Der DDA ist der Zusammenschluss aller landesweiten und regionalen ornithologischen Verbände in Deutschland.
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12.05.2012
Die Reise zweier englischer Kuckucke
Mehrere Kuckucke konnten durch Besenderung auf ihrem kompletten Zugweg nach Afrika und zurück verfolgt werden Quelle: Robert Mayer
Im Sommer 2011 startete der British Trust for Ornithology (BTO) ein Projekt, um mehr über die Zugwege und -strategien des Kuckucks von England nach Afrika zu erfahren. Gründe waren unter anderem Bestandsrückgänge von mehr als 50 % in den letzten 25 Jahren in Großbritannien. Für das Projekt wurden 5 Kuckucke im Brutgebiet mit nur 5g schweren solar-betriebenen Sendern ausgestattet. [mehr] Nachdem bereits im Herbst erste spannende Ergebnisse auf den Seiten des BTO präsentiert werden konnten (siehe DDA-Nachricht vom 21.07.2011), sind die Kuckucke in den letzten Tagen in ihre angestammten Brutgebiete in East Anglia zurückgekehrt. Es ließ sich somit erstmalig der komplette Zugweg eines britischen Kuckucks verfolgen. Dies brachte einen enormen Erkenntnisgewinn über das Zugverhalten von Kuckucken generell.
Auf den Seiten des BTO kann man sich die Reisen der zwei Kuckuck-Männchen "Chris" und "Lyster" von England nach Afrika nun in einer Animation ansehen. "Chris" legte auf seinem Weg eine Strecke von mehr als 15.000 Kilometern zurück, "Lyster" sogar fast 17.000 Kilometer. Auch die einzelnen dabei zurückgelegten Etappen sind beeindruckend: "Lyster" flog die letzten rund 1.900 Kilometer von Algerien bis nach Norfolk in weniger als 5 Tagen!
Doch es schafften nicht alle 5 besenderten Kuckucke die lange Reise über die Sahara und zurück. Kuckuck „Clement“ funkte Ende Februar das letzte Signal aus seinem Überwinterungsgebiet in Kamerun, Kuckuck "Martin" starb Anfang April in Südspanien, nachdem er – vermutlich bei zu schlechten Bedingungen – das Mittelmeer überquert hatte. Mitte April übermittelte leider auch der Sender von Kuckuck "Kasper" letztmalig dessen Position aus dem nordwestlichen Atlasgebirge in Algerien.
Wurden im vergangenen Jahr nur männliche Kuckucke besendert, sollen in der nächsten Zugperiode auch die Wege der Weibchen mit Hilfe der Satellitentelemetrie erforscht werden. In diesem Jahr sollen zusätzlich einige Kuckucke in Schottland und Wales besendert werden. Den Populationen dort geht es wesentlich besser. Man will nun herausfinden, ob es Unterschiede in den Zugstrategien der Vögel gibt. Die Gesamtzahl telemetrierter Kuckucke soll für die Zugzeit 2012/13 auf 15 erhöht werden.
Zu Luftsprüngen aufgelegt waren angesichts des Wetters nicht alle der 638 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die meisten nahmen es aber mit Humor und machten das Beste daraus. Quelle: DJN Freiburg
Birdrace ist ein Frischluftsport, und da muss man mit den Bedingungen leben, die uns Petrus kredenzt. Das hat sich bei der neunten Austragung am vergangenen Samstag wieder einmal bewahrheitet: mal sind die Vögel kooperativ, mal das Wetter, oft beides, aber selten auch weder noch. Und so wurde der von vielen lang ersehnte Tag für so manches Team zu einem feuchten, teils nassen Vergnügen. Am schlimmsten erwischte es das hessisch-thüringische Bergland, das Frankenland sowie den gesamten Westen vom südlichen Niedersachsen bis nach Baden-Württemberg. Nur an den Küsten, im Osten und ganz im Süden blieb es trocken, ja es lachte mancherorts sogar den ganzen Tag die Sonne. So waren die Bedingungen doch etwas unterschiedlich, aber es stellte sich auch etwas ausgleichende Gerechtigkeit ein, nachdem vor zwei Jahren über dem Norden Nebel und Regen ein "Flugverbot für Greifvögel" verhängte und sich andere Regionen über beste Bedingungen freuten.
Aber wie man den Kommentaren und Teamfotos entnehmen kann, nahmen es die meisten der 165 Teams — was ein weiteres Mal eine Steigerung bedeutete — mit Humor. So schrieben die SEHadler des NABU-Fronhausen als Highlight: "Regenklamotten haben dicht gehalten!", für Buteo1DO waren es "knapp 100 Minuten ohne Regen", für die Düssel-Ticker leider nur "10 Minuten Regenpause" und für die Dormunder Schnepfen war es das Schönste "als es um 18 Uhr endlich aufhörte zu regnen". C’est la vie de Birdrace ... das sich dann aber bezüglich der festgestellten Arten und hinsichtlich der Ergebnisse der meisten Teams als gar nicht so schlecht herausstellte. Und es hat trotz allem wieder Spaß gemacht. Das ist schlussendlich viel wichtiger als alle nachfolgenden Platzierungen! [mehr]
Cuxland wieder meisterlich, binnenländische Teams weit vorne
Gätkes Erben waren gemeinsam mit den Speedbirdern bestes binnenländisches Team und wurden wie im vergangenen Jahr Vize-Meister.
Die Kombination aus Küste, vielfältigem Binnenland, sehr guter Orts- und Artenkenntnis gepaart mit einer akribischen Vorbereitung bescherte dem Team Cuxland nach über 22 Stunden Beobachtungszeit bereits den sechsten Titel (2004–2006, 2009, 2011) mit 163 Vogelarten. Doch auch eine noch so perfekte Planung muss erstmal im Felde umgesetzt werden: So fehlten ihnen mit Teichrohrsänger und Haubenmeise zwei nun wahrlich nicht ganz seltene Arten. Aber genau das macht den Reiz des Birdraces aus. Bereits auf dem geteilten zweiten Platz finden sich mit hervorragenden 155 Arten zwei binnenländische Teams, die Speedbirder aus Leipzig und Umgebung sowie Gätkes Erben aus Lüneburg, die beiden Dauerrivalen in der Singvogelwertung. Für erstere war es offenbar ein perfektes Rennen (oder eine geänderte Strategie?), denn sie konnten ihre bisherige Bestmarke gleich um sechs Arten steigern und somit in den illustren "Club150" aufsteigen. Der binnenländische Rekord mit 160 Arten bleibt jedoch für mindestens ein weiteres Jahr in der Hand von Gätkes Erben.
Auf den vierten Platz kamen mit 153 Arten die Beetzsee-Birder, die in unglaublichen sechs Stunden alle Arten beobachtet haben wollen. Obgleich wir ihnen ausdrücklich keinen Betrug unterstellen, so haben wir anhand des Vergleichs mit vielen anderen Teamergebnissen aus den letzten Jahren doch erhebliche Zweifel an diesem Ergebnis.
Locker baumeln lassen es die FRItisse. Kann man auch, wenn man solches Wetter und am Ende des Tages 149 Arten auf der Liste hat.
Auf Rang fünf kam mit dem Team Havelland ein weiteres binnenländisches Team. Diese schnitten in diesem Jahr überdurchschnittlich erfolgreich ab. Rang fünf teilen sie sich mit dem BC DARCELONA, der in Vorpommern-Rügen als Zweierteam ein erfolgreiches Kurzpassspiel aufzog und so in gut 18 Stunden ebenfalls die 150-Arten-Marke erreichte. Nur eine Art dahinter landeten die FRItisse aus Friesland, die ebenfalls ihr bislang bestes Ergebnis erzielten und sich unter anderem über einen Stelzenläufer freuen konnten. Der war Pody und Co aus Plön zwar nicht vergönnt, aber damit werden sie vermutlich bestens leben können, denn sie fuhren im wahrsten Sinne des Wortes neben dem 8. Platz insgesamt und 148 Arten den prestigeträchtigen Sieg unter den umweltfreundlichen Teams ein.
Nur knapp dahinter hält die erste Mannschaft des Alb-Donaumoos-Kompetenzteams die Fahne der süddeutschen Teams hoch: Mit hervorragenden 146 Arten stellten sie den süddeutschen Rekord der Kosmos-Racer aus dem Jahr 2008 ein und freuten sich neben Stelzenläufern u.a. über eine im Binnenland seltene Zwergseeschwalbe (Die 159 Arten der Southernmost Lakers von 2010 laufen etwas außer Konkurrenz, da sie das gesamte Bodenseegebiet einbezogen).
Die Usedommeln schafften als zweites Fahrrad-Team den Sprung unter die Top10. Helm ab! Als einziges Highlight geben sie ein Rebhuhn an. Das sollte zu denken geben. 145 Arten waren somit in diesem Jahr nötig, um es in die Top10 zu schaffen. Nur im vergangenen Jahr lag die Messlatte noch etwas höher.
