Der DDA ist der Zusammenschluss aller landesweiten und regionalen ornithologischen Verbände in Deutschland.
Er vertritt damit etwa 8.000-9.000 Feldornithologen und Vogelbeobachter.
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18.06.2013
Weltpremiere des Kinofilms "Die Verwüstung des Himmels" in England
Der Kampf des Komitees gegen den Vogelmord für einen besseren Zugvogelschutz in Europa ist Thema eines neuen Kinofilms, der am vergangenen Wochenende auf dem Filmfestival in Sheffield Weltpremiere hatte. Unter dem Titel "Emptying the skies" (deutsch: Die Verwüstung des Himmels) zeigen der New Yorker Bestsellerautor Jonathan Franzen und Regisseur Roger Kass, wie unter dem Deckmantel alter Traditionen und "nachhaltiger Nutzung" jedes Jahr Millionen europäischer Singvögel im Kochtopf landen. [mehr] Im Zentrum des Films steht eine Gruppe von Aktivisten des Bonner Komitees gegen den Vogelmord, die jeden Frühling und Herbst in die Hochburgen der Wilderei reisen, um illegale Jagd und Vogelfang zu bekämpfen. Mehr als zwei Jahre haben Franzen und das Filmteam die als "Vogelschutzcamps" mittlerweile international bekannten Aktionen begleitet, um die Geschichte vom Kampf gegen die Vogel-Wilderer auf die große Leinwand zu bringen. Drehorte waren Spanien, Italien, Frankreich, Zypern und Deutschland.
Neben eindrucksvollen Aufnahmen, die dem Zuschauer Umfang und Zerstörungskraft der Wilderei vor Augen führen, zeigt der Film, wie italienische, deutsche und britische Mitglieder des Komitees ihr Leben riskieren, um seltene Zugvögel vor dem Ende im Kochtopf zu bewahren. Auf Zypern, wo das Filmteam und die Vogelschützer auf riesige Fanggärten mit Netzen und Leimruten stießen, entkam Franzen selbst nur knapp einer Attacke wütender Wilderer, die zwei Komiteemitglieder krankenhausreif prügelten. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich in eine Art Kriegsgebiet geraten würde“, so der Schriftsteller.
Jonathan Franzen, der als Autor von Romanen wie "Freiheit" oder "Die Korrekturen" Weltruhm erlangt hat, ist seit Jahren ein begeisterter Vogelbeobachter und -schützer. "Die Verwüstung" des Himmels ist eine Adaption eines mehr als 20 Seiten langen Essays über die Zugvogeljagd, das Franzen für das Magazin "The New Yorker" geschrieben hat und das Anfang des Jahres auf deutsch in seinem Buch "Weiter weg — Essays" (Rowohlt-Verlag) erschienen ist.
Den englischen Trailer zum Film sehen Sie hier.
Insgesamt 350 Exkursionen, Ausstellungen und öffentliche Veranstaltungen in 88 Ländern auf der ganzen Welt haben den Weltzugvogeltag am 11./12. Mai 2013 zu einem riesigen Erfolg werden lassen. Überall auf der Welt feierten Regierungen, Naturschutzorganisationen, Wissenschaftler, Journalisten, Lehrer, Studenten und zahlreiche andere Gruppierungen den Weltzugvogeltag 2013. Neben Exkursionen zur Vogelbeobachtung und Ausstellungen gab es Filmvorführungen, Konzerte und viele weitere öffentliche Aktivitäten unter dem Motto „Netzwerke schaffen für Zugvögel“. Das diesjährige Motto verdeutlichte die Bedeutung der Vernetzung zwischen Regierungen, Umweltschutzorganisationen und engagierte Menschen, um Zugvögel durch die Schaffung globaler Zusammenarbeit zu schützen. [mehr] In Deutschland gehörte unter anderem das mittlerweile 10. bundesweite Birdrace des DDA zu den Veranstaltungen des Weltzugvogeltags. Auch hier war die Anzahl der Teilnehmer höher als je zuvor. Zu den weiteren Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet gehörte ein Benefizkonzert des Opernchors „Corale Lirica San Rocco“ aus Bologna in Bonn, bei dem Spenden zugunsten der bedrohten Kronenkraniche gesammelt wurden. Bei dem Konzert wurde eine Brücke zwischen dem Gesang der Zugvögel im Frühjahr und dem Operngesang als Ausdruck von Stimmungen und Gefühlen geschlagen.
Seit 2006 organisieren zwei internationale Abkommen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), das Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten (CMS) und das Abkommen zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel (AEWA), den Weltzugvogeltag. Weitere Informationen zum Weltzugvogeltag sowie die Highlights der diesjährigen Veranstaltungen finden Sie auf der Weltzugvogeltag-Internetseite unter: www.worldmigratorybirdday.org. [weniger anzeigen]
Der qualvolle Tod unzähliger Singvögel, die in den Ländern rund um das Mittelmeer als besondere Delikatesse für Feinschmecker gelten, ist längst kein Geheimnis mehr. Jedes Jahr gehen so Millionen Sing- und Kleinvögel in Fangnetzen, Quetschfallen oder Leimruten auf grausame Weise zugrunde.
Wie unvorstellbar das Ausmaß ist, in dem Zugvögel momentan in Ägypten illegal gefangen werden, berichtet die ARD am Dienstag, den 18.06.2013 um 21:45 Uhr in der Sendung reportMünchen. [mehr] Entlang der ägyptischen Mittelmeerküste, auf einer Länge von ca. 700 km vom Gazastreifen im Osten bis hin zur libyschen Grenze im Westen des Landes, erstrecken sich die nahezu durchgehenden und manchmal aus bis zu drei Reihen bestehenden Fangnetze. Nur in Städten und am Nildelta, wo es nicht möglich ist Netze aufzubauen, sind keine vorhanden. Für die, nach der Überquerung des Mittelmeeres völlig erschöpften Zugvögel, gibt es praktisch kein Entkommen.
Jens-Uwe Heins, einer der Reporter die für die Dreharbeiten des Bayrischen Rundfunks im Frühjahr vor Ort waren, berichtet vom großen wirtschaftlichen Interesse: Eine Wachtel wird auf den Märkten in Ägypten für 5€ gehandelt. Bei den 500.000 gefangenen Wachteln pro Zugperiode kommt so eine Summe von insgesamt 2.5 Millionen Euro zusammen. Er schätzt, dass jedes Jahr allein in Ägypten Zugvögel im zweistelligen Millionenbereich gefangen werden, darunter viele bedrohte Arten, wie beispielsweise der Neuntöter.
Es ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen dieser ungeahnt hohen Fangquoten auf die Bestände bei uns heimischer Brutvogelarten dramatisch sind. Vor allem Vogelarten, deren Bestände bei uns bereits durch Intensivierung der Agrar- und Forstwirtschaft oder Auswirkungen des Klimawandels geschwächt sind, dürften besonders stark betroffen sein. [weniger anzeigen]
07.06.2013
David Singer gewinnt "Jugend forscht"-Bundeswettbewerb im Fachgebiet Biologie
David Singer, Schüler aus Brakel im Kreis Höxter, wurde am Wochenende beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ in Leverkusen mit dem ersten Preis im Fachbereich Biologe ausgezeichnet. Das Thema des 19jährigen, der bereits Träger des Nachwuchspreises der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft ist, lautete „Vogellebensraum Stadt?! – avifaunistische Erfassung im Stadtbereich Brakel“. David wollte wissen, welche Vogelarten und wie viele Individuen der einzelnen Arten in seiner Heimatgemeinde Brakel leben und welche Lebensräume bevorzugt werden. [mehr] Um diese Fragen zu beantworten, hat der junge Preisträger eine Punkt-Stopp-Zählung durchgeführt. Bei dieser lange Zeit auch beim bundesweiten Vogelmonitoring angewendeten Methode werden wiederholt an vorab festgelegten Punkten für eine bestimme Zeit lang alle Vögel gezählt. Mit seiner Studie konnte David zeigen, dass Brachflächen, einheimische Gehölze und naturnahe Übergangsbereiche zwischen Wohngebieten und Grünflächen für eine große Vogelvielfalt in der Stadt ausschlaggebend sind. Mit der fachlich korrekten Anwendung der komplizierten Methode und der anschließenden Analyse des umfangreichen Datenmaterials, für die David auch auf Vergleichsmaterial aus dem bundesweiten Vogelmonitoring des DDA zurückgreifen konnte, überzeugte er die Jury. Damit ist er Deutschlands bester Nachwuchsforscher in der Kategorie Biologie. Wir gratulieren David herzlich zu der hervorragenden Leistung und wünschen ihm für das bevorstehende Ökologiestudium alles Gute! [weniger anzeigen]
Über 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer — mehr als je zuvor — waren in diesem Jahr beim Birdrace dabei. Und auch die Zahl der Sachpreise konnte sich sehen lassen: Mit insgesamt 86 Preisen war die Lostrommel erneut gut gefüllt. Die Chancen, zu den Glücklichen zu zählen, waren somit wieder einmal hoch — insbesondere dann, wenn das eigene Team Spenden für ornitho.de einwarb. Die folgenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen sich neben den hoffentlich schönen Erinnerungen an den Birdrace-Tag auch über einen attraktiven Gewinn freuen: [mehr] Zeiss Victory HT 10x42 Oliver Krebs
Original-Zeichnung "Wanderfalke" von Bernd Pöppelmann Holger Bruns
Berlebach-Stativ Report 8023 Juliane Drescher
Bauer, Bezzel, Fiedler: Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas Sven Nekum
Koenig PhotoBags "OrniSet" Benjamin Brenneis, Friedrich Michel, Frank Steinheimer
Lowepro Scope Photo Travel 350 AW Norbert Van Bebber
Einkaufsgutschein 50 Euro Orniwelt.de Wolfgang Heimer, Tine Kunze, Jürgen Stober, Ando Yoo
Dierschke et al.: Vogelwelt der Insel Helgoland Andreas Goretzka
Leisler & Schulze-Hagen: The Reed Warblers Jörn Wildberger
Gutschein über 25 Euro bei Christ Media Natur Carsten Cordes, Maximilian Fader, Bettina Hänni, Ewald Lippok, Stefan Lunk, Roland Neumann, Torsten Ryslavy, Andreas Siegmund, Manuel Tacke, Felix Weiß
Bergmann: Die Stimmen der Vögel Europas Susanne Diehl, Thomas Krüger, Martin Malkmus
Arthus-Bertrand: Die Erde von oben - 20 Jahre danach Matthias Bull, Insa Schüssler, Esther Del Val
Busching: Einführung in die Gefieder- und Rupfungskunde Kristian Mantel, Gudrun Püschel, Thomas Weigel
Herold: Neues Leben in alten Mooren Andreas Leistikow, Klaus Schilhansl, Hendrik Weindorf
Jahresabo Ornithologische Mitteilungen Herbert Haas, Jens Halbauer, Klaus Hubatsch, Lukas Kratzsch, Melanie Reinelt, Uwe Schneider, David Schubert, Karsten Siems, Christian Teltscher, Andreas Wirsing
Aula: Die 50 besten + 25 weitere Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland Jan Brockfeld, Daniel Geller, Janine Hoyer, Steffen Schulze
Rödl et al.: Atlas der Brutvögel in Bayern Günter Brombach, Peter Pakull
Edition Ample: "Die Vogelstimmen Europas, Nordafrikas und Vorderasiens" Jaro Köhler, Flemming Nagel, Nico Schendel
Schwegler Meisen-Nisthöhle Bri Esser, Katrin Frenzel, Ralf Gerhard, Christoph Heidebrunn, Lino Köhler, Franziska Lemke, Kim Lindner, Wolf Meinken, Marion Michel, Stefan Rupprich
Schäffer & Schäffer: Gartenvögel - Naturbeobachtungen vor der Haustür Matthias Frick, Franziska Klauer, Jan Steiof
Richarz: Nisthilfen für Vögel und andere heimische Tiere Jürgen Mevius, Jutta Niemann, Ulrike Waldmann
KooKoo-Vogeluhr Béla Bartsch, Herbert Bremer, Christian Höfs, Sonja Köhler, Ulrich Kuhlmann, Moritz Meinken, Ilka Möller, Hans-Georg Purucker, Brigitte Reflinghaus, Robin Speicher
Unabhängig vom glücklichen Glücksfee-Händchen dürfen sich das TEAM BO-BACHTER, Birding for Nature und HGON Kelkheim freuen: Als fleißigste Spendensammler finden sie die Zeitschrift Der Falke von Juni 2013 bis Mai 2014 jeweils zum Monatsanfang im Briefkasten!
