Der DDA ist der Zusammenschluss aller landesweiten und regionalen ornithologischen Verbände in Deutschland.
Er vertritt damit etwa 8.000–9.000 Feldornithologen und Vogelbeobachter.
03.02.2010
100. Spendenpatin für ADEBAR!
Der charakteristische Ruf des Kolkraben ist immer häufiger hierzulande zu hören. Quelle: Paschalis Dougalis
Was haben Graugans, Seidenreiher, Rothuhn, Kolkrabe und Dreizehenmöwe gemeinsam? Allesamt sind sie Patenkinder von Martina Dahms, die ADEBAR mit zwei Bild- und vier Spendenpatenschaften unterstützt. Der Kolkrabe ist ihr Lieblingsvogel und die Graugans hat die Dahms’sche Fürsorge dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass Konrad Lorenz seine Gans „Martina“ rief! Gleich zweimal bedachte sie jetzt die Dreizehenmöwe – vielleicht in Erinnerung an einen erlebnisreichen Ausflug auf die Insel Helgoland, wo sich etwa 6.500 Paare dieser an steilen, meist hohen Felswänden brütenden Hochseevogelart tummeln? Wir wissen es nicht. Wir freuen uns aber darüber, dass es die unterschiedlichsten Anlässe gibt, unser gemeinsames Projekt „ADEBAR“ durch eine Spende zu unterstützen.
03.02.2010
Niedersachsen unterstützt das bundesweite Vogelmonitoring!
Am 8. Januar 2010 hat das Land Niedersachsen die Verwaltungsvereinbarung Vogelmonitoring unterzeichnet und gegenüber dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) seinen Beitritt erklärt. Damit sind neben dem Bund nun alle Länder Deutschlands dieser Vereinbarung beigetreten. [mehr] Seit dem 1. Januar 2008 gibt es die Verwaltungsvereinbarung Vogelmonitoring. Die Verwaltungsvereinbarung regelt, dass Bund und Länder gemeinsam die bundesweite Koordination der ehrenamtlichen Vogelmonitoringprogramme sowie die Datenzusammenführung und -auswertung finanzieren. Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) hat diese Aufgabe übernommen. Mit der Verwaltungsvereinbarung wird das Vogelmonitoring langfristig abgesichert. Die Ergebnisse des Vogelmonitorings werden u. a. im jährlichen Zustandsbericht "Vögel in Deutschland" der Öffentlichkeit präsentiert. Das Monitoring liefert zudem fachlich seriöse Datengrundlagen für die Umsetzung unterschiedlichster Aufgaben, um gesellschaftlich verankerte Naturschutzziele, wie etwa den Erhalt der Artenvielfalt, zu erreichen.
An den unterschiedlichen Erfassungsprogrammen sind insgesamt rund 5.000 meist ehrenamtlich aktive Mitarbeiter beteiligt. Durch die Verwaltungsvereinbarung wird sichergestellt, dass die Ergebnisse dieser immensen, alljährlich mehr als 200.000 Stunden umfassenden Arbeit zeitnah für einen erfolgreichen Naturschutz eingesetzt werden können. [weniger anzeigen]
02.02.2010
13. Weltfeuchtgebietstag am 2. Februar
1886 Feuchtgebiete sind beim Ramsar-Sekretariat gemeldet, 34 davon in Deutschland. Quelle: Ramsar-Sekretariat
Am 2. Februar 1971 wurde in Ramsar im Iran das „Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung“, kurz Ramsar-Konvention genannt, unterzeichnet. Seit 13 Jahren wird anlässlich dieses Datums am 2. Februar der World Wetlands Day begangen. Weltweit finden daher am heutigen Tag Aktionen zum Schutz von Feuchtgebieten statt. [mehr] Im Jahr der Biodiversität 2010 und unter dem Eindruck der Weltklimakonferenz im vergangenen Dezember in Kopenhagen steht der diesjährige Weltfeuchtgebietstag unter dem Motto „Caring für Wetlands – an answer to climate change“. Mehr und mehr wurde in den vergangenen Jahren auch auf politischer Ebene anerkannt, welch große Bedeutung Feuchtgebieten bei der Bekämpfung des Klimawandels zukommt. In Feuchtgebieten, allen voran in Mooren, Mangrovenwäldern und Korallenriffen sind enorme Mengen an Treibhausgasen gespeichert. Ihre großflächige Vernichtung etwa bei der Anlage von Plantagen zur Bioenergiegewinnung heizt den Klimawandel weiter an. Der Erhalt noch intakter sowie die Wiederherstellung zerstörter Feuchtgebiete und ihrer Funktion als langfristige, natürliche Kohlenstoffspeicher sind somit von globaler Bedeutung, soll der Klimawandel ernsthaft auf ein verträgliches Maß beschränkt werden. Darüber hinaus beherbergen Feuchtgebiet eine spezialisierte Tier- und Pflanzenwelt, die durch den hohen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Druck auf ihre Lebensräume besonders bedroht sind: 17 % aller Wasservogelarten, 33 % aller Süßwasserfische und sogar 42 % aller Amphibien gelten weltweit als gefährdet.