Es folgen die Alten Socken, ebenfalls aus dem Cuxland, die sich über 142 Arten freuten, darunter der einzige Mornellregenpfeifer des diesjährigen Rennens. Mit nur einer Art weniger parkten drei weitere "grüne" Teams, allesamt aus Schleswig-Holstein, ihre Fahrräder am Ende eines anstrengenden Tages: Wannacks Topti(c)kern aus Ostholstein sowie PI kreuz und quer und den MarschZEISSigen von der Unterelbe aus dem Kreis Pinneberg.
94 der 165 Teams erreichten oder durchbrachen übrigens die 100-Arten-Schallmauer. Herzlichen Glückwunsch allerseits! Alle, die sie teils knapp verfehlten, werden sie im kommenden Jahr fest ins Visier nehmen. Viel Erfolg!
"Grüne" Teams auf dem Vormarsch
Nicht einmal Zeit, um in die Kamera zu blinzeln: Pody und Co während ihres 19-Stunden-Ritts auf Platz 1 unter den Fahrradteams.
Birdrace bedeutet für viele Teams um die 20 Stunden auf den Beinen und ständige Aufmerksamkeit. Danach ist man platt. Wenn dann aber noch 50–100 oder mehr Kilometer mit dem Fahrrad oder zu Fuß dazu kommen, dann ist das echter Sport und verdient allerhöchsten Respekt! Trotz der vielerorts sehr bescheidenen Wetteraussichten entschieden sich 69 Teams für die sportliche und umweltfreundliche Variante des Birdraces und verzichteten auf ein eigenes Auto. Wir hoffen, es werden künftig noch mehr! Die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist also erlaubt, was immer mehr Teams in ihre strategischen Überlegungen einzubauen scheinen.
Die Nase vorn in dieser prestigeträchtigen Wertung hatten in diesem Jahr wieder einmal Pody und Co aus dem Kreis Plön, die mit 148 Arten nicht nur ihr bestes Ergebnis jemals (auch besser als mit dem Auto!), sondern auch das zweitbeste Ergebnis eines Fahrradteams insgesamt erzielten. Am Rekord der Usedommeln mit 153 Arten haben sie damit schon einmal geschnuppert ... Diese tauchten nach einem Jahr Abstinenz in anderen Teams wieder aus dem Rapsfeld auf und erstrampelten sich mit 145 Arten inkl. aller drei weißen Schwanenarten (einziges Team) Platz zwei, knapp vor einem schleswig-holsteinischen Trio mit je 141 Arten, den beiden Pinneberger Teams PI kreuz und quer und die MarschZEISSige, die nach ihrem Kreisrekord und dem Sprung über die 140er-Marke noch "Luft nach oben" sehen sowie den letztjährigen Siegern, Wannacks Topti(c)kern aus Ostholstein.
Daumen hoch für die vier Agrarsteppenroller, die auf Anhieb in die Top10 radelten.
Zum ersten Mal mit dem Fahrrad in den Weiten Ostfriesland unterwegs waren die Oostfreesland Bird-Lopers, die nach 133 km und 135 Arten auf Anhieb einen gemeinsamen sechsten Platz mit den ebenfalls erstmals radelnden Angeliter Ornis aus dem hohen Norden einfuhren. Chapeau bas! Da strampelt sich so langsam Konkurrenz für die arrivierten "grünen" Teams warm ... Das gilt auch für die Leipziger Lerchen, die von Jahr zu Jahr ihre Ergebnis verbessern und dieses Jahr mit 132 Arten wieder in die Top10 radelten. Knapp dahinter rollten die Neulinge aus der Agrarsteppe des Salzlandkreises mit 128 Arten auf Platz neun ins Ziel, womit sie auch den Landestitel in Sachsen-Anhalt einfuhren. Respekt! Das generell für Sachsen-Anhalt, wo sich in diesem Jahr gleich vier Teams dabei waren, drei von ihnen erstmals!
Allen anderen radelnden Teams, die an dieser Stelle mangels Platz nicht erwähnt werden können, ein Extra-Applaus für die großartigen Leistungen und gute Erholung für Waden und Sitzfleisch!
Singvogelwertung: Speedbirder endlich am Ziel
Die Usedommeln — hier in ihrer arttypischer Pfahlstellung — radelten auf Platz vier in der Singvogelwertung und waren damit das in dieser Hinsicht erfolgreichste "grüne" Team.
Seit Einführung im Jahre 2007 duellieren sich auf die Ferne Gätkes Erben aus Lüneburg und die Speedbirder aus Leipzig in der Singvogel-Sonderwertung. Fünfmal hatten die Lüneburger die Nase vorn, im vergangenen Jahr um eine winzige Art. 2010 fuhr das Team Havelland beiden in die Parade. In diesem Jahr hat es an einem Tag, an dem bei den Speedbirdern offenbar alles zusammenpasste, geklappt, und wie: Mit hervorragenden 81 Singvogelarten knackten sie als erstes Team die 80-Arten-Marke und ließen Gätkes Erben mit 78 hinter sich, die immer unter den ersten Drei landeten und sich sicherlich im kommenden Jahr den Titel wieder an die Elbe zurückholen möchten. Auf Rang 3 landete das "Überraschungsteam" der Beetzsee-Birder mit nur einer Art weniger (s. Kommentar oben). Bereits auf dem vierten Platz rollten die Usedommeln mit 73 Singvogelarten als bestes Fahrradteam ein (die damit in dieser Wertung Pody und Co mit 71 in Schach halten konnten), knapp gefolgt von einem Trio mit je 72 Arten, den Havelländern sowie den beiden hessischen Teams, den Ornis im Einsatz sowie den Wetter(sch)auern.
108 Singvogelarten wurden nach dem aktuellen Stand der Dinge in diesem Jahr bundesweit gesehen. Das, um einmal einschätzen zu können, welch hohen Anteil die vorgenannten Teams erreichten.
Nachwuchswertung
Völlig verregnet hatte es das Debüt der NAJU Hamm-Unna, die trotzdem 67 Arten erreichten und die Tristesse mit Humor nahmen.
So manches Nachwuchsteam der vergangenen Jahre scheint dem Küken-Alter entwachsen zu sein (Mehrzahl der Teilnehmer muss 19 Jahre oder jünger sein), so dass fast alle aufs Treppchen passten. Ganz oben standen die NFracer aus dem kalten Norden Nordfriesland mit 106 Arten, um eine winzige Art vor den Schwarzwälder KOWA-Küken aus dem warmen Süden Freiburgs sowie deren Kreis-interner Konkurrenz, dem Team no Limis, die allen düsteren Vorahnungen zum Trotz mit Kiebitz und Flussuferläufer doch zwei Limikolen-Arten zu Gesicht bekamen.
Spendenwertung: BO-BACHTER zum neunten, aber hauchdünn!
Dank der Unterstützung von 17 (!) Spendern kommen die Göttinger Leinehänflinge auf über 300 Euro. Herzlichen Dank!
Erstaunlich nah rückte den BO-BACHTERn in diesem Jahr die Konkurrenz, doch mit 2.815 Euro hatten sie wieder einmal die Nase vor Birding for Nature, die auf 2.687,10 Euro kamen. Sie werden also auch im neunten Jahr die virtuelle Krone des Spendenkönigs tragen dürfen. Rund 23.000 Euro haben sie bereits zu ADEBAR und ornitho.de beigetragen, knapp 14.000 Euro sind es seitens des Bonner Teams. Ebenso nochmals ordentlich ins Zeug gelegt hatte sich die HGON Kelkheim (ehemals RMD-Gipfelstürmer), die 1.092 Euro einwarben. Über ein Drittel aller Spenden ging damit in diesem Jahr auf das Konto allein dieser drei Teams. Einen Extra-Applaus für diesen Einsatz zugunsten von ornitho.de!
Auf Platz vier flatterten mit 550 Euro die Tübinger Tuerteltauben, knapp vor dem EFTAS-NLU-Birdraceteam mit 535 Euro, das damit endlich die münster-interne Konkurrenz der Famous Grouse Birders in Schach halten konnte, wiederum hauchdünn vor dem Team der DDA-Mitarbeiter, den Ex-Perdix, die 435 Euro einwerben konnten, dem VEC – Vogel-Entdecker-Club mit 434 Euro, den NRW-Meistern von Adlerauge-KLEobachter mit 420 Euro und den überaus fleißigen Neulingen der Feinschmätzer, die dank der Unterstützung von 13 Verwandten, Freunden und Bekannten auf 411,60 Euro kamen.
Nicht weniger als 79 und damit knapp die Hälfte der Teams trug zu dem großartigen Gesamtergebnis von rund 18.000 Euro bei, 44 davon mit 100 Euro oder mehr. Ein ganz großes HERZLICHES DANKESCHÖN für Ihren / euren Einsatz!
Besonderheiten und interessante Einblicke
Ein Bild, dass den Oderhühnchen sicherlich nie mehr aus dem Kopf gehen wird: der Steinrötel bei Zützen im Unteren Odertal. Foto: Mathias Barthel
An keinem Tag im Jahr dürfte bundesweit intensiver nach Vögeln Ausschau gehalten werden als während des Birdraces. Keine Frage also, dass sich unter den 293 beobachteten Vogelarten auch einige Highlights finden. "Star des Tages" war ohne Frage die unverhoffte Begegnung der Oderhühnchen (und später auch von Pornithos) mit einem prächtigen Steinrötel im Unteren Odertal fernab seiner Brutgebiete. Es ist erst der zweite Nachweis für Brandenburg überhaupt.