Für die großzügige Unterstützung danken wir ...
... Bernd Pöppelmann, der die Zeichnung für die Gestaltung der Urkunde und zur anschließenden Verlosung stiftete, Carl Zeiss Sports Optics, Berlebach Stativtechnik, dem Aula-Verlag, König Photobags, Lowepro, Edition Ample, Christ Media Natur, GEO, Orniwelt.de, Schwegler, dem KNNV-Verlag, Vivara, der Dr.-Walther-Thiede-Stiftung, dem Haupt-Verlag, KooKoo, dem LBV und der OAG Helgoland, die die Preise für die Verlosung zur Verfügung stellten!
Bis zum elften bundesweiten Birdrace am 3. Mai 2014!
Euer Birdrace-Team des DDA [weniger anzeigen]
03.06.2013
Österreich – herzlich willkommen in der ornitho-Familie!
Seit dem 22. Mai ist ornitho.at online! Damit verfügt der gesamte deutschsprachige Raum sowie mit Ausnahme Sloweniens auch der gesamte Alpenraum über ein einheitliches Erfassungssystem für Zufallsbeobachtungen bei Vögeln. Wir freuen uns bereits auf die länderübergreifenden Auswertungen, die damit in greifbare Nähe rücken. Wir wünschen ornitho.at einen reibungslosen Start und allen Beobachterinnen und Beobachtern viele neue, spannende Einblicke in das vogelkundliche Geschehen! [mehr]
Ein mit einem Satellitensender markierter, in den Schweizer Alpen ausgewilderter Bartgeier befindet sich derzeit auf Streifzug durch Deutschland. Die Bartgeier-Dame „Bernd“ schlüpfte im Februar 2012 in einem spanischen Zuchtzentrum und wurde im Juni schließlich im Calfeisental im Nordosten der Schweiz in die Freiheit entlassen. Nachdem sie rund ein Jahr im Alpenraum umhergeflogen ist, startete Bernd am 17. Mai in Richtung Norden. Zuerst ging es an den Rheinfall nach Schaffhausen und von dort quer durch Baden-Württemberg. Der Bartgeier segelte dabei über Tuttlingen und Rottenburg vorbei an Stuttgart und Heilbronn und querte südlich von Würzburg die Grenze nach Bayern. Über Bamberg und Bayreuth ging es nach Osten bis nach Tschechien. Entlang der deutsch-tschechischen Grenze führte der Flug nach Nordost schließlich über die Oberlausitz nach Polen und dort bis an die Ostseeküste. Hier entschied sich Bernd erneut zu einem Richtungswechsel. Über das Stettiner Haff ging es über Anklam und Rostock weiter nach Westen. Bis zu dieser Station war Bernds Ausflug von deutschen Beobachtern unbemerkt geblieben. Doch eine solch kuriose Geschichte wie dem bekannten „Phantomschelladler“ Tönn (vgl. Meldung vom 11. April) sollte Bernd nicht gelingen. [mehr] Am 24. Mai konnte er in der Nähe von Satow bei Rostock beobachtet und sogar fotografiert werden (s. ornitho.de). Da einige seiner Armschwingen vor der Auswilderung gebleicht wurden, um den Vogel auch aus größerer Entfernung individuell bestimmen zu können, ließ sich seine Herkunft schnell zurückverfolgen. Es wurde bekannt, dass der Vogel auch einen Satellitensender trägt und seine Positionen relativ aktuell mitverfolgt werden können. Das Interesse an Bernd stieg und so konnte er auch am 25. und 26. Mai östlich von Lübeck beobachtet werden (s. ornitho.de). Auf seinem weiteren Streifzug ging es durch Schleswig-Holstein vorbei am Plöner See, Neumünster und Itzehoe. Anschließend querte er - vielleicht bereits auf dem Rückweg in die Alpen - die Elbe bei Glückstadt und zog vorbei an Bremervörde und Bremen. Am 29. Mai konnte er südwestlich von Cloppenburg erneut fotografiert werden (s. ornitho.de). Nun hatte Bernd offensichtlich genug von der fehlenden Thermik im Flachland und es trieb ihn nach Süden und durch Nordrhein-Westfalen bis ins Sauerland. Von dort stammt seine bis dato letzte Ortung. Ein paar Tage wird Bernd vermutlich noch durch Deutschland streifen. Beobachter, vor allem in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg, sollten also entsprechend vorbereitet sein, wenn plötzlich ein imposanter Bartgeier am Himmel auftaucht.
Das Bartgeier-Auswilderungsprojekt in den Alpen
Bereits 1978 wurde ein internationales Projekt zur Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen gestartet. Nachdem ein umfassendes Zuchtprogramm in Zoos von ganz Europa aufgebaut worden war, konnten 1986 die ersten Bartgeier im österreichischen Rauris in die Freiheit entlassen werden. Seither sind in mehreren Freilassungs-Regionen fast 200 junge Bartgeier ausgewildert worden. Die Bartgeier fanden sich im Alpenraum erstaunlich gut zurecht. Inzwischen haben sich mehrere Paare gebildet und 1997 flog mit „Phénix“ der erste in der Natur geschlüpfte Jungvogel aus seinem Horst in Hochsavoyen aus. Seither sind fast 100 junge Bartgeier in der Natur geschlüpft und ausgeflogen. Im Projekt BARTGEIER UNTERWEGS werden junge, freigesetzte Bartgeier mit kleinen Satellitensendern markiert. Dadurch können die Streifzüge ausgewilderter Bartgeier kontinuierlich verfolgt werden. Auch Bernd wurde im Rahmen dieses Projektes mit einem Satellitensender markiert.
Wir drücken allen Beobachterinnen und Beobachtern die Daumen, dass noch mehr die unternehmungsfreudige Bartgeier-Dame zu Gesicht bekommen!
Mit dem Projekt „Faszination Alpenvögel“ startet der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) ein spannendes Pilotprojekt in den Allgäuer Hochalpen und im Karwendelgebirge. In Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein (DAV) und dem DDA sowie den Gebietsbetreuern für die Allgäuer Hochalpen und das Karwendel ruft der LBV alle Naturfreunde dazu auf, ihre beim Wandern beobachteten Alpenvögel zu melden. Durch die Mitmachaktion sollen Lücken über die Verbreitung seltener Vogelarten wie Steinadler und Zitronenzeisig in den bayerischen Alpen geschlossen werden. [mehr] Trotz der hohen Bedeutung der bayerischen Alpen sind die Kenntnisse über Bestände, Vorkommen und Verbreitung der Gebirgsarten, darunter viele gefährdete Brutvogelarten, immer noch lückenhaft. Das geht aus dem Atlas deutscher Brutvogelarten (ADEBAR) hervor. Und das, obwohl jährlich Tausende von Menschen in den bayerischen Alpen unterwegs sind. Hier setzt das Projekt „Faszination Alpenvögel“ an. Dabei sollen 2013 möglichst viele Wanderer und Besucher motiviert werden, in den Projektgebieten Allgäuer Hochalpen und Karwendel ausgewählte Alpenvögel zu melden, um die Grundlagen für das Ergreifen effizienter Maßnahmen zum Schutz unserer Alpenvögel zu verbessern. Angesprochen werden sollen Menschen, die ihre Beobachtungen bislang noch nicht dem LBV und dem DDA z.B. via ornitho.de zu Verfügung gestellt werden.