Deshalb ist es sehr zu begrüßen, dass sich Deutschland im Rahmen der Nationalen Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung zu konkreten Zielen auch im Feuchtgebietsschutz verpflichtet hat, um sowohl den Artenrückgang zu stoppen als auch wesentliche Beiträge zum Klimaschutz zu leisten: So sollen z. B. in allen Bundesländern bis 2010 Moorentwicklungskonzepte erarbeitet werden, deren Umsetzung bis 2025 vorgesehen ist. Von einst etwa 500.000 Hektar Hochmoorfläche in Deutschland sind nur etwa 30.000 Hektar übrig geblieben. Bis zum Jahr 2020 sollen zudem Fließgewässer und ihre Auen in ihrer Funktion als Lebensraum soweit gesichert sein, dass eine für Deutschland naturraumtypische Vielfalt gewährleistet ist.
„Vögel in Schleswig-Holstein“ – Februar-Heft des „Falken“ widmet sich der Avifaunistik im nördlichsten Bundesland
7 spannende Einzelbeiträge umfasst das Februar-Heft Quelle: Aula-Verlag
Das Wattenmeer links, die Ostseeküste rechts und dazwischen ausgedehnte Niederungsgebiete, Knicklandschaften und Seenlandschaften – als Vogelbeobachter findet man in Schleswig-Holstein reichlich spannende Beobachtungsmöglichkeiten. Und eine sehr rege Ornithologische Arbeitsgemeinschaft, die sich und ihre vielfältigen avifaunistischen Aktivitäten im Februarheft des „Falken“ mit mehreren leicht verdaulichen und gewohnt ansprechend illustrierten Beiträgen vorstellt. [mehr] Bernd Koop stellt in seinem Beitrag ein bundesweit in seinem Umfang einmaliges Projekt der OAG vor: die systematische Erfassung des Vogelzugs über Schleswig-Holstein. In dieses Projekt, das die Ermittlung der Anzahlen der Durchzügler, die Darstellung von Zugwegen und den das Vogelzuggeschehen beeinflussenden Faktoren im Land zum Ziel hat, sind seit dem Start vor knapp 10 Jahren bisher fast 17 000 ehrenamtliche Erfassungsstunden eingeflossen!
Der Wasserreichtum Schleswig-Holsteins zieht Wasservögel förmlich an: viele Hunderttausend rasten und überwintern hier und prägen das ornithologische Bild Schleswig-Holsteins in besonderem Maße. Jan Kieckbusch berichtet über eines der ältesten Erfassungsprojekte der OAG, das bereits kurz nach ihrer Gründung im Jahre 1964 aufgenommen wurde und sich bis heute über eine wachsende Beliebtheit erfreut. Anhand mehrerer Beispiele werden die teils enormen Veränderungen in den Rastbeständen über einen Zeitraum von über 40 Jahren dargestellt. Neben den monatlichen Zählungen im Winterhalbjahr organisiert die OAG landesweite Erfassungen des Mauserbestandes ausgewählter Arten in den Sommermonaten – ebenfalls ein Projekt, das in diesem Umfang bundesweit seinesgleichen sucht (und gerne Nachahmer finden darf!).