So sie den kritischen Augen der Avifaunistischen Kommissionen standhalten, wurden fünf (!) Schafstelzen-Arten entdeckt, darunter gleich zwei männliche Aschkopf-Schafstelzen, die die Schwenker Birder aus dem Saarland beglückten, eine männliche Masken-Schafstelze ließ die Herzen der rADLERaugen im Westmünsterland höher schlagen und erstaunliche 15 Teams (darunter allerdings viele der münsteraner) erfreuten Gelbkopf-Schafstelzen.
Mit Ausnahme des Kuhreihers wurden alle Reiherarten am vergangenen Samstag entdeckt, auch der erste Birdrace-Rallenreiher, den das Team Charadrius an der Donaustaustufe in Bertoldsheim bestaunen konnte. Immerhin sechs Teams sahen nach dem starken Einflug im Herbst 2011 noch einen Raufußbussard, vier einen Rotfußfalken, von dem mit Ausnahme des ersten Birdraces jedes Jahr mind. einer die Herzen eines Teams höher schlagen ließ.
Unter den Limikolen sorgte ein Triel in Südbaden bei den Schwarzwälder KOWA-Küken für Aufregung, gleich 11 Teams sahen mindestens einen Stelzenläufer, was die ungewöhnliche Stärke des diesjährigen Einflugs verdeutlicht (s. Karte in ornitho.de). Den einzigen Mornellregenpfeifer entdeckten in diesem Jahr die Alten Socken im Landkreis Cuxhaven. Eine kleine Sternstunde im Regen-Rennen Ostwestfalens bescherte eine Doppelschnepfe den Herford Birders und Enger am Spektiv, gleiches gilt für die Milanos, bei denen ein Teichwasserläufer im Kreis Teltow-Fläming hoffentlich für etwas "Sonnenschein" sorgte. Gleich drei Teams war eine Raubseeschwalbe vergönnt — alle jedoch abseits der Ostseeküste. Dass die Weißbartseeschwalbe inzwischen v.a. im Osten Deutschlands eine regelmäßige Erscheinung ist, spiegelt sich auch im Birdrace wieder: 10 Teams konnten erfreut bei dieser Art ein Kreuzchen setzen. Etwas Exklusiveres ist nach wie vor die Weißflügelseeschwalbe, die nur vier Teams notieren konnten. Die erste Spatelraubmöwe im Rahmen des Birdraces steuerten die in der Ostsee herumtuckernden Deck Sparrows bei, den bislang einzigen Spornpieper entdeckten die Wetter(sch)auer.
Erstaunlich auch, was sich alles so an Exoten herumtreibt oder ausgesetzt wird. So dürften Corvus Corax aus Herford nicht schlecht gestaunt haben, als ihnen ein Chukarhuhn über den Weg lief, die NAJU Hamm-Unna traf auf eine Silberente und den Oberhavel-Spechtern begegnete in der südindischen Wildnis Nordost-Brandenburgs ein Pfau.
Keine einzige Art wurde in diesem Jahr übrigens von allen Teams entdeckt. "Schuld" daran sind vermutlich die beiden Teams, die auf dem Meer umherschipperten, wo es vermutlich zu wenige Büsche für Zilpzalpe oder Amseln gibt und Höhlen für Blau- und Kohlmeise auch eher rar sind.
Zwischen der Nachweisquote seitens der Birdrace-Teams und der Bestandsentwicklung der Wasserralle scheint es einen Zusammenhang zu geben. Das legt der Zusammenhang zwischen der Nachweisquote und der Kältesumme des vorausgehenden Winters nahe. Quelle: DDA
Sicherlich teilweise bedingt durch den Regen wichen überdurchschnittlich viele Arten negativ vom langjährigen Mittel, v.a. Greifvögel wie Wiesenweihe, Wespenbussard und Baumfalke machten sich rar. Erstaunlich sind hingegen die deutlichen Abweichungen bei Teichhuhn (nur von 75 % der Teams entdeckt!) und Wasserralle, die nicht gerade als wasserscheu bezeichnet werden können. Möglicherweise haben die kalten Winter der letzten Jahre zu inzwischen merklichen Verlusten geführt. Bei beiden Arten zeigt sich ein Zusammenhang zwischen der Nachweisquote der Teams und der Kältesumme des vorausgehenden Winters. Gleiches gilt z.B. auch für Eisvogel und Schleiereule. Die Ergebnisse des Birdraces geben also möglicherweise für einige Arten auch interessante Einblicke in die Populationsdynamik.
Was die Ursache für den mit Abstand niedrigsten Wert bei der Bekassine ist (nur jedes fünfte Team!), ist kaum zu ergründen. Auch Turteltaube und Rohrschwirl, Sumpfrohrsänger und erneut der Eisvogel lagen deutlich unter dem Mittel der vergangenen Jahre. Mit die deutlichste negative Abweichung gegenüber dem Mittel der Vorjahre war beim Fichtenkreuzschnabel zu verzeichnen. Es zeigt sich ein auffälliger Zusammenhang mit den Ergebnissen des Monitorings häufiger Brutvögel. Demnach wäre dieses Jahr ein recht mageres Jahr für diese nomadische Art.
Deutlich positive Abweichungen zeigten wesentlich weniger Arten, am deutlichsten der Gelbspötter, den über ein Drittel der Teams notieren konnten — so viele wie noch nie. Bei dieser spät ankommenden Art gibt es einen erkennbaren Zusammenhang zwischen dem Datum des Birdraces und dem Anteil der Teams, die einen Gelbspötter notieren können. Offenbar sind just vor dem Birdrace viele angekommen, die sich auch durch das schlechte Wetter nicht vom Quietschen abhalten ließen. Deutlich positive Abweichungen gab es auch für den Pirol (40 % der Teams) und den Wendehals (ein Viertel der Teams) sowie die Steppenmöwe, die fast jedes zweite Team entdeckte. Die bundesweite Zunahme des Schwarzkehlchens zeigt sich auch in den Birdrace-Daten deutlich: Zwei Drittel der Teams hatten es in diesem Jahr bereits auf der Liste — deutlich mehr als einen Gimpel, den nur etwa jedes zweite beobachtete.
Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, kann sich eine (evtl. noch um einige Fehler zu bereinigende) Gesamtartenliste ansehen.
Mit 226 Vogelarten wurden übrigens in Niedersachsen die meisten Vogelarten entdeckt, deutlich vor Schleswig-Holstein mit 219 und Nordrhein-Westfalen mit 208 Arten. Das kommt jedoch nicht von ungefähr: Im Land zwischen Rhein und Weser sind Neozoen seit jeher gut vertreten. Mehr zu den je Bundesland entdeckten Arten findet sich hier.
Bundesländer
Nordrhein-Westfalen
Adlerauge-KLEobachter gingen die Sache offenbar entspannt an — und holten so den NRW-Titel zum ersten Mal an den Niederrhein.
Das Birdrace-Wunderland NRW, wo 60 Teams antraten, versank fast vollständig im Regen, nur in einigen Regionen war es zeitweise trocken. Doch nicht nur das Glück recht langer Regenpausen, auch die mittlerweile große Erfahrung auch am Unteren Niederrhein führten zum lang ersehnten Sieg eines Teams aus dem rheinischen Landesteil: Mit 130 Arten ließen Adlerauge-KLEobachter aus Kleve die westfälischen Teams aus der diesjährigen Birdrace-Hauptstadt Münster (13 Teams!) hinter sich. Dort ging es in diesem Jahr erstaunlich eng zu. Am Ende lagen The Famous Grouse Birders dank eines mehr als glücklichen Doppelschlags in allerletzter Minute mit 127 Arten um eine vor den "Meistern der Herzen", Deutschlands enthusiastischsten Vogelkuckern (DEVK), sowie den bisherigen Seriensiegern, der Raumpatrouille Oriolus, sowie den Newcomern, den Ex-Perdix, die aller Namensgebung zum Trotz doch ein Rebhuhn entdecken konnten sowie einem weiteren Team vom Niederrhein, den Di-Bi-Di-Birdern aus dem Kreis Wesel, die ihr mit Abstand bestes Ergebnis erreichten.
In der Fahrrad-Wertung lagen 11 Teams aus der Fahrrad-Stadt Münster vorne. In der Singvogelwertung hatten jedoch erstaunlicherweise ganz andere Teams die Nase vorn: Die WeserEggeLäufer aus Höxter und PaderBird aus Paderborn kamen am Ende auf je 67 Singvogelarten und damit immerhin drei mehr als die UHULOGEN aus Lippe und die DEVK aus Münster.
Niedersachsen
Die Oostfreesland Bird-Lopers gönnen sich eine kurze Pause auf ihrem 133-km-Ritt durch den Landkreis Leer.
