Rotmilan 2011/12

Kartiermethode

Rotmilan (Ritzel) Rotmilane sind auffällige Vögel in offenen und halboffenen Landschaften und daher leicht zu erfassen. Foto: Robert Mayer.
Rotmilane kartieren ist nicht schwer! Alles was Sie benötigen, sind ein Fernglas und Zeit für mind. drei Geländebegehungen im Frühjahr. Die wichtigsten Kennzeichen und Unterscheidungsmerkmale des Rotmilans haben wir für Sie im Steckbrief zusammengestellt. Eine ausführliche Anleitung finden Sie in unserem Kartierleitfaden.

Ziele der Erfassung

Ziel der Kartierung ist es, auf möglichst großer Fläche Rotmilane zu erfassen und deren Revierzentren (Brutwälder) zu ermitteln (Methode: Revierkartierung), um daraus den Gesamtbestand zu bestimmen und weitergehende Analysen, z. B. zur Lebensraumausstattung, durchführen zu können. Zugleich soll versucht werden, möglichst viele Horststandorte und wenn möglich den Bruterfolg (Methode: Horstsuche und -kontrolle) zu erfassen. Die Horstsuche ist in einigen Bundesländern verpflichtend.

Kartiergrundlage und Zeitaufwand

Grundlage für die Erfassungen ist das Netz der TK25-Quadranten, die frei gewählt werden können. Melden Sie sich jedoch — auch bei Fragen — bei ihrem Landeskoordinator, bevor sie mit der Geländearbeit beginnen, damit es nicht zu unnötigen Doppelerfassungen kommt. Jedes Kartenblatt hat eine Fläche von etwa 31 km². Für die Bearbeitung dieser Fläche ist bei der Revierkartierung pro Begehung mit einem Aufwand von etwa 1,5 bis 3 Std. zu rechnen, für die darauf aufbauende Horstsuche und -kontrolle ist etwa doppelt so viel Zeit einzuplanen.

Kartierzeitraum

Termine Revierkartierung

Für die Ermittlung des Bestandes und der Revierzentren sind drei Begehungen zwischen Mitte März und Mitte Mai notwendig:

  • 11.3. bis 31.3. Balz, Nestbau, Territorialverhalten
  • 1.4. bis 30.4. Balz, Nestbau, Territorialverhalten
  • 1.5. bis 20.5. Nahrungssuche, Flüge zum Horstbereich

Termine Horstsuche und -kontrolle

Aufbauend auf den Ergebnissen der Revierkartierung sind für die Erfassung der Brutpaare und des Bruterfolgs parallel drei zusätzliche Begehungen vor und während der Brutzeit notwendig.

  • bis 10.4. Nestsuche, Registrierung von Rotmilanen in der Nähe gefundener Nester
  • 11.4. bis 31.5. Kontrolle Nestbesetzung
  • 1.6. bis 10.7. Beute eintragende Altvögel, Kotspritzer unter dem vermuteten Horst, Jungvögel in Nestnähe bzw. im Brutrevier.

Worauf ist im Gelände zu achten?

Revierkartierung

Rotmilan (Ritzel) Rotmilane sitzen häufig exponiert in der Nähe des Horstes. Foto: Christian Gelpke / greenlens.de.
Reviere besetzende Rotmilane zeigen eine ausgeprägte Horstbindung und verhalten sich ausgesprochen territorial. Tagsüber fliegen sie fast ausschließlich dort in den Wald, wo sich ein potentieller Bruthorst befindet. Um diesen Bereich möglichst eng einzugrenzen, ist bei der Kartierung auf spezielle revieranzeigende Verhaltensweisen zu achten, wie das "Schweben über dem Horstbereich", Flüge aus dem Jagdgebiet zum Horstbereich oder exponiertes Sitzen im Horstbereich. Detaillierte Informationen dazu finden Sie im Kartierleitfaden.

Horstsuche und -kontrolle

Rotmilan (Ritzel) Vor allem bei kleinen Horsten ist der über den Rand ragende Gabelschwanz charakteristisch. Foto: Christian Gelpke / greenlens.de.
Bei der Erfassung der Neststandorte und des Bruterfolgs gehen Sie am besten wie folgt vor.

Horstsuche: Suche von Horsten in Baumreihen, Gehölzen und am Rand von Waldgebieten. Die Nestsuche sollte nach Möglichkeit vor dem Laubaustrieb in den Wintermonaten bis spätestens Mitte April erfolgen. Spätere Horstnachweise sind in der Regel wesentlich zeitaufwändiger. Nutzen Sie in einem solchen Fall gezielt die Ergebnisse der Revierkartierung für Hinweise auf mögliche Horststandorte.

Erfassung des Bruterfolgs: Kontrolle von zuvor festgestellten Horsten mit Fernglas oder Spektiv auf Nestbesetzung und Jungvögel.

Weitere Tipps für die Planung und zum Erkennen von Horsten finden Sie im Kartierleitfaden.

Die Ergebnisse der Kartierung (Tageskarten, Revierkarte, Meldebogen) schicken Sie bitte bis zum 31. August 2011 an ihren Landeskoordinator.