Die Erfassungsaktivitäten der OAG enden jedoch nicht an den Küsten von Nord- und Ostsee: seit 1990 erfolgen systematische Zählungen auf dem offenem Meer im Rahmen des sog. Seabirds at Sea-Programms. Nachdem die Zählungen zunächst fast ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis erfolgten, wurden die Erfassungen in den letzten Jahren in zunehmendem Maße von verschiedenen Forschungsvorhaben unterstützt – mit einer entsprechend deutlichen Erweiterung der Erkenntnisse über Bestände, räumliche Verteilung, jahreszeitliches Auftreten und ökologische Zusammenhänge. Nele Markones und Kollegen vom Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Universität Kiel, von wo aus das Projekt heute federführend geleitet wird, berichten über die eindrucksvollen Ergebnisse.
In und um unser nördlichstes Bundesland herum gibt es zwar reichlich Wasser, die avifaunistischen Aktivitäten beschränken sich jedoch beileibe nicht darauf: Wilfried Knief berichtet über eines der ältesten Brutvogelerfassungsprojekte im Land, die Erfassung der Saatkrähen, von denen in den letzten Jahren rund 25.000 Paare – und über ein Drittel des bundesweiten Bestandes – in Schleswig-Holstein brüteten. Zwei Urgesteine der schleswig-holsteinischen Ornithologie, Karl-Heinz Reiser und Hans Dieter Martens (beide beringen seit über 50 Jahren Vögel!), erzählen eine Erfolgsgeschichte im Artenschutz, jene über den Uhu in Schleswig-Holstein: Nach erfolgreicher Wiedereinbürgerung 1981 hat der Uhu mittlerweile das ganze Land mit Ausnahme der Marsch und Inseln in einer Dichte wieder besiedelt, die vermutlich deutlich über der früherer Jahrhunderte liegt und in Mitteleuropa mit 3,5 Brutpaaren auf 100 km² ihresgleichen sucht.
Lust auf mehr? Der Falke ist in gut sortierten Zeitschriftenläden ab sofort bis Ende des Monats erhältlich.
Kooperation von Naturschutz und Nutzern in Natura 2000-Gebieten
80 Seiten umfasst die reich bebilderte Broschüre. Quelle:
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) wirbt mit der kürzlich erschienenen Broschüre "Natura 2000 – Kooperation von Naturschutz und Nutzern" für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Naturschutz und Nutzern im europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000. Die Broschüre stellt Pilotprojekte und abgestimmte Nutzungskonzepte innerhalb von europäischen Natura 2000-Gebieten in den Bereichen Rohstoffabbau, militärische Übungsplätze, Bundeswasserstraßen und Grundwasserentnahme vor. [mehr] In den Natura 2000-Gebieten stehen der Schutz gefährdeter Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten im Vordergrund. Die Schutzgebiete sind jedoch keine abgeschotteten "Inseln", in denen jegliche Nutzung ausgeschlossen wäre. Der Mensch wird auch zukünftig mit wirtschaftlichen Nutzungen in vielen Natura 2000-Gebieten gestaltend tätig sein. Diese Nutzungen sollen aber möglichst naturverträglich und im Einklang mit den Schutzzielen der Gebiete gestaltet werden. So können dauerhafte Nutzungen, die bereits vor der Ausweisung der Schutzgebiete bestanden, sofern sie zu keiner Verschlechterung des Erhaltungszustandes führen, in den Schutzgebieten weiterhin durchgeführt werden. Dies gilt auch für neue Vorhaben, die nach einer speziellen FFH-Verträglichkeitsprüfung genehmigt wurden.
Die Broschüre gibt Einblicke in die manchmal nicht einfache, aber letztlich oft erfolgreiche Zusammenarbeit von Naturschutzbehörden und verschiedenen Nutzern. Die vorgestellten Projekte stehen beispielhaft für die zunehmende Zahl gelungener Kooperationen von Naturschutz und Nutzern im Schutzgebietsnetz Natura 2000 und sollen auch anderen Akteuren – sei es im Naturschutz, sei es auf Seiten der Nutzer – Anregungen für ein erfolgreiches Miteinander geben.