In Niedersachsen gab es einen erneuten Zuwachs auf nunmehr 21 Teams. Wie vorhergesagt, ging der Landesmeistertitel im Nordwesten wieder einmal nur über den bundesweiten Sieg, den bekanntlich Cuxland vor Gätkes Erben einfuhren. Mit 149 Arten auf den dritten Platz kamen die FRItisse — das verdeutlicht, wie hoch die Trauben dort hängen. In fast allen anderen Bundesländern wäre man damit auf dem ersten Platz gelandet!
In der Singvogelwertung führte kein Weg an Gätkes Erben vorbei. Auf Platz 2 kam jedoch ein neu formiertes Team aus Braunschweig ein, die BSonderen Rieselmelder, die aus dem Stand auf 71 Singvogelarten und damit eine mehr als die Meister 2012, die Cuxländer, sowie die Neulinge der Red Black Pretty Grouses aus Soltau-Fallingborstel (seit kurzem touristenfreundlicher Heidekreis genannt) kamen.
Unter den radelnden Teams, die in Niedersachsen noch deutlich in der Minderzahl sind, errangen die Oostfreesland Bird-Lopers den Landesmeister-Titel (135), Silber ging an die lustigen Gallier von Bördnix mit 123 Arten vor den Insulanern von Norderney, den Leegehähnen mit — Hut ab — direkt 110 Arten.
Schleswig-Holstein
Früh übt sich: "De Piepmatzlöpers" bei ihrem ersten Birdrace-Ausritt im Kreis Segeberg.
Auch wenn die Bevölkerung es bei der Landtagswahl am folgenden Sonntag nicht ganz so sah: Schleswig-Holstein ist das grünste unter den Bundesländern. Denn 14 der 19 Teams verzichteten auf ein eigenes Auto, darunter mit den Westensehern das erste Kanuteam des Birdraces. Es verwundert damit nicht, dass bei so vielen Radprofis auf den ersten fünf Plätzen nur grüne Teams einkamen, unter denen Pody und Co bekanntlich das bundes- und damit auch das landesweite Rennen machten.
In der Singvogelwertung gab es übrigens das exakt gleiche Ergebnis: Pody und Co (71) vor den beiden Pinneberger Teams, den MarschZEISSigen und PI kreuz und quer (69), hauchdünn vor Wannacks Topti(c)kern (68) sowie den Angliter Ornis (57), die allerdings mit 14 Greifvogelarten mit Sicherheit in dieser inoffiziellen Wertung sogar bundesweit die Nase vorn hatten.
Das Kanu-Team knackte übrigens auf seiner 30-km Kanutour um eine Art die 100-Arten-Schallmauer. Wir wünschen der Schultermuskulatur gute Erholung!
Baden-Württemberg
Die fröhlichen "Schwarzwälder KOWA-Küken"flatterten zu 105 Arten, darunter ein Triel, aber keine Lachmöwe. Auch ein Kunststück. Quelle: Schwarzwälder KOWA-Küken
Mit 12 Teams war das Brezel-und-Maultaschen-Land vertreten, die meisten — wer verdenke es ihnen bei Porsche und Daimler im Herzen des Landes — mit der eigenen "Karre". Klarer Sieger, aber das war auch fast zu erwarten, wurden das Alb-Donaumoos-Kompetenzteam 1 mit hervorragenden 146 Arten (s.o.), deutlich vor deren zweiter Mannschaft, die sich allerdings aufs Rad geschwungen hatte und mit 112 Arten die ebenfalls radelnden Tuerteltauben in Schach halten konnte. Auf Platz vier flogen die Nachtkrabben aus der Landeshauptstadt ins Ziel, denen nach eigenen Angaben mit 106 Arten ein "Titanenrennen" gelang, mit dem sie — auch dank Purpur- und Nachtreiher — ihre bisherige Bestmarke förmlich pulverisierten.
In der Singvogelwertung knackte das Kompetenzteam als einziges die 70-Arten-Marke und lag am Ende eines langen Tages vor den Tuerteltauben (65) und den Nachtkrabben (63).
Hessen
Das junge Team des DJN Marburg nahm den Dauerregen mit Humor und blieb dank Christo-Technik trocken.
Wenig zu lachen hatten die zehn hessischen Teams, denn sie wurden fast alle mindestens einmal pitschpatsch-pudelnass — oder standen gleich unter der Dauerdusche. Hochachtung, dass alle durchgehalten und sogar die 100-Arten-Marke übersprungen haben. Am besten schlugen sich dabei mit mehr als beachtlichen 130 Arten die Wetter(sch)auer, denen neben dem Spornpieper auch zwei Kleine Sumpfhühner die Laune aufbesserten, vor den letztjährigen Landesmeister aus dem Norden Hessens, den EderSeaWatchern (125), die die Ornis im Einsatz knapp hinter sich ließen. Letztere dürfen sich aber sicherlich "Eulen-Könige" nennen: Wieder einmal gelang es ihnen 7 Eulen-Arten zu entdecken. Huhu!
Die Ornis zeigten zudem bei den Singvögeln vollen Einsatz: Platz 1 gemeinsam mit dem Orakel aus der Wetterau (je 72), hauchzart vor den EderSeaWatchern (71).
Das Radrennen machten die SEHadler des NABU-Fronhausen (110), knapp vor dem fröhlichen Eulenteam Förderwerk Natur (104) und dem DJN Marburg (101).
Nach dem Race ist vor dem Race: Am 4. Mai 2013 geht es zum zehnten Mal rund
Bei einer solchen Ergebniskommentierung stehen zwangsläufig die Erstplatzierten im Vordergrund. Gleichwohl gäbe es zu jedem Team eine kleine Geschichte über eindrückliche oder unverhoffte Beobachtungen, clevere oder verbesserungsbedürftige Taktiken, aus Schusseligkeit verpasste Arten und Vieles mehr zu erzählen. Das würden wir gerne tun, es würde doch jeden Rahmen dieses jährlich umfangreicheren Kommentars sprengen. Erzählt die Geschichten einfach vielen Freunden und Bekannten, so dass im kommenden Jahr noch mehr Teams mitmachen und vor allem in Kreisen, in denen bislang nur ein Team antrat, weitere hinzukommen.
Wir hoffen, dass sich alle von diesem anstrengenden Tag wieder gut erholt haben und jede(r) wieder über verpasste Chancen durch unkooperative Gesellen in der Vogelwelt oder in Sekundenschlaf verfallene Teamkollegen schmunzeln und alle vor allem voll Freude auf einen erlebnisreichen Tag zurückblicken können. Wer dennoch schon jetzt wieder nach vorn schauen will: Am 4. Mai 2013 bietet sich die Chance, vieles anders und sowieso alles cleverer zu machen. Wir freuen uns jedenfalls schon jetzt auf das erste kleine Jubiläum, das 10. bundesweite Birdrace!
Doch vorher waltet noch die Glücksfee ihres Amtes. Wir wünschen allen viel Glück!
Mit einem herzlichen Dank an alle und bis zum nächsten Jahr!
Karsten Berlin, Christopher König, Johannes Wahl
alias das Birdrace-Team des DDA[weniger anzeigen]
Bereits lange vor Sonnenaufgang machten sich auch die Stuttgarter Nachtkrabben als eines von 165 Teams auf die Suche nach „Beute“. Quelle: Michael Schmolz
Um Mitternacht fiel der Startschuss für die 165 Teams zum 9. bundesweiten Birdrace des DDA. Damit sind wieder einmal mehr Teams als im vergangenen Jahr dabei – trotz vielerorts ziemlich bescheidener Wetterprognosen. Vor allem im (Nord)Westen kann die Sonnecreme getrost zuhause bleiben, denn mit max. 10 Grad wird es herbstlich frisch und die Regenwahrscheinlichkeit ist so hoch, dass wohl viele der dortigen Teams nicht trocken davon kommen werden. Mit Ausnahme Schleswig-Holsteins wird zwar wohl überall die Feuchtigkeit etwas aufgefrischt, aber es bleibt zumindest in weiten Teilen des Landes angenehm mild und die Sonne zeigt sich immerhin für mehrere Stunden. Also durchaus gutes Birdrace-Wetter, denn ein Wechsel von Sonne und Regen kann zu so mancher Überraschung führen, da mit den Schauern oft nicht nur Wasser, sondern auch so mancher durchziehende Vogel nach unten kommt. Aber nirgendwo soll es richtig „schütten“, und auch der Wind scheint sich etwas zurückhalten zu können, so dass die Gesangsaktivität ganztägig recht gut sein sollte. Beim Birdrace ist schließlich das Glas halbvoll und nicht halbleer! [mehr]
Wieder Cuxland, ein Ostsee- oder erstmals ein Binnenland-Team – wohin geht der Cup?
Vor der Saison ist Werder Bremen schon oft als Meisterschaftskandidat gehandelt worden, und dann musste das Abstiegsgespenst erst einmal vertrieben werden. So weit werden es die bekennenden Werderfans von Cuxland sicher nicht kommen lassen, denn als fünfmalige Sieger sind sie die klaren Favoriten. Doch schon einmal (2010) hat ihnen das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Und die Konkurrenz schläft auch in diesem Jahr nicht (oder allenfalls wenige Stunden): Mit den Alten Socken ebenfalls aus dem „Cuxland“, Gätkes Erben aus dem Kreis Lüneburg, den Oostfreesland Bird-Lopers, dem Asiola-Quartett aus NW-Mecklenburg und dem BC DARCELONA aus Vorpommern, um nur einige zu nennen, ist im Wettbeobachten um die vorderen Plätze viel Musik drin.
