des jeweiligen Bundeslandes übermittelt.

Ergebnisse der Synchronzählung 2020

Das vollständige Ergebnis der Oktober 2020 Zählung ist als Vogelwelt-Artikel verfügbar. Auch für die anstehende Synchronzählung 2026 wird es wieder eine Auswertung in ähnlicher Form geben.

Kontakt

Die Internationale Synchronzählung wird von den Landeskoordinierenden des Monitorings rastender Wasservögel koordiniert. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Landeskoordination.


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