„Alpenvögel faszinieren und begeistern jeden Wanderer. Jeder, der uns seine Beobachtungen meldet, hilft mit, wichtige Informationen für die Wissenschaft und den Vogelschutz zu liefern“, so Diplom-Biologin Brigitte Kraft von der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Schwaben. Dazu wurden umfangreiche Informationsmaterialien für Wanderer erstellt, die es auch weniger geübten Vogelbeobachtern ermöglichen, Alpenvögel zu bestimmen und zu melden. Darüber hinaus werden die LBV-Gebietsbetreuer im Rahmen ihrer Tätigkeit Führungen mit dem Schwerpunkt Alpenvögel anbieten. Außerdem freut sich der LBV sehr, mit dem Deutschen Alpenverein einen kompetenten Partner gewonnen zu haben, der ihn in beiden Projektgebieten unterstützt. So werden Wanderer an ausgewählten DAV-Hütten an bestimmten Terminen gezielt betreut, um ihnen vor Ort einen faszinierenden Einblick in die Welt der Alpenvögel zu ermöglichen.
Ausgewählte, im Rahmen des Projektes gesammelte Beobachtungsdaten werden von den Gebietsbetreuern des LBV in ornitho.de eingetragen. So stehen die Daten direkt für wissenschaftliche und naturschutzfachliche Auswertungen zur Verfügung.
In den Alpen gibt es etwa 200 Vogelarten. Etwa ebenso viele weitere Arten nutzen sie als Durchzugs- oder Rastgebiet. Lediglich 50 Vogelarten sind oberhalb von 2.000 Metern zuhause. Es leben dort Vogelarten, die weltweit nur in Europa vorkommen, und dabei ihren Verbreitungsschwerpunkt in den Alpen haben, so wie der Zitronenzeisig. Die Alpen sind auch Rückzugsgebiet für ehemals in Europa weiter verbreitete Arten, die bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts intensiv verfolgt wurden, wie der Steinadler. An den Alpen treffen unterschiedliche Klimabereiche zusammen: das mediterrane, kontinentale und atlantische Klima. Somit können alpine Lebensräume sowohl wärmeliebende Arten als auch solche aus gemäßigten Bereichen und sogar kälteliebende Arten beherbergen, was die Alpen zu einem Hotspot der Artenvielfalt macht.
Objektivfüllende Ausblicke auf heimische Vogelarten sowie ein buntes Programm rund um die Welt der Vögel bietet die HanseBird 2013 in Hamburg. Zahlreiche Aussteller informieren am kommenden Wochenende auf dem Außengelände der Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe in Hamburg über die richtige Optik zum Beobachten und Fotografieren. Daneben können die Besucher der HanseBird viel über Outdoor-Ausrüstung und Naturreisen erfahren oder zwischen Kunstwerken und Fachliteratur stöbern. Hersteller von Naturschutzprodukten präsentieren sich neben Ausflugszentren und Vogelschützern, allen voran die Gastgeber vom NABU Hamburg. Auf vielen Hundert Quadratmetern Messefläche erwarten die Besucher das Neueste aus den Bereichen Vogelbeobachtung, Naturfotografie und Outdoor-Zubehör. Außerdem gibt es spannende Veranstaltungen und viel Interessantes, Nützliches oder einfach Schönes rund um die gefiederten Freunde. [mehr] Der DDA wird in einem Vortrag am Samstag Nachmittag Möglichkeiten und spannende Ergebnisse aus ornitho vorstellen sowie das ganze Wochenende die eigenen Publikationen an einem Messestand anbieten.
Alle Aussteller, alle Vorträge, alle Highlights finden Sie unter www.hansebird.de. [weniger anzeigen]
17.05.2013
Lesetipp: Neuer Artikel „Von der Energiewende zum Biodiversitäts-Desaster — zur Lage des Vogelschutzes in Deutschland“
In der soeben erschienenen Ausgabe der Zeitschrift „Die Vogelwelt“ bilanziert Martin Flade die aktuelle Bestandsentwicklung der Brutvogelarten Deutschlands vor dem Hintergrund der Auswirkungen der aktuellen Klima- und Energiepolitik.
Im Gegensatz zu einigen beachtlichen Erfolgen beim Schutz seltener und attraktiver „Flaggschiffarten“ fällt die Bilanz für Allerweltsarten wie Feldlerche, Haussperling und Bluthänfling deutlich negativer aus. Die Ergebnisse aus dem Monitoring häufiger Brutvögel des DDA zeigen für den Zeitraum ab 1991 für die 115 häufigsten deutschen Brutvogelarten ein alarmierendes Bild: 23 signifikant zunehmenden Arten stehen 51, also mehr als doppelt so viele, signifikant abnehmende Arten gegenüber. Insbesondere hat sich die Lage der Brutvögel der Agrarlandschaft dramatisch verschlechtert. Doch auch die Bestände anderer Vogelgilden entwickeln sich wenig hoffnungsvoll: Während sich die Situation der Vogelarten der Gewässer und Feuchtgebiete noch relativ stabil darstellt, ist die Bilanz in den übrigen Lebensräumen, vor allem im Siedlungsraum, negativ. [mehr] „Der massive Ausbau erneuerbarer Energien, vor allem der nahezu ungehemmte Anbau nachwachsneder Rohstoffe für die Erzeugung von Bioenergie, missachtet essentielle Belange des Naturschutzes“, so der Autor. Mit dramatischen Konsequenzen für den Schutz der heimischen Biodiversität: Schon jetzt sei absehbar, dass die von der EU und den Vereinten Nationen festgelegten Biodiversitätsziele nicht mehr erreicht werden können. Unbesehen der Notwendigkeit eines effektiven Klimaschutzes zur Abwendung der Folgen des globalen Klimawandels riefen die nach Ansicht Flades übereilt ergriffenen Energiewende-Maßnahmen Nebenwirkungen hervor, die das eh schon dramatische Artensterben noch beschleunigen und durch die bekannten Effekte einer verfehlten Landwirtschaftspolitik multipliziert würden.
Der lesenswerte Diskussionbeitrag kann hier heruntergeladen werden. [weniger anzeigen]
08.05.2013
Birdrace 2013: Favoriten haben bei überwiegend herrlichen Bedingungen die Nase vorn
In der Nachricht zum Start des zehnten Birdraces am 4. Mai schrieben wir noch, dass keine akute Sonnenbrandgefahr bestünde. Das Wetter am Samstag lehrte uns größtenteils etwas anderes und der gesamte Norden Deutschlands erlebte einen der schönsten Tage dieses Frühjahres. Viele der insgesamt 191 Teams traten glücklicherweise dort an, so dass die meisten der 711 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen herrlichen Tag in der Natur trotz der Strapazen eines Birdraces hoffentlich auch etwas genießen konnten. [mehr]
Nur in einem Band vom Saarland entlang der Mittelgebirge bis zur Rhön und dem Thüringer Wald lag ein zunächst hartnäckiges Regengebiet, das das sich erst gegen Nachmittag auflöste und lokal sogar für Dauerregen sorgte. So schrieben „Pro Nationalpark Nordschwarzwald“ über ihre Highlights „Dauerregen und Nebel, kein einziger Specht“; das ist die Höchststrafe für ein Birdrace! Das Regengebiet wanderte im Laufe des Nachmittags ostwärts und bescherte Hessen, Bayern und Baden-Württemberg immer wieder einzelne kräftige Schauer, die sich im Alpenvorland teils auch länger hielten. Dort zeigte sich die Sonne vielerorts gar nicht oder allenfalls für wenige Stunden und die Temperaturen blieben auch teils deutlich unter 20 °C. Für ein Birdrace sind das jedoch durchaus vorteilhafte Bedingungen, zumal sich der Wind weitgehend zurückhielt: Viele Arten singen länger, ziehen nicht ab und Durchzügler kommen vom Himmel. Das bescherte beispielsweise den Erlanger Biebmätzla trotz „Sauwetter bis 10 Uhr“ einen neuen regionalen Rekord, den Grenzgängern im hessisch-thüringischen Grenzgebiet 12 Limikolenarten und HGON Kelkheim mit fünf Limikolenarten einen neuen Kreisrekord.
Nördlich der Mittelgebirge herrschte hingegen eitel Sonnenschein und mancherorts schien den ganzen Tag die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Das sorgte nicht nur für frühsommerliche Temperaturen von um die 20 °C, sondern auch für teils nachhaltig rote Köpfe. Für ein Picknick im Grünen oder den ersten Tag im Freibad sicherlich beste Bedingungen, für hohe Artenzahlen hingegen nicht unbedingt: So wurden vielerorts die geringen Limikolen-Zahlen beklagt, viele Durchzügler hatten die klare Nacht zuvor offenbar zum Abzug genutzt und tagziehende Arten flogen sehr hoch über die Beobachter hinweg. Aber das ist Nörgeln auf allerhöchstem Niveau! Die Bielefeld Birders 5.0 brachten es nach dem feuchten Vergnügen im vergangenen Jahr auf den Punkt: „KEIN Mauersegler, dafür aber KEIN Regen!“ und die Nachtschwalben freuten sich über ihr „schönes Havelland bei bestem Wetter“.
Cuxland wieder vorne, Usedommeln gelingt fast die „grüne Überraschung“
Die Usedommeln stießen nicht nur mit ihren sensationellen 160 Arten und ihrem zweiten Platz die Diskussion an, ob das Birdrace zukünftig nicht ausschließlich umweltfreundlich sein sollte.
„Puh, dass war knapp!“ werden sich die Favoriten aus dem Cuxland gedacht haben, als sie am Morgen danach auf das Ergebnis schauten. Mit 162 Arten hatten sie am Ende doch wieder die Nase vor der Konkurrenz und standen somit zum siebten Mal ganz oben auf dem Treppchen. Doch nur hauchdünn dahinter und mit sensationellen 160 Arten in den Satteltaschen kamen die Usedommeln ins Ziel. Damit steht erstmals ein umweltfreundliches Team auf dem Siegertreppchen! Sie sind damit unsere „Meister der Herzen“ des zehnten Birdraces, da sie mit ihrem 102-Kilometer-Ritt eindrucksvoll zeigten, dass hohe Artenzahlen auch umweltfreundlich möglich sind (mehr dazu unten). Mit nur einer Art weniger kamen Gätkes Erben, die Dauerbrenner aus Lüneburg, auf Rang drei und waren damit wiederum bestes binnenländisches Team. Sie verpassten damit ihren eigenen „Binnenland-Rekord“ von 160 Arten nur um eine mickrige Art. Diese fehlte letztendlich auch den Speedbirdern aus dem Raum Leipzig für den Sprung aufs Podium, doch angesichts eines „super Laufs“ und einer Steigerung um weitere drei Arten sowie dem unangefochtenen ersten Rang in der Singvogelwertung werden auch sie sicherlich hochzufrieden ins Bett gefallen sein und den Tag noch lange in Erinnerung behalten. Mit 153 Arten, mit denen sie ihre bisherige Bestleistung einstellten, kam das Asiola-Quartett auf Rang fünf, wiederum nur ein Kreuzchen vor dem Team Havelland und knapp vor den FRItissen aus Friesland, die ihren Rekord aus dem Vorjahr um eine Art verbessern konnten und sich nun ebenfalls zum illustren „Club150“ zählen dürfen.