Die Broschüre ist kostenlos über die Pressestelle des Bundesamtes für Naturschutz (presse@bfn.de) zu beziehen und steht auch auf der Homepage des BfN als PDF zur Verfügung. [weniger anzeigen]
25.01.2010
6 Jahre Monitoring häufiger Brutvögel in Schleswig-Holstein – Bericht für 2009 erschienen
99 der 120 Probeflächen in SH waren 2009 an einen Bearbeiter vergeben! Quelle: OAG SH HH
Im Jahr 2009 konnte das Brutvogelmonitoring in der Normallandschaft Schleswig-Holsteins im sechsten Jahr fortgesetzt werden. Von den 120 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Untersuchungsflächen waren 99 Gebiete an Bearbeiter vergeben. Bisher wurden in der gesamten Laufzeit des Monitorings 367 Brutvogelkartierungen auf 110 verschiedenen Kilometerquadraten durchgeführt. Dabei gelang der Nachweis von 159 Brutvogelarten mit zusammen 72.646 Revieren. [mehr] Im Mittel liegt die Artenzahl pro Probefläche bei 35,5 Arten; während der letzten Jahre blieb dieser Wert weitgehend unverändert. Die häufigsten Brutvogelarten im Monitoringprogramm sind Buchfink, Amsel, Haussperling, Kohlmeise, Zaunkönig, Zilpzalp, Ringeltaube, Blaumeise und Mönchsgrasmücke. Nach sechs Jahren fallen Trendberechnungen noch sehr vorläufig aus. In der Agrarlandschaft deutet sich für den Austernfischer eine positive Entwicklung an, während vor allem Kiebitz sowie Bluthänfling und Stieglitz negative Trends aufweisen. Die hier häufigsten Arten Dorngrasmücke, Goldammer und Feldlerche zeigen in den ersten Jahren des Monitorings eher ausgeglichene Bestandsverläufe. Im Wald weisen die meisten Arten derzeit Bestände auf, die zwischen 2004 und 2009 kaum Veränderungen zeigen. Waldlaubsänger, Grauschnäpper, Baumpieper und Trauerschnäpper konnten sich nach lang anhaltenden Bestandsrückgängen in den letzten Jahren etwas erholen. Dagegen haben sich die Vorkommen von Weidenmeise, Waldbaumläufer, Sommergoldhähnchen und vor allem Gartenbaumläufer eher negativ entwickelt.
Das Monitoring in der Normallandschaft bietet neben den grundlegenden Auswertungen von Bestandstrends auf Artniveau auch die Basis zur Berechnung abgeleiteter Indikatoren, die die Entwicklung der Artenvielfalt in wichtigen Lebensräumen auf Bundes- oder auf Landesebene widerspiegeln sollen. Auf Basis der für die Lebensraumtypen Agrarland, Wald, Siedlungen und Gewässer jeweils fünf zwischen den Ländern abgestimmten LIKI-Kernarten wurden erstmals für Schleswig-Holstein Entwürfe für entsprechende Teilindikatoren berechnet.