Gleiches gilt auch für die Singvogelwertung, bei der es in der Regel noch knapper zugeht. Hier haben die Speedbirder aus Sachsen aus dem vergangenen Jahr mit der Haubenlerche noch eine „Rechnung“ offen: Obwohl in ihrer Region (noch) keine Seltenheit, verweigerte sie sich und kostete sie den ersten Platz. Über diesen durften sich deshalb Gätkes Erben alleine freuen – wie schon dreimal zuvor. Dass es diese beiden wieder unter sich ausmachen, ist aber beileibe nicht gesagt: Die Sieger von 2010, das Team Havelland ist in diesem Jahr wieder dabei und viele andere für eine Überraschung gut!
Fast die Hälfte der Teams umweltfreundlich unterwegs!
73 Teams verzichten in diesem Jahr auf ein Auto und sind nur mit dem Rad, zu Fuß oder der Bahn unterwegs. Vor dem Hintergrund, dass wir mit dem Birdrace für die Erhaltung einer vielfältigen und (vogel)artenreichen Landschaft werben, freut uns dieser trotz der Wetterprognosen hohe Anteil sehr! (Regen)Hut ab vor dieser Leistung! Apropos Hut: Den der Favoriten haben in dieser prestigeträchtigen Wertung sicherlich wieder Wannacks Topti(c)ker auf, die im vergangenen Jahr deutlich die Nase vorn hatten. Doch die Usedommeln und Pody und Co, die im vergangenen Jahr beide aussetzten, sind wieder dabei und treten sicherlich ebenso mit viel Motivation in die Pedale.
In der Nachwuchskategorie finden dieses Jahr fast alle auf dem „Stockerl“ Platz: nur fünf Teams sind dabei. Es scheint, dass so manches Team nun bereits zu den „Senioren“ aufgestiegen ist.
Tief im Westen ...
... ist die Birdrace-Begeisterung nach wie vor am größten: Alleine 61 Teams treten in Nordrhein-Westfalen an, davon 13 in Münster und 9 in Herford. Der Titel „Birdrace-Hauptstadt 2012“ geht somit eindeutig an die „lebenswerteste Stadt der Welt“ in Westfalen. Und sie machen ihrer fahrradfreundlichen Stadt alle Ehre: alle münsteraner Teams sind auch in diesem Jahr wieder umweltfreundlich unterwegs! Dass das keineswegs ein Handicap ist, zeigen die Ergebnisse der vergangenen Jahre: Alle Teams haben sich in Münster durch den Umstieg aufs Fahrrad hinsichtlich der Artenzahl verbessert. Auch deshalb wird hinsichtlich des Landesmeistertitels wohl kaum ein Weg an Münster und wohl auch nicht an der Raumpatrouille Oriolus vorbeiführen, die mit 140 Arten den Landesrekord hält. Doch die Neulinge von Ex-Perdix, Deutschlands enthusiastischste Vogelkucker oder die Fahrradprofs wollen hier sicherlich ein Wörtchen mitreden ...
Immer mehr Teams lassen sich auch in anderen Bundesländern anstecken. Der Landesmeistertitel in Niedersachsen, wo beachtliche 21 Teams starten, geht vermutlich nur über den bundesweiten Sieg, denn Cuxland, die Alten Socken und Gätkes Erben landeten 2011 auf den Plätzen 1 bis 3 der bundesweiten Wertung!
Schleswig-Holstein ist – wie bereits in den vergangenen Jahren – unter den Birdrace-begeisterteren Bundesländern das „grünste“: von den 18 Teams sind zwölf mit dem Fahrrad und eines – ein Novum – mit dem Kanu auf dem Westensee unterwegs. Favoriten auf den Landesmeistertitel dürften nach ihrem souveränen ersten Platz im vergangenen Jahr Wannacks Topti(c)ker sein. Doch die Pinneberger Teams, 2011 gemeinsame Zweite, würden den Landescup sicherlich gerne von der Ostsee an die Elbe holen.
Legt man in Baden-Württemberg, wo zwölf Teams an der virtuellen Startlinie standen, die letzten Jahre zugrunde, dann wird das Alb-Donaumoos-Kompetenzteam die Favoritenbürde wohl kaum an ein anderes Team abgeben können – höchstens an die zweite Mannschaft des Kompetenzteams, das in diesem Jahr erstmals startet. Sie werden sich vermutlich mit den bayerischen Teams um den ersten Platz unter den süddeutschen Teams ein Fernduell liefern.
In Hessen dürfte es mit zehn Teams in diesem Jahr spannend werden, denn die Ornis im Einsatz sind nach dem mageren vergangenen Jahr sicherlich wieder mit viel Motivation am Start und wollen den EderSeaWatchern den Landesmeistertitel streitig machen sowie die Gesprenzgucker und die Wetter(sch)auer nicht an sich vorbeilassen.
Geht die „Spendenkrone“ auch 2012 an die BO-BACHTER?
Seit dem ersten Birdrace 2004 sind die BO-BACHTER die unangefochtenen Spendenkönige: Sie haben sich nicht nur in allen Jahren die meisten Spenden eingeworben, sondern auch mit über 20.000 Euro das ADEBAR-Projekt und ornitho.de vielen begeisterten Vogelbeobachtern zugute kommen wird!
Doch egal, ob es nun der erste oder einer der weiteren Ränge in einer der Kategorien wird, letztendlich sind hoffentlich alle ...
Aus Spaß an der Freude unterwegs ...
Dass das der Fall ist beweisen die vielen pfiffigen und wortwitzigen Teamnamen in diesem Jahr. So spielt der BC DARCELONA aus Vorpommern sicherlich um die Meisterschaft mit, die die Borussiabirds aus Dortmund sicherlich ab 17:15 Uhr feiern werden. Im Gegensatz zu VIE will rock you geht’s bei den VIE-Waldis eher klassisch zu, während die Turbotauben das beschauliche Herford sicherlich ordentlich aufmischen werden. Die Usedommeln treffen in der Fahrradwertung auf die Oderhühnchen, die Bon(n)apartemöwen, die MarschZEISSige und die Katinger Hupfdohlen, während Bördnix die gallische Flagge wiederum am Dümmer hissen werden. Ex-Perdix haben alle Hoffnung auf ein Rebhuhn offenbar bereits vor dem Start begraben, ebenso wie sich das Team No Limis wenig Hoffnung auf Limikoliges zu machen scheint. Die Zeugen Limosas wollen es mithilfe des Beobachtungsturms u.a. mit den „Außerirdischen“ von der Raumpatrouille Oriolus aufnehmen und versuchen, die Avinauten in die Schranken zu verweisen. Ob Der Blinde und die Taube, die Die Uhulogen und die Feinschmätzer die Leipziger Lerchen oder die Allgäuer Käs-Spatzen vernaschen werden, wird sich zeigen. Ebenso, wie sich die Göttinger Sozialbrachvögel mit der zurückgekehrten Berliner Extrawurst schlagen werden, ob die Westerwälder Tannenspäher den Häher erspähen oder den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen und ob sich die Vorahnung der Wetter(sch)auer bewahrheiten wird.
Es ist also angerichtet für einen spannenden und erlebnisreichen Tag. Wir wünschen allen Teams ein an positiven Überraschungen reiches Rennen ohne Platten, Pech und Pannen! [weniger anzeigen]
04.05.2012
"Da fliegen sie wieder!" - Die Große Vogelschau im Deutschlandradio Kultur vom 7.-12. Mai
Klein aber laut wird der Zaunkönig sicher so manche Artenliste schmücken. Quelle: Karsten Berlin
Die Große Vogelschau feiert Jubiläum: Zum fünften Mal in Folge ist das Deutschlandradio mit der ornithologischen Themenwoche der heimischen Vogelwelt mit dem Mikrofon auf der Spur.
Anlass ist auch in diesem Jahr wieder die "Stunde der Gartenvögel" des NABU, bei der alle Menschen aufgefordert sind, eine Stunde lang in ihren Gärten die Vögel zu zählen.
Hier geht es zum Programm.
03.05.2012
Buchtipp: Vogelmonitoring in Deutschland – Programme und Anwendungen
Christoph Sudfeldt, Rainer Dröschmeister, Johannes Wahl, Karsten Berlin, Thomas Gottschalk, Christoph Grüneberg, Alexander Mitschke & Sven Trautmann (2012): Vogelmonitoring in Deutschland - Programme und Anwendungen. - Naturschutz und Biologische Vielfalt Quelle: BfN
Am Vogelmonitoring in Deutschland sind mehr als 5.000 Personen beteiligt: in Fachverbänden, Naturschutzorganisationen und Behörden von Bund und Ländern. Vogelmonitoring hat viele Facetten, sei es die Datenerhebung, die Koordination oder die Beantwortung naturschutzfachlicher Fragestellungen. Mit dem neu erschienenen Buch wird der Vielzahl der Beteiligten ein aktueller Überblick über die Programme, Methoden, Konzepte, Anwendungsgebiete und Auswertungsmöglichkeiten gegeben.