Knapp an diesem vorbei schrammten auch in diesem Jahr wieder Pody & Co. aus dem Kreis Plön, die als zweitbestes Fahrradteam mit 148 Arten auf Rang acht ins Ziel rauschten und damit die Auto fahrende kreisinterne Konkurrenz der Kielibris um gleich vier Arten abhängte. Chapeau! Auf dem Rad entgeht einem eben weniger, da man Augen und Ohren (zwangsläufig) dauerhaft offen hält. Ebenfalls 144 Arten sahen oder hörten die beiden Brandenburger Teams, die Nachtschwalben aus dem Havelland und Pornithos aus der Uckermark, die damit die Top10 dieses Jahres beschließen. Die Latte für diese lag damit auch in diesem Jahr wieder sehr hoch.
Dahinter reihen sich (perlhuhnartig) zahlreiche radelnde Teams auf und klopften schon einmal an den Top10 an: Hamburch mein Perlhuhn und Wannacks Topti(c)ker mit 138, die Harry-Potter-Fans von Dumbledores Armee mit 137 (die fürs nächste Jahr bereits einen Angriff nach vorne ankündigten) sowie Bördnix vom Dümmer und Soviel Arten du brauchst! aus Hamburg mit je 136 Arten, die auch die Thüringer Becken-Birder (allerdings mit motorisierter Unterstützung) nach hause brachten.
136 Arten und blauer Himmel über Hamburg, da kann man schon mal abheben (oder es versuchen), meinen Soviel Arten du brauchst!
Nicht weniger als 106(!) der 191 Teams erreichten oder durchbrachen übrigens die 100-Arten-Schallmauer. Herzlichen Glückwunsch allerseits! Alle, die sie teils nur knapp verfehlten, werden sie im kommenden Jahr sicher ins Visier nehmen. Doch am Ende zählt in der Regel nicht die Platzierung, sondern die Freude über einen ganz besonderen Tag draußen in der Natur. „Ich kann nur sagen: es war UNGLAUBLICH!! Das hat echt ein riesigen Spaß gemacht, wir haben so viel gesehen ... fantastisch! Da rückt die Platzierung einfach nur in den Hintergrund“ schrieb einer der Elbspötter. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Go green! Umweltfreundliche Variante immer beliebter und eine echte Alternative
141 Kilometer strampelten die rADLERaugen quer durchs westliche Münsterland — das ist rekordverdächtig und ganz großer Sport!
90 Teams — und damit fast die Hälfte aller Teams — verzichteten in diesem Jahr auf ein Auto und verließen sich ausschließlich auf ihre Muskelkraft und den öffentlichen Nahverkehr. Diese, in diesem Jahr durch das Wetter sicherlich unterstützte Entwicklung hin zu einem umweltfreundlichen Birdrace begrüßen wir ausdrücklich! Mit dem Birdrace wollen wir auch auf die Bedeutung einer vielfältigen und artenreichen Landschaft hinweisen; umweltfreundliche ist das selbstredend wesentlich überzeugender.
Mit ihren sensationellen 160 Arten pulverisierten die Usedommeln ihre bisherige Bestleistung von 153 Arten förmlich und lagen an diesem Tag, an dem bei ihnen offenbar alles zusammenpasste, um mehr als eine Radlänge vor der Konkurrenz. Die schlief aber auch nicht (oder nur wenig) und nahm auch die Beine nicht hoch, sondern strampelte 85 Kilometer und vom Meer auf 130 m über dieses hoch und kam wie im vergangenen Jahr auf 148 Arten, die Pody & Co. damals zum Sieg bei den grünen Team führten. Sogar 120 km nahmen Wannacks Topti(c)ker unter die Räder und kamen damit — exakt wie vor einem Jahr — auf den geteilten dritten Platz mit den Freunden von Lotto King Karl, Hamburch mein Perlhuhn, bei denen der Ticker auch erst bei 138 stehen blieb. Dahinter ging es eng zu: Dumbledores Armee aus Nordfriesland marschierte beim ersten Start gleich auf Platz fünf, knapp gefolgt mit je 136 Arten von Soviel Arten du brauchst! aus Hamburg und Bördnix vom Dümmer, die ihre bisherige Bestmarke um sagenhafte 13 Arten steigern konnten und damit souverän in die Top10 rauschten. Auch die Oderhuehnchen sowie die Erlanger Biebmätzla hatten ihre Ketten offenbar bestens geschmiert und stiegen mit je 135 Arten und neuen persönlichen bzw. Kreisbestmarken sicher glücklich vom Rad. Gleichfalls mit dieser Artenzahl schwebte die Raumpatrouille Oriolus abends beim wohlverdienten Bier ein und durfte einmal mehr auf den prestigeträchtigen Landesmeistertitel in NRW anstoßen. Die Erlanger Biebmätzla dürfen sich zudem als süddeutsche Meister feiern lassen. Herzlichen Glückwunsch!
Radelnd zur süddeutschen Meisterschaft: Darauf gab′s bei den Erlanger Biebmätzla einen verdienten fränkischen Obstler.
Wiederum nur um eine Art an den Top10 vorbeiradelten die Angeliter Ornis aus Schleswig- Flensburg, die alleine in ihren Heim-NSG, der Geltinger Birk, auf 120 Arten kamen und damit die Bedeutung dieses Gebietes eindrucksvoll unterstrichen. Viele Teams können von diesen Artenzahlen auch am Ende eines ganzen Tages nur träumen! Knapp dahinter flogen die Griffin Wood Warblers mit 132 über die Ziellinie, knapp vor Ex-Perdix aus Münster mit 130.
Die Alsterwasserläufer ließen vernünftigerweise das Auto stehen und schwangen sich auf die Räder. 116 brachten sie auf ihrer Runde durch Hamburg mit nach hause.
Eigentlich hätten alle grünen Teams eine besondere Würdigung verdient, alleine es fehlt der Platz in dieser ohnehin Jahr für Jahr umfassenderen Nachlese. Doch einige müssen einfach noch gesondert erwähnt werden, etwa die GOLDENEn AUErhähne aus dem Kyffhäuserkreis, die auf 128 Arten kamen und diese ausschließlich zu Fuß erarbeiteten. Obgleich die Goldene Aue auf kleinem Raum sehr viele Lebensräume aufweist, ist das schon eine besondere Leistung. Die nach den uns vorliegenden Informationen längste Strecke haben die rADLERaugen aus dem Westmünsterland unter die Räder genommen und auf sage und schreibe 141 Kilometern ihre 113 Arten hart erkämpft. Bei den Newcomern von Team YOBO – You Only Bird Once war jede einzelne Art bezogen auf die gefahrenen Kilometer sogar noch härter erarbeitet: Auf ihren 100 km kamen sie auf 105 Arten.
Mit einem zusätzlichen Handycap mussten Der Blinde und die Taube leben: Ein Kettenriss erzwang einen 10 km langen Fußmarsch bis zum Ersatzfahrrad. Dennoch schafften sie noch 100 Arten, was insgesamt 42 Fahrradteams gelang. Respekt!
Ihnen und allen anderen Radlern wünschen wir gute Erholung für Waden und Sitzfleisch!
Sollte das Birdrace nicht gänzlich umweltfreundlich sein?
Griffin Wood Warblers
Mit ihren Teamfotos trugen die Usedommeln und die Griffin Wood Warblers diese immer wieder gestellte und heiß diskutierte Frage in die Öffentlichkeit. Wäre Deutschland überall so flach wieder der Norden, fiele es uns sicherlich bedeutend leichter, eine Entscheidung zu treffen, zumal die meisten Teams, die aufs Fahrrad umstiegen, ihre Artenzahlen sogar steigern konnten und von dem viel intensiveren Naturerlebnis begeistert waren. Aber im Mittelgebirge ein Birdrace nur zu Fuß, mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln zu bestreiten, ist — ohne die Leistung irgendeines Teams aus dem Flachland schmälern zu wollen — eine ganz andere Herausforderung. Wir werden uns zu dieser wichtigen Frage ausführlich Gedanken machen und möglicherweise auch alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Jahres einmal zu ihrer Meinung befragen.
Die Dauerbrenner aus dem Kreis Lüneburg, Gätkes Erben, standen bislang in der Singvogel-Sonderwertung immer auf dem Treppchen.
Diese Sonderwertung wurde 2007 eingeführt, da alle Teams ohne Zugang zur Küste in der Gesamtwertung v.a. aufgrund der fast nur dort anzutreffenden Arten seit jeher das Nachsehen haben und bislang noch nie den Sprung ganz an die Spitze schafften. Der Vorteil liegt vor allem bei den Nicht-Singvogelarten, der mit dieser Sonderwertung „ausgeglichen“ wird. Die Überlegung ging auf: Bei allen bisherigen Rennen lagen Teams aus dem Binnenland vorne. So auch in diesem Jahr.