Internationale Mittwinter- und europaweite Synchronzählung von Zwerg- und Singschwan
Der Bestand des Zwergschwans ist im letzten Jahrzehnt deutlich zurückgegangen. Die Synchronzählung wird zeigen, ob der Negativtrend anhielt. Quelle: Lutz Ritzel
Am Wochenende 16./17. Januar sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Rastvogelerfassungsprogramme wieder bundesweit zu Tausenden unterwegs: gemeinsam mit dem International Waterbird Census werden in diesem Jahr europaweit Zwerg- und Singschwäne erfasst (in Deutschland zusätzlich Höckerschwäne). Die ergänzenden Erfassungen finden alle 5 Jahre statt, mit dem Ziel, die Bestandsschätzungen dieser beiden Arten im europäischen Teil ihres Überwinterungsgebietes zu aktualisieren. Mit der Kenntnis des Gesamtbestandes lassen sich die bedeutendsten Rastgebiete identifizieren und gezielt schützen. Als international bedeutend gelten Gebiete, die regelmäßig 1 % des Gesamtbestandes einer biogeographischen Population beherbergen. [mehr] Die ergänzenden Zählungen bei Schwänen sind notwendig, da sich diese zur Nahrungssuche oft fernab der Gewässer aufhalten, die im Rahmen der Rastvogelerfassungen vor allem erfasst werden. Im Januar 2005 rasteten – bei allerdings deutlich milderer Witterung – 29.000 Sing- und 3.600 Zwergschwäne. Spannend wird es aber auch dieses Mal wieder werden, denn dieser Winter macht seinem Namen endlich einmal wieder deutschlandweit alle Ehre. Während die Zwergschwäne Deutschland größtenteils verlassen haben und wohl kaum – wie in den letzten Jahren zunehmend der Fall – schon um diese Jahreszeit wieder nach Deutschland zurückkehren werden, könnten bei den Singschwänen durchaus erhebliche Anzahlen, ja vielleicht sogar ein neues Maximum erreicht werden. Aus verschiedenen Gebieten wurde berichtet, dass es bei den Singschwänen Zuzug gab bzw. diese trotz des Schneesturms vor einer Woche ausharrten. Bei den Höckerschwänen, die erstmals bundesweit im Rahmen einer solchen Zählung erfasst werden, sind wir sehr gespannt, ob wir dadurch zu neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Verbreitung und des Bestandes kommen. Wer kurzfristig noch Interesse an einer Mitarbeit hat: auf den speziellen, für diese Zählung eingerichteten Seiten finden Sie alle dazu notwendigen Informationen und Zählbögen. Bitte wenden Sie sich vor der Zählung an den zuständigen Koordinator, damit keine Doppelzählungen erfolgen!
Mit der vor allem im Norden Deutschlands noch überall geschlossenen Schneedecke wird die Suche nach den Schwänen dieses Mal eine große Herausforderung, vor allem, wenn keine der bräunlich gefärbten Jungvögel darunter sind. Wir wünschen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gute Beobachtungsbedingungen und viel Erfolg bei der „Weiß-in-Weiß-Erfassung“!
Barroso erteilt Änderungswünschen an der FFH-Richtline klare Absage
Der Versuch, die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-RL) durch eine Revision aufzuweichen, bleibt auch unter der neuen EU-Kommission chancenlos. Der designierte Umweltkommissar Janez Potocnik verdeutlichte in seiner Anhörung vor dem Europäischen Parlament am 13.01.2010, dass er nicht vorhabe, die europäischen Naturschutzrichtlinien zu überarbeiten. [mehr] Der Niederländische Ministerpräsident Balkenende hatte im Juli 2009 in einem Brief an Kommissionspräsident Barroso für eine Übererarbeitung der europäischen Naturschutzrichtlinien (Vogelschutzrichtlinie, FFH-RL) argumentiert. In dem Antwortschreiben vom Oktober 2009, das aber erst Mitte Januar durch niederländische Medienberichte bekannt wurde, macht Barroso sehr deutlich, dass eine Revision und ein Aufweichen der europäischen Naturschutzrichtlinien nicht gerechtfertigt sei. Barroso weist die Kritikpunkte Balkenendes detailliert zurück. Die Richtlinien würden eine ausgewogene Balance zwischen ökonomischen und ökologischen Belangen garantieren und seien auch flexibel genug, um Anpassungen an den Klimawandel zu ermöglichen. Zu den prioritären Aufgaben der Kommission gehört es nach Barrosos Auffassung vielmehr sicherzustellen, dass das terrestrisch mittlerweile nahezu vollständige Natura 2000-Schutzgebietsnetz richtig und effektiv gemanagt und beaufsichtigt wird.