Den Kern des Buches bilden drei Kapitel zu den ehrenamtlichen Programmen: Monitoring häufiger Brutvögel, Monitoring seltener Brutvögel und Monitoring rastender Wasservögel; die Konzepte werden in komprimierter Art vorgestellt und die Arbeitsteilung zwischen den Programmen wird deutlich. Anwendungsbeispiele wie Auswertungsverfahren des Vogelmonitorings werden illustriert. Die organisatorischen Voraussetzungen im föderalen Deutschland für ein dauerhaftes Vogelmonitoring, das die internationalen Anforderungen erfüllt, werden beschrieben. Wesentlicher Pfeiler dafür ist die von Bund und Bundesländern getroffenene Verwaltungsvereinbarung Vogelmonitoring, die die Zusammenarbeit mit dem Dachverband Deutscher Avifaunisten regelt und auch eine jährlich aktualisierte Berichterstattung an die interessierte Öffentlichkeit ermöglicht. [mehr] Das neue Buch informiert über Motivationen ehrenamtlich aktiver Beobachterinnen und Beobachter und enthält Empfehlungen zur langfristigen Einbindung des Ehrenamtes. Den Überblick zum Vogelmonitoring runden Darstellungen weiterer bedeutender, avifaunistischer Projekte ab wie ADEBAR, der Atlas deutscher Brutvogelarten.
Das digitale Zeitalter zieht seit dem Start des Online-Angebots ornitho.de immer stärker in die Vogelbeobachtung ein. Zukünftig soll es möglich sein, auch Monitoringdaten direkt in das Online-Portal einzugeben. Das Buch beschreibt, welche Vorteile dies für die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen und den Datenfluss bringen wird.
Bezug:
BfN-Schriftenvertrieb – Leserservice im Landwirtschaftsverlag GmbH, 48084 Münster Tel.: 0 25 01 / 8 01-3 00, Fax: 0 25 01 / 8 01-3 51 oder im Internet: www.buchweltshop.de/bfn
Zur Eindämmung des Klimawandels und – seit 2011 – zur Substitution der Kernkraft wird es in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten zu einem massiven Ausbau der regenerativen Energiegewinnung kommen. Wie alle Formen der Energiegewinnung hat auch die Nutzung regenerativer Energiequellen Auswirkungen auf die Natur. Die Verfahren unterscheiden sich hinsichtlich der Schwere ihrer Auswirkungen und hinsichtlich der Möglichkeiten, diese vermeiden bzw. zu vermindern.
In diesem Papier, das auf den Ergebnissen einer Fachtagung des Deutschen Rates für Vogelschutz (DRV) und des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) am 29.10.2011 in Münster beruht, werden die wichtigsten, derzeit bekannten Auswirkungen der Nutzung regenerativer Energiequellen auf Vögel zusammengestellt und daraus Anforderungen an den weiteren Ausbau regenerativer Energien aus Naturschutzsicht, insbesondere aus Sicht des Vogelschutzes, abgeleitet.
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Eckpunktepapier: Regenerative Energiegewinnung und Vogelschutz [ 1.282 KB ]
26.04.2012
Endlich: Erster Brutnachweis des Silberreihers in Deutschland!
Silberreiher im Prachtkleid - derzeit in Deutschland noch ein seltener Anblick. Quelle: Christoph Moning
Noch zu Beginn der 1990er Jahre galten Silberreiher als echte Seltenheiten in Deutschland. Seitdem tritt die Art zunehmend in unseren Breiten auf, vor allem im Winterhalbjahr. Inzwischen überwintern regelmäßig mehrere Tausend Tiere in Deutschland, überwiegend entlang der großen Flüsse und in Niederungsgebieten. Seit Mitte der 2000er Jahre mehren sich auch Beobachtungen während der Brutzeit. So gelangen 2007 im Norden Sachsen-Anhalts erstmals Beobachtungen von Nistmaterial eintragenden Tieren und der Fund von vier Nestanfängen, die einen Brutverdacht rechtfertigten. 2008 und 2009 gab es in weiteren Gebieten Sachsen-Anhalts Nestbauaktivitäten, deren spätere Kontrollen jedoch negativ verliefen. Auch in anderen Regionen Deutschlands wurde verschiedentlich Brutverdacht geäußert, ein direkter Brutnachweis gelang jedoch nicht.
In diesem Frühjahr gelang in Vorpommern, im äußersten Nordosten Deutschlands, nun der Nachweis von mindestens zwei Paaren, die in einer Graureiherkolonie brüten. Damit konnte bundesweit der erste Brutnachweis dieser eleganten Art dokumentiert werden.
Die Entwicklung in Deutschland steht in Zusammenhang mit anhaltenden Bestandszunahmen in den Hauptverbreitungsgebieten Südosteuropas, vor allem Ungarn und der Ukraine, die bereits vor einigen Jahren zu Brutansiedlungen in Polen und den Niederlanden führten. [mehr] Bitte melden Sie alle Ihre Silberreiher-Beobachtungen bei ornitho.de! Dank der hohen Meldebereitschaft konnte das Verbreitungsbild des Silberreihers in Deutschland in den Wintermonaten bereits sehr gut dargestellt werden. Nun können alle Vogelbeobachter auf die erste Darstellung der Sommernachweise des Silberreihers in Deutschland gespannt sein. Jeder Beobachter kann dazu mit seinen eigenen Meldungen beitragen! Vielleicht lassen sich ja dadurch sogar Hinweise auf weitere Bruten gewinnen!? Machen Sie mit! [weniger anzeigen]
22.04.2012
Internationales Forschungsprojekt FAME liefert außergewöhnliche Einblicke in das Leben der Seevögel
Die Verwendung neuester Technologien lieferte spannende Erkenntnisse zur Erforschung u.a. von Basstölpeln. Quelle: Christoph Moning
Mit Hilfe neuester Methoden versuchen Partner von BirdLife International aus Frankreich, Irland, Portugal, Spanien und Großbritannien zum Schutz der Meeresumwelt beizutragen. In dem Projekt FAME ("Future of the Atlantic Marine Environment"), bei dem u.a. die Wanderungen der Seevögel entlang der Atlantikküste von Großbritannien, Irland, Frankreich, Spanien und Portugal erforscht werden, sollen für die einzelnen Seevogelarten besonders bedeutenden Gebiete identifiziert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen der Auswahl von Meeresschutzgebieten dienen, um so das langfristige Überleben der Seevogelarten, von denen viele rapide im Bestand abnehmen, zu sichern. [mehr] Unter anderem wurden im Rahmen dieses Forschungsprojektes in einer Basstölpel-Kolonie in der Bretagne mehrere Vögel telemetriert, um Informationen über deren Aufenthaltsorte und Verhaltensweisen zu bekommen. Dabei wurde mit dem Global Land Survey-Programm der NASA, dem Global Positioning System (GPS) sowie Time Depth-Rekordern (TDR), zur Erforschung der Tauchgänge der Tölpel, modernste Technik verwendet. Es wird eine Technologie genutzt, die mit der in Navigationssystemen für Autos verwendeten vergleichbar ist. Die Wissenschaftler kleben einen kleinen "Tracker" auf den Rücken der Seevögel, der alle 100 Sekunden den genauen Ort der Vögel erfasst. Auf diese Weise können Bewegungen zwischen Brutkolonie und Nahrungsgründen exakt aufgezeichnet werden. Es ist dadurch eine detaillierte und bis auf wenige Meter genaue Lokalisierung möglich, von der Forscher bis vor wenigen Jahren nur träumen konnten. Im Jahr 2011 wurden einige adulte Vögel zusätzlich mit Mini-Kameras ausgestattet. Das ermöglicht außergewöhnliche Einblicke in das Leben der Basstölpel.
Die gewonnenen Ergebnisse verbessern die Kenntnis über das Jagdverhalten der Basstölpel: Fischen die Vögel eher allein oder in der Gruppe? Wie wirken sich Fischerboote auf das Verhalten der Vögel aus?
Doch nicht nur Basstölpel werden untersucht. In Großbritannien werden im Rahmen des FAME-Projektes die folgenden Seevogelarten erforscht: Eissturmvogel, Krähenscharbe, Dreizehenmöwe, Trottellumme und Tordalk. In weiteren Ländern wird mit Basstölpeln, Sturmschwalben, Madeira-Wellenläufern, Balearen- und Gelbschnabel-Sturmtauchern gearbeitet. Erste Ergebnisse zeigen, dass einige Seevogelarten bei ihrer Nahrungssuche deutlich weitere Strecken zurücklegen, als bisher bekannt. Eine besenderte Trottellumme von der schottischen Insel Fair Isle flog auf ihrer Suche nach Sandaalen und anderen kleinen Fischen 350 Kilometer in Richtung Süden bis in die Gewässer vor Dundee. Bisher war man bei Trottellummen davon ausgegangen, dass sie während der Brutzeit fast ausschließlich die Gewässer in der Nähe der Kolonien aufsuchen.