Mit herausragenden 81 Arten stellten die Speedbirder ihren im vergangenen Jahr aufgestellten Rekord ein und konnten mit deutlichem Vorsprung ihren Vorjahressieg wiederholen. Ihren hervorragenden fünften Platz in der Gesamtwertung gründet sich somit zur über der Hälfte auf Singvogelarten. Kein anderes Team auf den vorderen Plätzen hatte einen so hohen Anteil. Auf Rang zwei mit 77 Arten kam das Team Havelland ein, das damit sein zweitbestes Ergebnis sowohl hinsichtlich der Arten als auch der Platzierung erreichte. Auch im siebten Rennen auf dem Treppchen standen Gätkes Erben, die auf nur eine Art weniger kamen. Für die Singvogelwertung ist neben einer vielfältigen Landschaft auch die exzellente Kenntnis dieser die Voraussetzung für einen vorderen Platz. Es wundert deshalb nicht, dass es allesamt sehr erfahrene Teams sind, die sich in dieser Wertung seit Jahren um die ersten Plätze balgen. Ihre bisherige Bestleistung von 73 stellten die Thüringer Becken-Birder ein und erreichten damit einen sehr guten vierten Platz, den sie sich mit den Cuxländern teilten; nur einmal erreichten sie mehr. Den sechsten Platz teilen sich die drei Fahrradteams Pody und Co., Usedommeln und Griffin Wood Warblers mit den Göttinger Sozialbrachvögeln, die offenbar einen sensationellen Tag erlebten (s.u.). Damit teilen sich die drei Teams auch den ersten Platz in der grünen Singvogelwertung!
Gleich sechs Teams durften sich an 71 Singvogelarten erfreuen, zwei weitere über 70 — auch sie allesamt arrivierte Teams, die ihr „Revier“ sehr gut kennen. Mindestens 70 Singvogelarten sahen oder hörten insgesamt 17 Teams — so viele wie nie zuvor.
YOBO bestens Nachwuchsteam
Das Team YOBO — You Only Bird Once hatte in der Nachwuchswertung und unseres Erachtens auch in der Style-Wertung mit ihrem T-Shirt die Nase vorn.
19 Jahre oder jünger muss die Mehrzahl der Teammitglieder sein, um sich als Nachwuchsteam bezeichnen zu dürfen. Immerhin acht Teams meldeten sich in diesem Jahr in der „Küken-Kategorie“ an. Mit einer Ausnahme waren alle mit dem Fahrrad unterwegs. Als einziges Team knackte das Team YOBO — You Only Bird Once aus Sylt die 100-Arten-Marke und lag damit im „Inselduell“ um satte 13 Arten vor den Spiekerockern, die auf Spiekeroog den ganzen Tag kein Rotkehlchen finden konnten und mehrere weitere Arten unglücklich verpassten. Vielleicht klappt′s im nächsten Jahr mit dem Sprung ganz nach oben. Mit 91 und nur einer Art weniger erreichten Friends of the Hörnumer Nehrung ebenfalls von Sylt Platz drei, wiederum ein Kreuzchen vor den FÖJels, die in der Mecklenburgischen Seenplatte beachtliche 90 Arten erreichten und die einzige Sperbergrasmücke in diesem Jahr entdeckten.
BO-BACHTER zum zehnten Mal in der Spendenwertung vorne!
Ganz cool mit neuem Rekord zum 10. Sieg in der Spendenwertung. Herzlichen Dank Team BO-BACHTER für die großartige Unterstützung!
Kurz vor dem Start kündigte das Team BO-BACHTER bereits an, dass sie sich anlässlich des Jubiläums bei der Spendensuche noch einmal ordentlich ins Zeug gelegt haben und sie somit ein „achtbares Spendenergebnis“ werden vorweisen können. Das Ergebnis ist nicht nur achtbar, es verdient Hochachtung: Bei 3.994 Euro blieb das Spendenbarometer stehen! Das ist ein neuer Rekord, und mit nur einer Art mehr hätten sie die 4.000-Euro-Marke erstmals übersprungen, die sicher insgeheim das Ziel war. Es wird sie deshalb sicher besonders wurmen, dass sich im gesamten Stadtgebiet von Bochum keine Türkentaube blicken lassen wollte.
Sie behalten damit ihre virtuelle Krone als Spendenkönige auch im zehnten Jahr. Für dieses großartige Engagement für ADEBAR und ornitho danken wir den BO-BACHTERN ganz besonders! Wir können nur erahnen, wie viel Engagement ein solches Ergebnis bedeutet. Wir hoffen im Sinne der unterstützen bundesweiten Projekte, dass sie ihrer Krone alle Ehre machen, die Könige ja bekanntlich nur selten zu Lebzeiten abgeben.
Auf hervorragende 2152,90 Euro kamen die „ewigen Zweiten“ in der Spendenwertung, Birding for Nature aus Bonn, die trotz 29(!) Spenderinnen und Spendern mit dem Werbewirbel und der Finanzkraft der Bochumer in diesem Jahr nicht ganz mithalten konnten. Möglicherweise ebenfalls angestachelt durch das Jubiläum übersprang auch die HGON Kelkheim mit 1.300 Euro die 1.000-Euro-Schallmauer deutlich und landete damit wiederum auf dem dritten Platz. Sie verhinderten damit, dass die Newcomer von Team YOBO — You Only Bird Once mit 630 Euro aus dem Stand aufs Treppchen sprangen. Sie liegen jedoch unseres Erachtens in der selbstredend höchst subjektiven Wertung für das stylishste T-Shirt ganz vorne!
Die BORseeschwalben steuerten auch in diesem Jahr wieder über 500 Euro bei. Herzlichen Dank!
Dahinter ging es sehr eng zu: Die BORSeeschwalben aus dem Westmünsterland lagen mit 590 Euro knapp vor den Famous Grouse Birdern aus dem benachbarten Münster, die auf 562 Euro kamen, knapp gefolgt von den Hamburger Alsterwasserläufern, die als Neulinge dank elf Spendern auf Anhieb 448,60 Euro beisteuern konnten, hauchdünn vor Pody und Co. mit 446 Euro sowie Ex-Perdix, die nur einen einzigen Euro weniger einfuhren.
Insgesamt 41 Teams konnten mind. 100 Euro für ornitho einwerben. Es wird also eng in der Lostrommel, wenn die Glücksfee die/den Gewinner des Wanderfalken von Bernd Pöppelmann ziehen wird. In der Summe trugen 75 Teams dazu bei, dass ornitho.de wiederum mit fast 19.000 Euro unterstützt werden kann. Dafür danken wir allen Spenderinnen und Spendern sowie allen Teams, die in oft wochenlanger Vorarbeit die Spenden einwarben, auf Herzlichste für ihr Engagement! Alle Spenderinnen und Spender werden — so sie nicht anonym bleiben wollen — in Kürze auf ornitho.de unter „Unterstützung“ aufgeführt.
Besonderheiten und bemerkenswerte Entwicklungen
Einer der zwei Zwergflamingos, die am 4. Mai auf Borkum beobachtet wurden. Foto: A. Kramer
289 Vogelarten wurden nach dem aktuellen Stand der Datenübermittlung am 4. Mai 2013 beobachtet, 228 davon in Niedersachsen, 221 in Schleswig-Holstein und beachtliche 209 in NRW. Auch in diesem Jahr gab es leider kein Team, dass sich die Hochlagen der Alpen vorgenommen hatte, so dass einige weitere, sicher am Samstag in Deutschland anwesende Vogelarten nicht auf der diesjährigen Liste nicht auftauchen.
Sollten sie sich als Wildvögel herausstellen, wären zwei Zwergflamingos auf Borkum sicherlich die „Superknaller“ des Birdrace-Tages. Daneben ist der erste Birdrace-Eistaucher der Ammerseher auch jahreszeitlich sehr bemerkenswert. Mit vier, sicher nicht auf eigenen Schwingen nach Deutschland gekommenen Arten, einer Kanadapfeifente von PaderBird, einer Bahamaente der Ornis im Einsatz, einer Fleckschnabelente der Herford Birders sowie einer Brautente, die gleich drei Teams entdeckten, wurden insgesamt sechs Arten erstmals im Rahmen des Birdraces beobachtet. Die Liste der insgesamt im Rahmen der zehn Birdraces nachgewiesenen Vogelarten verlängert sich damit auf 339.
Bevor wir jedoch nachfolgend auf die (selbstredend etwas subjektiv ausgewählten) Highlights und bemerkenswerten Entwicklungen eingehen, noch ein Wort zu den Arten, die eigentlich fast alle Teams auf der Liste haben sollten, die jedoch inzwischen insgesamt oder regional nur noch recht spärlich vorkommen. So schrieben die Meister aus dem Cuxland „Erschreckend ist die nur noch geringe Siedlungsdichte vieler einst häufiger Brutvögel — das macht richtig Arbeit!“ und die Godenberger aus Malente fügten an „Manche Allerweltsart nur noch handverlesen!“. Neben den typischen Feldvogelarten wie Rebhuhn und Feldlerche sind das auch Arten wie Bluthänfling oder Turteltaube, die in unserer immer intensiver genutzten Offenlandschaft nur noch wenig Raum finden. Da die Teams einen Tag lang intensiv nach allen Arten suchen, sind das Birdrace und die während dessen gesammelten Eindrücke ein guter Hinweis für die zurückgehende Häufigkeit dieser Arten, das die Ergebnisse des bundesweiten Vogelmonitorings unterstreicht. In diesem Zusammenhang sei auf den Beitrag zu den Veränderungen vor allem in der so genannten „Normallandschaft“ von Martin Flade aus dem aktuellen Heft in der „Vogelwelt“ verwiesen: „Von der Energiewende zum Biodiversitäts-Desaster – zur Lage des Vogelschutzes in Deutschland“ (PDF).
Unter den eher seltenen Arten ist eine Ringelgans am Dümmer im südlichen Niedersachsen bemerkenswert, die die Gallier von Bördnix erspähten. Abseits der Nordseeküste, wo sich gerade Zehntausende zum Zug in die Arktis die Bäuche rund fressen, sind Ringelgänse sehr selten. Generell sehr selten ist die Pazifische Ringelgans, die Wir grillen auf Borkum hoffentlich nur beobachteten, die aber nicht zählbar ist, da es sich um eine Unterart handelt.
Mindestens vier verschiedene Kurzschnabelgänse wurden vom Unteren Niederrhein, in der Region Hannover, im Havelland sowie auf Fehmarn beobachtet. Im Gegensatz zu den Vorjahren wurde dieses Mal keine Rothalsgans entdeckt, von denen an der Nordseeküste in den Tagen vor dem Rennen noch mehrere beobachtet wurden (s. ornitho).