Balkenendes Vorstoß trug ihm von niederländischen Medien und den Oppositionsparteien massive Kritik ein, da er mit seinem Angriff auf die Richtlinien den endlich abgeschlossenen Prozess der Schutzgebietsmeldung und die damit verbundene Rechts- und Planungssicherheit gefährde. Nach Auffassung des NABU dürfte Barrosos klare Positionierung, die auch den ersten diesbezüglichen Äußrungen des designierten neuen Umweltkommissars Janez Potocnik entspricht, auch den jüngst erhobenen Forderungen einzelner Bundesländer nach einer Revision der Richtlinien endgütig ein Ende setzen. "Die Mythen über die angeblichen Probleme mit den Richtlinien wurden bereits vor Jahren entkräftet und werden durch stereotype Wiederholung solcher Forderungen nicht wahrer", so NABU-Experte Claus Mayr. Gerade im Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt sei daher mehr Engagement im Naturschutz erforderlich, nicht weniger.
Quelle: DNR-EU-Koordination[weniger anzeigen]
12.01.2010
ADEBAR-Bildpatenschaften "ausverkauft"
Fleckschnabelente Quelle: Lip Kee
Keine zwei Tage nach unserer letzten Meldung war es soweit: Sämtliche aktuell oder ehemals in Deutschland brütenden Vogelarten haben "ihren" Bildpaten gefunden: Christian Magerl aus Freising in Bayern übernahm die Patenschaft für die Fleckschnabelente. "Ich bin Pate, weil das Projekt ADEBAR für mich als Ornithologe und als Vorsitzender des Umweltausschusses des Bayerischen Landtags von großer Bedeutung ist." Wir freuen uns insbesondere auch darüber, dass ADEBAR in unserem größten Bundesland an so prominenter Stelle einen engagierten Fürsprecher gefunden hat. [mehr] Die Fleckschnabelente ist in Deutschland ein Neozoon. Sie wurde als Ziergeflügel aus Indien und Ostasien in Deutschland eingeführt. Seit etwa 2000 brütet eine kleine Gruppe von ca. drei Paaren am Neuburger Altrhein in Rheinland-Pfalz. Ansonsten wurden seit 2000 aus Baden-Württemberg drei erfolgreiche Mischbruten mit der Stockente an drei unterschiedlichen Orten bekannt. In einem Fall war eine männliche Fleckschnabelente beteiligt, in den beiden übrigen Fällen eine weibliche - demnächst nachzulesen in Hölzinger & Bauer, Die Vögel Baden-Wüttembergs 2.1 (Ulmer Verlag).
Damit sind sämtliche Bildpatenschaften vergeben – allen Paten gilt unser herzlichster Dank für die finanzkräftige Unterstützung!
Allen Vogelfreunden, die als Bildpate nicht zum Zuge gekommen sind, bleibt als Trost die Spendenpatenschaft, mit der jeder Pate sein Engagement für die heimische Vogelwelt im späteren ADEBAR-Druckwerk ebenfalls sichtbar werden lassen kann. Wie man ganz unkompliziert Pate seiner Lieblingsart wird, das verraten Ihnen die informativen Ausführungen auf der Homepage der Stiftung Vogelmonitoring Deutschland. Wer′s schneller mag: Einfach mindestens 100,- EUR mit dem Zweck "Spende Lieblingsart" auf folgendes Konto überweisen: Sparkasse Chemnitz, BLZ 87050000, Kontonr. 3140004400. Eine Spendenbescheinigung werden wir Ihnen umgehend zustellen.
Die heimische Vogelwelt freut sich über jede Unterstützung des Projektes, sollen die Kartierungen doch die Grundlage der Vogelschutzarbeit im kommenden Jahrzehnt werden!