Bemerkenswert ist außerdem, dass Individuen der gleichen Art aus nur wenige Kilometer entfernten Brutkolonien in vollkommen unterschiedliche Gewässer zur Nahrungssuche fliegen: Ein Tordalk der Orkney-Inseln unternahm innerhalb von 3 Tagen insgesamt 12 Nahrungsflüge, alle innerhalb von 31 Kilometern um sein Nest. Ein weiterer Tordalk aus einer nur 9 Kilometer entfernten Kolonie flog jedoch auf 2 Nahrungsflügen innerhalb von 60 Stunden in bis zu 144 Kilometer von seinem Brutplatz entfernte Nahrungsgründe.
Zu wissen, wo und warum Seevögel an bestimmten Stellen ihre Nahrung suchen, ist bei der Ausweisung von Meeresschutzgebieten im gesamten Nordostatlantik von entscheidender Bedeutung. Die gewonnenen Daten liefern wesentliche Informationen, inwiefern sich neue Offshore-Windparks auf tauchende Seevögel auswirken. Die vielversprechenden Untersuchungen aus den vergangenen beiden Jahren sollen auch in der Brutperiode 2012, dem letzten Jahr des FAME-Projektes, noch einmal wiederholt werden.
Der NABU und der DDA widmen der Dohle, dem Vogel des Jahres 2012, am 21.4. in Münster bei einem Artenschutzsymposium ihre ganze Aufmerksamkeit. Dabei wird der thematische Bogen von dieser intelligenten und in vielerlei Hinsicht interessanten Vogelart zu übergreifenden Themen des Rabenvogelschutzes und auch des praktischen Vogelschutzes an Gebäuden gespannt. Etwas weniger kontrovers diskutiert und sicherlich ein größerer Sympathieträger als der Kormoran im letzten Jahr, befindet sich die Dohle dennoch im Spannungsfeld der allgegenwärtigen Rabenvogel“problematik“ und ist außerdem ein Indikator für Veränderungen in städtischen und in Agrarbereichen. Intensivierte Landwirtschaft setzt ihr genauso zu wie Gebäudesanierungen und –isolierungen, die Brutplätze vernichten oder unzugänglich machen. Und genau diese Problembereiche betreffen ja eine ganze Reihe weiterer Arten, so dass die Themenbereiche dieser Tagung sicherlich auch für weniger dohlenbegeisterte Vogelliebhaber spannend und interessant sind.
Dohlenfreunde kommen bei der Tagung ganz sicher auf ihre Kosten, da im Anschluss an die Tagung noch eine Exkursion zu den Brutplätzen des Jahresvogel stattfindet.
Interessierte können sich das Programm hier herunterladen, sich online anmelden und finden unter www.vogel-des-jahres.de noch weitere Informationen zur Dohle und allen vorigen Jahresvögeln.
13.04.2012
Bitte um Mitarbeit: Studie zum Heimzug des Steinschmätzers
Der Steinschmätzer ist ein Langstreckenzieher, der in West- und Zentralafrika überwintert Quelle: Rosl Rößner
Von vielen Singvogelarten ist der Durchzug wegen der versteckten Lebensweise bzw. des Aufenthaltes in Büschen und Bäumen mit Feldbeobachtungen schwer quantitativ zu erfassen. Eine große Ausnahme stellt der Steinschmätzer dar, der im Offenland auf dem Durchzug sehr auffällig ist. Vielerorts heben sich die hellen Vögel deutlich von kahlen Äckern oder kurz gemähten Wiesen ab, auf denen sie häufig rasten. Die meist wenigen Individuen lassen sich zudem gut nach Männchen und Weibchen auszählen. Damit ist die Art prädestiniert für eine sorgfältige Analyse des Zuggeschehens, bei der mit Hilfe von ornitho.de jeder Feldornithologe mitwirken kann. [mehr] Am Institut für Vogelforschung und insbesondere auf Helgoland haben in den letzten Jahren zahlreiche Untersuchungen zur Zugstrategie und Rastökologie des Steinschmätzers stattgefunden. Basierend auf dem gesammelten Wissen soll nun versucht werden, Phänologie und räumliche Verteilung des Heimzuges deutschlandweit zu beschreiben und dabei unter anderem zu analysieren:
Kommen Steinschmätzer nahe der Nordsee tatsächlich früher an als tief im Binnenland? Darauf deutet der oft schon im März recht starke Zug auf Helgoland hin, aber ist dies wirklich so?
Neben den — leider nur noch wenigen — deutschen Brutvögeln ziehen bei uns Steinschmätzer aus verschiedenen Brutgebieten durch: aus Skandinavien und möglicherweise Nord-Russland ebenso wie aus Großbritannien, Island, Grönland und wohlmöglich sogar aus Nordost-Kanada. Können räumliche Unterschiede im zeitlichen Auftreten von Steinschmätzern Hinweise darauf geben, wo welche Vögel durchziehen?
Wie bei den meisten Singvögeln ziehen im Frühjahr Männchen des Steinschmätzers etwas früher als Weibchen — lässt sich das großflächig zeigen? Nimmt der Unterschied zwischen den Geschlechtern von Süd nach Nord zu oder ab?
Diese und weitere Fragen können vielleicht mit Hilfe von inzwischen rund 4.700 ornitho.de-Nutzern gut bearbeitet werden. Wir möchten Sie daher bitten, alle Steinschmätzer-Beobachtungen — vorrangig von März bis Juni — bei ornitho.de einzugeben und wenn möglich nach Geschlechtern zu unterscheiden (Eingabe unter „Optionale Angaben“). Hilfreich wäre es natürlich auch, in den wenigen verbliebenen Brutgebieten die Brutzeitcodes zu vergeben, damit die Daten von Brutvögeln aus der Analyse zum Heimzug eliminiert werden können.
Über die Ergebnisse wird selbstverständlich an dieser Stelle, in ornitho.de und in Fachzeitschriften berichtet.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung sagt im Namen von Volker Dierschke
Und wieder hat er es geschafft: "Phantom-Schelladler" Tõnn überfliegt Deutschland erneut ungesehen
In diesem Frühjahr hat es Tõnn offensichtlich besonders eilig gehabt: Nachdem er sein spanisches Winterquartier erst am 26.03. verlassen hatte, ist er innerhalb weniger Tage von Frankreich über die Schweiz, Deutschland, Tschechien, Polen und Weißrussland bis nach Litauen geflogen. Deutschland hat er dabei bereits am 03. und 04.04. in nordöstlicher Richtung vom Schwarzwald über Ulm und Nürnberg durchquert. Auf dem Truppenübungsplatz Heuberg bei Sigmaringen hat er übernachtet und seine Reise nach Osteuropa daraufhin zügig fortgesetzt. [mehr] Der Verlauf seiner Zugstrecke stimmt damit stark mit seinem Weg im Frühjahr 2011 überein. Damals ging es ebenfalls über Weißrussland und von da an strikt nach Norden. Nach einem Besuch in seinem Herkunftsland Estland ging es über Russland und Finnland bis in sein Sommerrevier nach Schweden.
Über den weiteren Verlauf seines Zugweges informiert wie immer die spannende Karte auf http://birdmap.5dvision.ee/. Dort lassen sich außerdem interessante Zugwege anderer besenderter Großvögel nahezu tagesaktuell mitverfolgen. Darunter ist mit dem Schelladler Iti übrigens auch die Mutter von Tõnn. In Polen haben sich die beiden Familienmitglieder sogar kurz zeitgleich aufgehalten. Tõnn hat auf Iti aktuell jedoch einen Vorsprung von etwa 300 Kilometern, sodass sich die beiden bisher nicht getroffen haben.
Für alle Vogelbeobachter in Deutschland heißt es nun erst einmal warten: Denn erst im Herbst wird sich Tõnn wieder auf den Weg nach Spanien begeben und dabei eventuell wieder Deutschland überqueren. Wir wünschen ihm einen weiterhin guten Flug und einen schönen Sommer in Schweden — oder wo immer ihn sein Weg in diesem Frühjahr noch hinführen wird. Interessierte können sich die aktuelle Position von Tõnn ansehen.
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07.04.2012
Birdrace 2012: Anmeldung gestartet!