Erstaunlich viele Singschwäne wurden entdeckt, wobei es sich neben „hängengebliebenen“ Vögeln auch um einzelne Brutvögel handeln dürfte, wie z.B. in Sachsen-Anhalt, wo es nach einem starken Verdacht im letzten Jahr nun offenbar zu einer Brutansiedlung kam. Der wieder einmal einzige Zwergschwan war den Usedommeln im äußersten Nordosten vergönnt. Diese sind zu dieser Jahreszeit eigentlich längst in Richtung Arktis abgezogen.
Unter den Enten beglückten mind. fünf Moorenten Teams in Münster sowie im Oberbergischen Kreis in NRW, im hessischen Schwalm-Eder-Kreis, im Kyffhäuser-Kreis in Nordthüringen sowie in Sachsen-Anhalt. Interessanterweise wurden in den drei zurückliegenden Jahren keine Moorenten beobachtet! Moorenten sind jedoch leider oft zweifelhafter Herkunft (dürfen aber natürlich dennoch gewertet werden). Die recht zahlreichen Nachweise von Samtenten auch im Binnenland waren möglicherweise noch Überbleibsel des starken Einflugs im zurückliegenden Winter. Die in Stuttgart brütenden Nachtreiher hatten die Nachkrabben sicher fest eingeplant, etwas überraschter waren da vielleicht schon die Erlanger Biebmätzla sowie die Ammerseher. Ebenfalls drei Teams war ein Purpurreiher vergönnt, die — da in bekannten Brutgebieten beobachtet — wohl weniger überraschend auftauchten. Anders als die einzigen beiden Seidenreiher, die dem Team BRAUT aus Tübingen unverhofft begegneten.
Bei den Greifvögeln waren der Adlerbussard der Zeidlereulen aus dem Nürnberger Land sowie die Steppenweihe des Alb-Donaumoos-Kompetänzteams die bemerkenswertesten Beobachtungen. Darüber hinaus konnten sich drei Teams über einen Rotfußfalken freuen: Birding Bentheim aus Westniedersachsen, das Team Charadrius aus dem Donau-Ries Kreis sowie die Schwenker-Birders aus dem Saarland. Der Schwerpunkt der Nachweise liegt auch in diesem Jahr im Alpenvorland (s. ornitho). Beim Wespenbussard machte sich möglicherweise das sehr gute Wetter bemerkbar: Nur 2005 hatten weniger Teams einen auf der Liste.
Bei den Rallen war ein Wachtelkönig gerade einmal zwei Teams vergönnt; für diese Art findet das Birdrace einfach zu früh statt. Erstaunlicherweise konnten mehr Teams ein Kleines Sumpfhuhn hören als das deutlich häufigere Tüpfelsumpfhuhn. Diese sind vermutlich bereits mit der Brut beschäftigt und halten somit wohl bereits den Schnabel.
Nach dem starken Auftreten im vergangenen Jahr, das sich auch im Birdrace-Ergebnis niederschlug, machten sich die Stelzenläufer am Samstag (noch?) etwas rarer, dennoch beglückte mindestens einer immerhin fünf Teams. Das Auftreten auch weit im Nordosten lässt vermuten, dass das eine oder andere im vergangenen Jahr erfolgreiche Paar wieder zurückgekehrt ist (s. ornitho).
Recht viele Teams entdeckten einen Regenbrachvogel, eher rar machten sich hingegen Kiebitzregenpfeifer. Stolze 133 Seeregenpfeifer, und damit einen erheblichen Teil der verbliebenen Brutpopulation hierzulande, zählten die bekennenden Harry-Potter-Fans von Dumbledores Armee auf Sylt. Zusätzlich dürften auch die ca. 200 Sichelstrandläufer größere Freudensprünge bei ihnen ausgelöst worden sein, nicht zuletzt da sie eines von nur zwei Teams waren, denen diese im Frühjahr aufgrund ihres Schleifenzuges ziemlich seltene Art vergönnt war. ship assisted, die auf der Nordsee umherschipperten, verlängerten mit ihrer Schmarotzerraubmöwe die diesjährige Artenliste, gleiches gilt für die FRItisse, die die einzige und insgesamt erst dritte Birdrace-Skua entdeckten. Überdurchschnittlich häufig wurden Schwarzkopfmöwen von den Teams registriert, so viele wie noch nie im Rahmen eines Birdraces. Im Gegensatz dazu machten sich dieses Jahr Zwergmöwen eher rar, noch deutlicher war dieses „Tief“ bei der Trauerseeschwalbe zu erkennen. Möglicherweise flogen sie über viele binnenländische Feuchtgebiete ohne Zwischenrast hinweg. Selten wie auch in den Vorjahren waren Weißbart- und Weißflügel-Seeschwalbe; letztere wurde jedoch nur in Bayern von den Lechhopsern, den Uttenreuther Spatzenzähler sowie den Erlanger Biebmätzla beobachtet, wo seeschwalbenfreundliches Wetter herrschte. Die beiden seltensten Seeschwalbenarten waren wie immer Raub- und Lachseeschwalbe, die jeweils nur zwei Teams zusätzliche Motivation gaben. Bemerkenswert ist v.a. die Beobachtung einer Lachseeschwalbe durch die Wetteramseln in der hessischen Wetterau. Die Lachseeschwalbe ist im Binnenland die seltenste der regelmäßig auftretenden Seeschwalben.
Eine fast schon seltene Erscheinung war auch die Schleiereule, die gerade einmal 9 % der Teams auf der Liste hatten — der mit Abstand tiefste Wert aller Birdraces. Die schneereiche zweite Hälfte des Winters scheint ihnen offenbar nach den kalten Wintern zuvor noch mal einen „mitgegeben“ zu haben. Im Gegensatz dazu scheinen die Eisvögel den Winter recht gut überstanden zu haben, sie wurden in ähnlicher Größenordnung wie in den Jahren zuvor beobachtet (jedoch deutlich seltener als nach den milden Wintern Mitte des letzten Jahrzehnts!). Auch der Grünspecht, der als Standvogel ebenfalls nach kalten und schneereichen Wintern tendenziell seltener beobachtet wurde, erlitt offenbar keine größeren Verluste und wurde sogar wieder deutlich häufiger als in den Jahren zuvor gemeldet. Gleiches gilt für die Bartmeise, die wieder mehr Teams nachweisen konnten, nachdem sie unter den kalten Wintern zuvor doch offenbar merklich gelitten hatten. Auffallend häufig durfte ein Kreuz beim Kleinspecht gesetzt werden, der den höchsten Wert im Rahmen des Birdraces erreichte (30 % der Teams). Hier wirkte sich möglicherweise noch der kalte März aus, der für die höhere Aktivität der sonst Anfang Mai eher ruhigen Spechte verantwortlich gewesen sein könnte. Trotz des frühen Birdrace-Termins konnte ein Neuntöter von erstaunlichen 45 % der Teams notiert werden. Sie müssen also unmittelbar vor dem Birdrace in größerer Zahl eingetroffen sein.
Dem Waldlaubsänger steht nach den Birdrace-Meldungen ein gutes Jahr bevor: Mit 71 % konnten überdurchschnittlich viele Teams den charakteristischen Gesang hören.
Zu den Besonderheiten bei den Singvögeln zählen sicher auch die Rotkehlpieper, die der Raumpatrouille Oriolus aus Münster, den Wetteramseln sowie den GOLDENEn AUErhähnen aus dem Kyffhäuserkreis sicherlich einen zusätzlichen Motivationsschub gaben. Gleiches gilt für die Trauerbachstelzen, die mindestens sechs Teams, allesamt aus der westlichen Hälfte Deutschlands, beglückte. Einen Halsbandschnäpper fernab des Brutgebietes entdeckten die Birdracer SU im Rhein-Sieg-Kreis und ein sehr später Seidenschwanz beflügelte die elbersdorfer turmfalken. Und last but not least steuerten Pro Nationalpark Nordschwarzwald den einzigen Zitronenzeisig bei. Vielleicht entschädigt das etwas für den Frust bei Nebel und Dauerregen.
Die inzwischen interessante Übersicht der Birdrace-Ergebnisse im Vergleich der letzten zehn Jahre findet sich hier.
Bundesländer
Nordrhein-Westfalen
Leider ohne Rebhuhn (wie keines der elf Teams in Münster!) kamen — nomen est omen — Ex-Perdix mit beachtlichen 130 Arten auf Rang drei in NRW.
Mit 61 angemeldeten Teams war das bevölkerungsreichste Bundesland wieder unangefochtene Spitze, und es herrschte über dem ganzen Land fast den ganzen Tag herrlicher Sonnenschein und der Wind frischte nur am Nachmittag und am frühen Abend etwas stärker auf; herrliche Bedingungen also für ein Birdrace. Im Duell um die Birdrace-Hauptstadt ging es in diesem Jahr zwischen den Erzrivalen aus Münster und Herford unentschieden 11:11 aus, jedoch nur, da in Münster zwei Teams am Birdrace-Tag verletzungs- oder krankheitsbedingt nicht aufs Fahrrad steigen konnten (und daran führt in der Fahrradstadt Münster natürlich kein Weg vorbei!). Damit traten allein in diesen Kreisen mehr Teams an als in den meisten Bundesländern!
Am Ende ging der Landesmeistertitel nach einem einjährigen „Ausflug“ ins Rheinland im letzten Jahr wieder in den westfälischen Landesteil. Um eine mickrige Art lag die radelnde Raumpatrouille Oriolus am Ende mit 135 Arten vor den Zeugen Limosas, die sich hoffentlich dennoch über ihr bislang mit Abstand bestes Ergebnis freuen konnten. Mit sehr beachtlichen 130 Arten hüpften Ex-Perdix aus Münster (in der Tat leider ohne Rebhuhn) direkt im zweiten Jahr nach ihrer Gründung aufs Treppchen. Sie sind damit eines von nur vier Teams, das in NRW 130 oder mehr Arten erreichte!
Auf Rang vier radelten Deutschlands Enthusiastischste Vogel Kucker ebenfalls aus Münster mit 127 Arten, denen mit 124 gleich drei Teams mit sehr guten Ergebnissen folgten, die überraschender Weise alle nicht aus Münster stammten (v.a. die dortigen Rieselfelder bieten einen oft nur schwer wettzumachenden Vorteil): die Gütersloher Gimpel, the early birds aus Minden-Lübbecke sowie PaderBird aus Paderborn.