Christoph Sudfeldt [weniger anzeigen]
10.01.2010
Großtrappen auf Winterflucht
Wintergruppe von Großtrappen Quelle:
Die ausgiebigen Niederschläge und der anhaltende Frost haben in den letzten Einstandsgebieten der Großtrappe in Brandenburg und Sachsen-Anhalt zu einer geschlossenen und dauerhaften Schneedecke geführt. Für die nächsten Tage sind weitere Schneefälle vorhergesagt, Tauwetter ist nicht in Sicht. Die Nahrung für die ca. 120 Großtrappen in den drei Einstandsgebieten im Havelland, den Belziger Landschaftswiesen (beide Brandenburg) und im Fiener Bruch (Brandenburg und Sachsen-Anhalt) ist nur noch schwer oder gar nicht mehr erreichbar. Bei derart schlechten Ernährungsbedingungen reagieren die Großtrappen mit Winterfluchten nach Westen. Die letzte große Winterflucht fand im Winter 1978/79 statt und führte zu einer dramatischen Abnahme (um 45 %) des Trappenbestandes, da die Ausweichbewegungen vielfach mit erheblichen Verlusten verbunden sind. [mehr] Erste Beobachtungen von Großtrappen bei Braunschweig und Paderborn sind Anzeichen für eine beginnende Winterflucht.
Um die Wanderung der Großtrappen so gut wie möglich zu dokumentieren und bei Problemen (Verletzungen, Aufenthalt in für die Trappen gefährlichen Bereichen) ggf. schnell reagieren zu können bitten der Förderverein Großtrappenschutz e.V. und die Staatliche Vogelschutzwarte Brandenburg um möglichst zeitnahe Meldung aller Großtrappenbeobachtungen außerhalb der Einstandsgebiete mit möglichst detaillierten Ortsangaben. Beobachtungen der Vögel sollten auf jeden Fall so stattfinden, dass sie nicht gestört werden, um weiteren unnötigen Energieverbrauch der Vögel zu vermeiden. Sollten Beringungen erkannt werden, sollten diese ebenfalls mitgeteilt werden.
Beobachtungsmeldungen schicken Sie bitte möglichst zeitnah an GF-VereinGrosstrappe@web.de.
Diese Information sollte möglichst weit auch in anderen Vogelbeobachter- und Tierfotografenforen gestreut werden. [weniger anzeigen]
"Vögel in Deutschland 2009" beschäftigt sich mit dem 30-jährigen Jubiläum der Vogelschutz- richtlinie und deren Umsetzung in Deutschland.
Nicht am 1. Samstag im Mai, denn der fiele auf den 1. Mai, sondern am 8. Mai wird dieses Jahr das 7. bundesweite Birdrace des DDA starten. 2009 waren schon 132 Teams dabei. Schaffen wir dieses Jahr noch einmal mehr? Die Spenden werden übrigens - anders als in den bisherigen Rennen - für den Aufbau der Plattform ornitho.de gesammelt. Wer schon einmal schnuppern will, was im Laufe dieses Jahres auch in Deutschland etabliert wird: www.ornitho.ch
Das aktuelle Heft umfasst 5 Beiträge, die sich u.a. mit dem Einfluss einer großflächigen Extensivbeweidung auf Brutvogel- gemeinschaften, mit abweichend singenden Gartengrasmücken und deren Reproduktion (3 Beiträge zu diesem Thema) sowie Verbreitung und Bestand des Wachtelköigs in Ungarn beschäftigen. Ebenso enthalten ist ein umfangreiches DDA-Aktuell. zum Inhalt Abo-Info
Inhalt u.a. Goldregenpfeifer im Okt. 2008, Erfassung der Schwäne im Januar 2010, Bruterfolg Gänse und Schwäne 2008, Zugbewegungen bei Saatgänsen, Möwen-Schlafplatzzählung 2008/09, Monitoring häufiger Brutvögel, ADEBAR-Patenschaften zum Inhalt
Mit einer Förder- mitgliedschaft im DDA helfen Sie uns, die Monitoringprogramme zu organisieren und die Ergebnisse zeitnah in Schutzmaßnahmen einfließen zu lassen. Aufnahmeantrag[39kb]
Status, Karten, Brut- und Rastbestände, Rote Liste-Status, rechtlicher Schutz ... all das finden Sie in unserem Informationssystem Vögel in Deutschland
Das Methodenhandbuch ist - allen Gerüchten zum Trotz - noch lieferbar. Die zugehörige CD sollten Sie bei Ihrer Bestellung nicht vergessen. Übrigens: Schüler und Studenten erhalten das Buch gegen Nachweis für 15 Euro! bestellen