Ein schöner Tag, wo ist denn unsre nächste Art ... Die „Erlanger Piepmätzchen“ bei herrlichem Wetter 2011 unterwegs zu ihrem bislang besten Ergebnis mit 126 Arten. Quelle: DDA-Archiv
In vier Wochen ist es wieder soweit, und bei vielen Vogelbeobachter/innen ist der 5. Mai bereits dick im Kalender markiert: An diesem Tag findet — wie immer am ersten Samstag im Mai — das bundesweite Birdrace des DDA statt, in diesem Jahr bereits zum neunten Mal. Für alle, die noch nie dabei waren: Bei einem Birdrace versuchen Teams von 3-5 Personen innerhalb von 24 Std. so viele Vogelarten wie möglich zu sehen oder zu hören, i.d.R. in ihrem Kreis. Eine Art darf notiert werden, wenn die Mehrzahl der Teammitglieder die Art bestätigt hat. Dass dabei nicht geschummelt wird, ist ebenso Ehrensache wie es selbstverständlich ist, dass der Schutz der Natur und der Vögel im Besonderen Vorrang vor dem sportlichen Ehrgeiz hat. Zu gewinnen gibt es schließlich nichts, außer der Ehre. Im vergangenen Jahr nahmen 152 Teams aus (fast) allen Bundesländern teil. Das heißt, es waren zum achten Mal in Folge mehr Teams. Kaum eines, das einmal dabei war, möchte diesen Tag im Folgejahr missen. [mehr] Selbstredend steht der Spaß an der Vogelbeobachtung bei einem Birdrace eindeutig im Vordergrund. Mit Hilfe dieses, für die breite Öffentlichkeit auf den ersten Blick sicherlich etwas schräg anmutenden Wettbewerbs lassen sich viele Themen, für die wir uns ehrenamtlich engagieren, hervorragend ins öffentliche Bewusstsein rücken. Denn das Birdrace zieht die Presse fast magisch an: In manchen Regionen schaffen es die Teams bis auf die Titelseiten der Tageszeitungen, und mehrere Radio- und Fernsehteams begleiteten die Wettbeobachter bereits. Diese Aufmerksamkeit kann somit sehr gut dazu genutzt werden, Themen des Naturschutzes und des Erhalts der Artenvielfalt in die Öffentlichkeit zu tragen (Presse / Medien). Denn an keinem Tag im Jahr wird die Vielfalt in der Vogelwelt hierzulande genauer beobachtet: 283 Vogelarten waren es im vergangenen Jahr, beachtliche 171 davon entdeckte auch das Siegerteam aus dem "Cuxland" in Niedersachsen. Nicht weniger als 96 Teams gelang es, die "magische 100-Artengrenze" zu knacken.
Wer wo in den vergangenen Jahren vorne lag, kann unter Ergebnis Arten aufgerufen werden.
Ornitho.de — auch 2012 wieder Spendenprojekt
Ein weiteres Anliegen des Birdraces ist es, Spenden für ein bundesweites Projekt einzuwerben. Nachdem im Rahmen der ersten sechs Birdraces stolze 80.000 Euro für den Atlas deutscher Brutvogelarten ADEBAR zusammenkamen, "rennen" die Teams seit 2010 für das Internetportal ornitho.de, das seit seinem Start am 30. Oktober 2011 die Vogelbeobachter begeistert und seither faszinierende Einblicke in das vogelkundliche Geschehen hierzulande bietet (s. Beitrag in Der Falke 3/2012). Mit den diesjährigen Spenden werden Betreuung, Unterhalt und Weiterentwicklung des Portals unterstützt.
74 Teams warben im vergangenen Jahr Spenden ein. Auch im Wettbewerb um den Birdrace-Spendenkönig geht es also heiß her, nicht zuletzt deshalb, weil ein Großteil der Spenden an die Anzahl beobachteter Arten gekoppelt ist. Die große Frage wird einmal mehr sein: Wird es der Konkurrenz im neunten Anlauf erstmals gelingen, die BO-BACHTER aus Bochum, hinter sich zu lassen?
Die Sonderwertungen
Wie in den vergangenen Jahren wird neben der Anzahl insgesamt entdeckter Vogelarten auch die Anzahl beobachteter oder gehörter Singvogelarten gewertet. Bei dieser Sonderwertung hatten bislang — ganz im Sinne der Idee — stets binnenländische Teams die Nase vorne. 69 Singvogelarten waren im vergangenen Jahr notwendig, um unter die Top 10 zu gelangen. Neben einer vielfältigen Landschaft sind sehr gute Kenntnisse der Singvogelwelt des eigenen Kreises (abgesehen von ihren Rufen und Gesängen) somit die Voraussetzung, um in dieser stets sehr engen Sonderwertung ganz vorne mitzumischen.
In den vergangenen Jahren entschied sich stets rund ein Drittel der Teams für die umweltfreundliche Variante des Birdraces, in dem sie sich ausschließlich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Suche machten. Spätestens wenn man sich für diese, durch das viel intensivere Naturerlebnis sehr reizvolle Variante entscheidet, wird das Birdrace zur echten sportlichen Herausforderung. Im vergangenen Jahr waren — auch dank des guten Wetters — bereits 69 Teams umweltfreundlich unterwegs. Da uns diese Variante des Birdraces selbstredend besonders am Herzen liegt, hoffen wir am 5. Mai wieder auf fahrradfreundliche Bedingungen und ermuntern alle Teams, es vielleicht doch einmal auszuprobieren. Es wird mit Sicherheit anstrengender. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass sich so manches Team durch den Umstieg sogar verbessert hat!
Besonders hervorgehoben werden auch alle Teams, deren Teammitglieder überwiegend jünger als 20 Jahre alt sind. Im vergangenen Jahr traten schon 13 Nachwuchsteams an. Wir würden uns sehr freuen, wenn diese Kategorie, in der die Chancen, weit vorne zu landen, besser als in jeder anderen sind, weiteren Zuwachs erhielte. Nicht nur für Familien, auch für Lehrer naturbegeisterter Schüler oder Jugendgruppen ist es eine sehr reizvolle Aufgabe. Man muss ja nicht gleich 24 Stunden beobachten.
Wir wünschen allen eine (auch körperlich) gute Vorbereitung, eine erfolgreiche Werbung für mehr Konkurrenz im eigenen Kreis, viel Erfolg bei der Spendersuche und uns allen gutes "Trainingswetter" in den kommenden vier Wochen!
Christopher König und Johannes Wahl für das Birdrace-Team des DDA
Status, Karten, Brut- und Rastbestände, Rote Liste-Status, rechtlicher Schutz ... all das finden Sie in unserem Informationssystem Vögel in Deutschland
Der Falke nimmt uns mit auf Reisen und stellt verschiedene attraktive Gebiete mit kritischem Blick auf deren Gefährdung vor, z.B. die Negev-Wüste Israels oder den Nationalpark Böhmerwald in Tschechien. Daneben geht es u.a. um Navigationsgeräte für Vogelbeobachter und die Adler am Steinhuder Meer werden ebenso vorgestellt wie der klassische Frühlingsbote Zilpzalp.
Da dies wie immer noch längst nicht alles ist, werfen Sie doch einfach mal einen Blick auf die Homepage des Falke Journals.
Das Buch gibt einen aktuellen Überblick über die Programme, Methoden, Konzepte, Anwendungs- gebiete und Auswertungsmöglichkeiten des Vogelmonitorings. Die Monitoring-Programme häufiger Brutvögel, seltener Brutvögel sowie rastender Wasservögel werden ebenso vorgestellt wie die organisatorischen Voraussetzungen eines international relevanten Vogelmonitorings in Deutschland. Die Darstellung weiterer Projekte wie ADEBAR runden den Überblick ab. Überdies werden Vorteile und Möglichkeiten des Online-Portals ornitho.de für die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und das Monitoring beschrieben. Bezug:
BfN-Schriftenvertrieb: Tel.: 0 25 01 / 8 01-3 00, Fax: 0 25 01 / 8 01-3 51 oder im Internet
Die DAK sammelt, archiviert, prüft und publiziert dokumen- tierte Beobachtungen deutschlandweit seltener Vogelarten. [mehr ...]
Mit Fokus auf Deutschland finden sich Beiträge zum Bienenfresser in Rheinland-Pfalz, dem Rothuhn im Rheinland sowie der Brutbiologie eines Mauerseglerpaares. Zudem gibt es Berichte zu durchziehenden Wasservögeln auf Teneriffa und einen Besuch in der Südtürkei bei Klapper- und Mönchsgrasmücke.
Ebenso enthalten ist die neueste Ausgabe von DDA-Aktuell. zum Inhalt Abo-Info
"Vögel in Deutschland 2010" Der Bericht behandelt schwerpunktmäßig, wie die im japanischen Nagoya im November 2010 verabschiedeten neuen "2020-Ziele" zum Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland wirksam umgesetzt werden können.
2011/12 findet eine bundesweite Rotmilanerfassung statt.
[mehr ...]
Nach vier erfolgreichen Kartierungsjahren und einer intensiven Aufbereitung und Auswertung ist es nun soweit. Die Stiftung Vogelmonitoring Deutschland und der DDA freuen sich, die Erscheinung des Atlaswerkes ankündigen zu dürfen.
Um die Fertigstellung und Herausgabe zu unterstützen, können Sie sich jetzt ein Exemplar zum Vorzugspreis sichern.
Das Buch wird im Handel 98,00 € kosten. Als Mitarbeiter können Sie sich ein Exemplar zum Preis von 39,90 € zzgl. Lieferkosten sichern. Der Subskriptionspreis beträgt 69,90 € zzgl. Lieferkosten.
Mit einer Förder- mitgliedschaft im DDA helfen Sie uns, die Monitoringprogramme zu organisieren und die Ergebnisse zeitnah in Schutzmaßnahmen einfließen zu lassen. Aufnahmeantrag[39kb]
Als Buch ist das Methodenhandbuch vergriffen, es kann aber weiterhin als PDF-Dokumant auf CD-ROM für 9,80€ bestellt werden.
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