Schleswig-Holstein
Ist da etwa diebische Freude hinter den Birdrace-Kappen zu erkennen? Sie wäre verdient: Mit 133 Arten erreichten die Belt-Brothers ihr mit Abstand bestes Ergebnis.
Auch im nördlichsten Bundesland steigt die Birdrace-Begeisterung immer weiter, in diesem Jahr hatten sich bereits 25 Teams angemeldet, deutlich über die Hälfte trat umweltfreundlich in die Pedale. Der Sieg ging auch hier an ein radelndes Team, Pody & Co., die mit 148 Arten die kreisinterne, jedoch auto-unterstützte Konkurrenz der Kielibris um vier Arten hinter sich ließen. Aufs Treppchen radelten sich wieder einmal die „alten Hasen“ von Wannacks Topti(c)ker aus Lübeck und Umgebung, deren Ticker bei 138 Arten stehenblieb. Direkt auf Rang vier sprangen die Newcomer von Dumbledores Armee, die gleichzeitig das beste Team von der Westküste waren. Mit etwas mehr Routine im kommenden Jahr werden sie den Ostseeküstenteams vielleicht schon die Vorherrschaft streitig machen. Jedenfalls hörte man aus Nordfriesland schon wieder ambitionierte Töne ... Dahinter rollten die Angeliter Ornis aus dem äußersten Nordosten mit 134 Arten knapp vor den Belt-Brothers, die sie auch Fehmarn beschränkten, ins Ziel. Bei letzteren lief es offenbar wie am Schnürchen, denn mit 133 Arten fuhren sie ihr mit Abstand bestes Ergebnis ein und durften sich über einen von zwei Raufußbussarden freuen. Dahinter folgten die Westeseher — ebenfalls von der Ostseeküste — mit 121 Arten sowie die Godenberger, die sich auf das Gebiet der Gemeinde Malente beschränkten und auf der nur 69 km² großen Fläche auf sehr beachtliche 120 Arten kamen.
Auf Helgoland ließen die hohen Favoriten von Gätkes Schergen mit 93 nichts anbrennen und lagen um 13 Arten vor den Neulingen der VOGEL(W)ARTENRACER.
Niedersachsen
Die Göttinger Sozialbrachvögel vor arttypischer Kulisse lange bevor sie mit 135 Arten eine Marke setzen, die möglicherweise sehr lange in Südniedersachsen Bestand haben wird.
So lange die Cuxländer beim Birdrace antreten, geht der oberste Platz auf dem niedersächsischen Treppchen nur über den bundesweiten Sieg. Und so gleicht dieses fast dem bundesweiten, denn hinter Cuxland folgten Gätkes Erben und die FRItisse, alle mit mind. 150 Arten auf der Liste. Da hat es die radelnde Konkurrenz natürlich schwer, die mit Bördnix jedoch immerhin schon bis auf Platz vier vordrang und die Göttinger Sozialbrachvögel mit 135 um eine Art und Birding Bentheim um drei Arten in Schach halten konnten. Dahinter folgen bereits die Leinehänflinge ebenfalls aus Göttingen, die trotz eines neuen Regionalrekordes nur die Schwanzfedern der Göttinger Sozialbrachvögel sahen. Deren Flug auf 135 Arten gleicht nach ihren bescheidenen Einschätzungen dem 8,90-Satz von Bob Beamon bei der Olympiade 1968 in Mexico-City (mehr zum Rekordrennen in Südniedersachsen s. hier).
Eine ganz neue Konkurrenz entwickelte sich in diesem Jahr zwischen den Inseln im niedersächsischen und hamburgischen Wattenmeer: von Borkum im Westen bis Neuwerk im Osten gingen auf fünf Inseln sieben Teams an den Start. Das „Inselrennen“ entschieden schließlich die leegehähne aus Norderney mit 120 vor den Langeooger Inselspökern mit 109 Arten für sich.
Im Gegensatz zu den vorgenannten Bundesländern ist die auto-risierte Version bislang noch deutlich beliebter: nur zehn der 23 Teams traten in der umweltfreundlichen Kategorie an. Bis auf den äußersten Süden des Landes ist es in Niedersachsen aber doch ziemlich flach. Also: Hop on your bikes, Niedersachsen!
Baden-Württemberg
Schummeln is nich: Die Neckarstrandläufer scheinen aber auch mit ihren 103 frei fliegenden Arten bei ihrem ersten Birdrace durchaus zufrieden zu sein.
Mit inzwischen 16 Teams und direkter Konkurrenz in mehreren Kreisen entwickelt sich auch im Musterländle so langsam eine Birdrace-Kultur. Wie schon in den letzten Jahren hatte am Ende die Rumpftruppe des Alb-Donaumoos-Kompetänzteams mit 118 die Nase knapp vor den Stuttgarter Nachtkrabben, die mit 113 ein sensationell gutes Ergebnis erreichten. Noch aufs Treppchen als gleichzeitig bestes grünes Team im grün-roten Bundesland hüpften die Schwarzwälder KOWA-Küken mit 106 vor den dauerveregneten Nationalpark-Freunden von Pro Nationalpark Nordschwarzwald, die ebenso wie die Frischlinge der Neckarstrandläufer noch die 100-Arten-Marke übertrafen. Mit besserem Wetter bzw. mehr Erfahrung könnten sie den etablierten Teams durchaus zur Konkurrenz werden.
Hessen
Lässig und entspannt zum ersten Platz in Hessen: die Grenzgänger beim Coffee-Stop
Quer durch Hessen verlief die Grenze zwischen dem sonnigen Norden und dem teils regnerischen Süden. Während aus dem Norden und der Mitte keiner Beschwerden kamen und sogar das „tolle Fahrradwetter“ oder das fehlende Handtuch zum Baden bei den Highlights genannt wurden, beklagten die Gersprenzgucker aus Darmstadt-Dieburg „Regen, Regen und nochmals Regen“. So ist es eben bei Frischluft-Sportarten und wir hoffen auf ausgleichende Gerechtigkeit im kommenden Jahr. Dank 12(!) Limikolen- und 7 Spechtarten und ihrem dementsprechend mit Abstand besten Ergebnis lagen die Grenzgänger am Ende knapp vor den letztjährigen Siegern aus der Wetterau, den Wetteramseln, die auf 132 Arten kamen. Mit 124 Arten hielten die EderSeaWatcher die Ornis im Einsatz um eine Art auf Distanz und schubsten sie noch vom Treppchen. An diesem schnupperte aus der Distanz das beste radelnde Team, die SEHadler NABU Fronhausen. Hier merkt man deutlich, dass das hessische Bergland ohne Auto eine bislang nicht in Angriff genommene Herausforderung darstellt. Wer wagt sich also als erster umweltfreundlich in die Berge?
Auf ein Neues 2014!?
Das Birdrace 2013 ist Geschichte, doch das nächste wirft bereits seine Schatten voraus. Wird es ganz „grün“? Die Angeliter Ornis hätten sicher nichts dagegen!
Das Birdrace 2013 ist Geschichte und vieles, aber längst nicht alles erzählt. Also auf ein Neues im nächsten Jahr. Wie schrieb ein Teilnehmer im Nachgang zum diesjährigen Rennen so treffend: „Birdrace ist wie Weihnachten: Man freut sich lange drauf und dann geht es viel zu schnell vorbei". In diesem Sinne hoffen wir, dass der Samstag mit vielen schönen Erinnerungen noch lange im Gedächtnis bleibt, wünschen allen gute Erholung von den Strapazen und freuen uns auf das 11. bundesweite Birdrace am 3. Mai 2014.
Zuvor wird aber noch die Glücksfee ihres Amtes walten. Wir drücken die Daumen! [weniger anzeigen]
04.05.2013
An die Gläser, fertig, los — Birdrace 2013 gestartet
Mit der Rekordbeteiligung von 194 Teams fiel um Mitternacht der Startschuss zum mittlerweile zehnten bundesweite Birdrace. Damit sind zum neunten Mal in Folge mehr Beobachterinnen und Beobachter in (fast) allen Bundesländern unterwegs und erkunden die Vielfalt der Vogelwelt in ihrer Region. Die Voraussetzungen für hohe Artenzahlen sind den Wettervorhersagen zufolge gut und die Bedingungen fair: Von Flensburg bis Konstanz sind Höchsttemperaturen von 17–20 °C angekündigt, selbst an den Küsten wird der Wind nur wenig das morgendliche Vogelkonzert stören und mit Ausnahme des Südwestens soll es auch nur ab und an regnen. Ansonsten gibt es fast überall eine gesunde Mischung aus Sonne und Wolken, akute Sonnenbrandgefahr wie vor zwei Jahren besteht also nicht und Erfrierungen sind auch in den frühen Morgenstunden nicht zu erwarten. Größtenteils sollte es etwas Thermik für Greifvögel geben, die zudem vor Wolken generell besser zu erkennen sind als vor strahlend blauem Himmel. Und ab und an ein Schauer kann auch für so manche unverhoffte Überraschung sorgen ... Es ist also angerichtet, für ein weiteres spannendes, arten- und erlebnisreiches Birdrace! [mehr] Die alljährlich wiederkehrende Frage „Schafft es das Team Cuxland wieder?“ wird heute um Mitternacht beantwortet sein. Bei den günstigen Wetteraussichten und Tidenzeiten dürfte es allerdings schwer werden, die „Birdrace-Bayern“ von ihrem Thron zu kippen und ihnen ihren siebten Titel streitig zu machen. Vielleicht gelingt es ihnen ja sogar, ihren eigenen Rekord von 174 Arten aus dem Jahr 2009 zu übertreffen? Aber das Runde muss auch beim Birdrace erst einmal ins Eckige, sprich eine Art auch von der Mehrzahl der Teammitglieder gesehen oder gehört worden sein. Und Gätkes Erben aus Lüneburg, die ihnen schon mehrmals sehr nahe kamen, werden sicherlich erst mit dem Abpfiff um Mitternacht die Ohren wieder auf Durchzug stellen. Gleiches gilt für die FRItisse aus Friesland, die sich in den letzten Jahren immer weiter nach vorne schoben. Immer für eine Überraschung gut sind auch die Teams von der Ostseeküste, wie das Asiola-Quartett, die Kielibris, Wannacks Topti(c)ker, Pody & Co. oder die Usedommeln. Dennoch: Es gelang erst einmal einem Team von der Ostseeküste, die Konkurrenz von der Nordsee hinter sich zu lassen. Und ohne Zugang zur Küste muss schon alles zusammenpassen, wenn es mit dem Treppchen klappen soll. So wie im vergangenen Jahr bei Gätkes Erben und den Speedbirdern aus Sachsen, die sich den zweiten Platz teilten, knapp vor dem Team Havelland, das ebenfalls weit ab der Küste unterwegs ist.
Diese Teams werden vermutlich aber wieder in der Sonderwertung „Singvögel“ vorne liegen, die zum Ausgleich des Küstenvorteils eingeführt wurde. Bislang hatte hier immer ein Team aus dem Binnenland die Nase vorn. Ein Platz auf dem „Stockerl“ in dieser Konkurrenz ist ebenfalls sehr prestigeträchtig und dementsprechend „heiß“ geht es auch in dieser Kategorie zu. Bei 81 Singvogelarten steht der Rekord der Speedbirder, aufgestellt im vergangenen Jahr. Viel Luft nach oben ist da nicht mehr.
Umweltfreundliche Variante immer beliebter ...
98 Teams und damit erstmals über die Hälfte aller Teams sind ausschließlich mit dem Fahrrad, zu Fuß oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Das verdient allerhöchsten Respekt, denn 20 oder mehr Stunden Birdrace ist an sich schon eine sportliche Herausforderung, in der umweltfreundlichen Variante aber erst Recht. Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung, da wir mit dem Birdrace in gewisser Weise für den Erhalt einer artenreichen Vogelwelt demonstrieren. Umweltfreundlich ist das selbstredend noch überzeugender!
Durch die hohe Beteiligung an der „grünen“ Variante des Birdraces wird ein vorderer Platz in dieser Sonderwertung immer prestigeträchtiger und vielleicht wird es bald sogar die eigentliche Champions League des Birdraces sein. Alle Teams, die in den vergangenen Jahren hier die Nase vorn hatten, treten auch in diesem Jahr wieder in die Pedale, so auch die Titelverteidiger von Pody und Co aus dem Kreis Plön, die Usedommeln aus Vorpommern, die mit 153 Arten nach wie vor den Rekord in dieser Kategorie halten, Wannacks Topti(c)ker aus Ostholstein, die 2011 den Sieg einfuhren, die Angeliter Ornis und so manch neues oder erstmals radelndes Team, das vielleicht für eine Überraschung sorgen kann.
... und Frauen auf dem Vormarsch!
Bei knapp 90 % liegt der Männeranteil bei den Ehrenamtlichen im bundesweiten Vogelmonitoring. Weshalb das so ist, bleibt ein Rätsel. Denn dass Frauen Vögel unattraktiver finden als Männer, ist schwer zu glauben. Vielleicht ist bei Männern der Trieb des Jagens und Sammelns stärker ausgeprägt? Dieser weist ja durchaus gewisse Ähnlichkeiten mit der Vogelbeobachtung auf, insbesondere wenn sie als Wettbewerb ausgetragen wird wie bei einem Birdrace. Umso erstaunlicher ist der mit rund 25 % erfreulich hohe Frauenanteil in diesem Jahr. Auch bei ornitho liegt er mit 17 % deutlich über dem bundesweiten Vogelmonitoring. Vielleicht gelingt es ja tatsächlich — wie vor einigen Jahren gehofft — durch die neuen Ansätze mehr Frauen für dieses vielfältige und spannende Hobby zu begeistern?
Haben die BO-BACHTER auch zum zehnten Mal die Nase vorn?
Was bezüglich der Gesamtartenzahl das Team Cuxland ist, ist im Rennen um den „Birdrace-Spendenkönig“ das Team BO-BACHTER aus Bochum. In allen(!) neun Birdraces hatten sie die Nase vor der Konkurrenz. Im vergangenen Jahr kamen ihnen ihre Dauerrivalen, Birding for Nature aus Bonn, aber schon bedrohlich nahe. Es ist also davon auszugehen, dass die Bochumer sich ausgerechnet im Jubiläumsjahr nicht geschlagen geben wollen und sich vermutlich noch mehr als schon in den Jahren zuvor ins Zeug gelegt haben. Beide Teams werden sicherlich bis zuletzt taktieren und die in wochenlanger Arbeit eingesammelten Spenden erst kurz vor dem Rennstart bekannt geben.
Wer auch immer am Ende vorne liegen oder für eine Überraschung sorgen wird, gewinnen wird am Ende auf jeden Fall ornitho.de, dem die Spenden auch in diesem Jahr für Betreuung und Weiterentwicklung zugute kommen werden. Dafür möchten wir uns schon jetzt bei allen Spenderinnen und Spendern sowie allen Teams, die sich dafür engagiert haben, ganz herzlich bedanken!
Doch egal, ob es nun der erste oder einer der weiteren Ränge in einer der Kategorien wird, letztendlich sind alle ...
... mit viel Spaß unterwegs
Zumindest lassen das die vielen pfiffigen und wortwitzigen Teamnamen erahnen, die mit dem Klischee der „spaßbefreiten“ Welt der Vogelbeobachter einmal mehr aufräumen. So bekennen sich die „Anonymen Limikoliker“ klar zu ihrem Laster, den Watvögeln (Limikolen), „Bördnix“ hissen am Dümmer wiederum für einen Tag die gallische Fahne, die „Tübinger Kernschmeisser“ verursachen hoffentlich nicht zu viel Ärger im sauberen Schwobaländle und die „Lechhopser“ lassen selbiges angesichts der frischen Temperaturen hoffentlich bleiben.
Ziemlich überzeugt von sich selbst scheinen die „SHAuvinisten“, die in Baden-Württemberg sicher nicht nur die „WNdehälse“ hinter sich lassen wollen. Die „VIE-Waldis“ hoffen vielleicht neben einem Waldwasserläufer auch auf vier Jahreszeiten, eher rockig versuchen es hingegen „VIE will rock you“ und die „Spiekeroocker“ an. Und bei „Hamburch mein Perlhuhn“ ist etwas Lotto King Karl nicht zu überhören.
„Wir grillen“ scheinen es eher entspannt anzugehen und hoffen vielleicht eher auf „Die knusprigen Sommergoldhähnchen“ oder eines der „Oderhuehnchen“ als auf ein Rebhuhn. Nach locker baumeln lassen klingt es auch bei „Suutje in Weimar“, nach ordentlich Düsentrieb hingegeben bei den „Turbotauben“, ebenso bei den „Avinauten“ und „Raumpatrouille Oriolus“, die wohl wieder auf Höhenflüge hoffen. Und „Die Brandweingänse“ sollten vielleicht besser auf ein Auto verzichten, was die „Alsterwasserläufer“ bereits in weiser Voraussicht tun.
In diesem fröhlichen Sinne wünschen wir allen Teams einen an positiven Überraschungen und Erlebnissen reichen Tag ohne Platten, Pech und Pannen! [weniger anzeigen]
„Seltene Vögel in Deutschland 2010“ beinhaltet neben dem Seltenheitenbericht für das Jahr 2010 Beiträge zur Arbeit von Seltenheiten- kommissionen sowie zum Auftreten von Zwergsumpfhuhn und Rötelschwalbe in Deutschland.
"Vögel in Deutschland 2011" beschäftigt sich anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Ramsar-Konvention mit Wasservögeln außerhalb der Brutzeit und dem Feuchtgebietsschutz in Deutschland.
Status, Karten, Brut- und Rastbestände, Rote Liste-Status, rechtlicher Schutz ... all das finden Sie in unserem Informationssystem Vögel in Deutschland
Das Buch gibt einen aktuellen Überblick über die Programme, Methoden, Konzepte, Anwendungs- gebiete und Auswertungsmöglichkeiten des Vogelmonitorings. Die Monitoring-Programme häufiger Brutvögel, seltener Brutvögel sowie rastender Wasservögel werden ebenso vorgestellt wie die organisatorischen Voraussetzungen eines international relevanten Vogelmonitorings in Deutschland. Die Darstellung weiterer Projekte wie ADEBAR runden den Überblick ab. Überdies werden Vorteile und Möglichkeiten des Online-Portals ornitho.de für die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und das Monitoring beschrieben. Bezug:
BfN-Schriftenvertrieb: Tel.: 0 25 01 / 8 01-3 00, Fax: 0 25 01 / 8 01-3 51 oder im Internet
Fehlermöglich- keiten bei der Spechtkartierung, die Verwendung von Vogelstimmen im Fernsehen am Beispiel der Kriminalserie Tatort, durch den Neuntöter ausgelöstes Mobbing-Verhalten bei Singvögeln, der Brutnachweis der Heringsmöwe in Weißrussland und ein Bericht zur Lage des Vogelschutzes in Deutschland sind Themen der aktuellen Ausgabe. Mehr Informationen
Wiesenvogelschutz, Neozoen, Steinkäuze, Wildgänse, Greifvogelschutz, Birdrace, Vogelkunde, das sind alles Themen der aktuellen Falke-Ausgabe, die dieses Mal einen klaren Schwerpunkt auf Nordhrein-Westfalen setzt. Hinzu kommt die ebenfalls in NRW liegende Dingdener Heide als Beobachtungstipp, es gibt einen Rückblick über 10 Jahre Birdrace und als Art wird der Haubentaucher vorgestellt.
Schauen Sie doch mal beim Falke Journals vorbei.
"Der Falke" hat das Sonderheft „Vögel im Wald“ herausgebracht. Mit zahlreichen Artikeln aus den Bereichen Naturschutz, Biologie und Vogelschutz im Wald gibt das Heft Auskunft über die aktuelle Gefährdung und Möglichkeiten der Wälder und einiger ausgesuchter Waldarten. Mehr Informationen
Mit einer Förder- mitgliedschaft im DDA helfen Sie uns, die Monitoringprogramme zu organisieren und die Ergebnisse zeitnah in Schutzmaßnahmen einfließen zu lassen. Aufnahmeantrag[ 112kb ]
Das Methoden- handbuch ist wieder gedruckt verfügbar und kann für 29,80 € bestellt werden.