Methoden

So wird ABEBAR entstehen – die Erfassungsmethoden

Verbreitung des Uhus 2004 in Deutschland. Verbreitung des Uhus 2004 in Deutschland.
Quelle: DDA
Grundlage der bundesweiten Erfassungen ist das Netz der Topografischen Karte 1:25.000 (TK25, früher auch als Messtischblatt oder MTB bezeichnet). Insgesamt 3.003 Kartenblätter werden in den Jahren 2005–2008 kartiert. Jede TK25 hat eine mittlere Größe von annähernd 126 km² und wird von einem Mitarbeiter federführend bearbeitet. Dafür stehen ein bis zwei, in Ausnahmefällen auch drei Kartierjahre zur Verfügung. Die Bearbeitung einer TK25 kann auch von mehreren Mitarbeitern oder einer Arbeitsgruppe übernommen werden, die sich die Gesamtfläche oder die zu erfassenden Arten untereinander aufteilen. Je nach Häufigkeit der Vogelarten führen unterschiedliche Erfassungsmethoden zum besten Ergebnis. Es wurde daher vereinbart, den Brutvogelatlas auf drei Säulen aufzubauen und die Arten in drei Gruppen einzuteilen:
  • Seltene Arten, viele Koloniebrüter

    Austernfischer. Foto: L. Ritzel Austernfischer.
    Foto: L. Ritzel
    Für eine Reihe von Arten liegen im Rahmen von speziellen Arterfassungen, Landesprojekten und bundesweiten Programmen ( DDA-Monitoring gefährdeter und geschützter Arten) flächendeckende Informationen zu Verbreitung und Häufigkeit vor. Diese werden in das Atlaswerk integriert. Auch wenn keine zusätzliche Zeit in die flächige Erfassung dieser Arten auf der TK25 investiert werden muss, sollten alle Nachweise im Meldebogen dokumentiert werden.

  • Allgemein verbreitete und häufige Brutvögel

    Weibliche Mönchsgrasmücke Weibliche Mönchsgrasmücke
    Foto: S. Achtermann.
    Die Bestandsschätzungen für die häufigen Arten werden auf Basis von Hochrechnungen erstellt. Diese Hochrechnungen basieren auf mittleren Dichtewerten pro Lebensraum und Region, die aus der Bearbeitung von 100 ha großen Probeflächen stammen. Dazu werden die im Rahmen des Monitorings häufiger Brutvogelarten in der Normallandschaft erhobenen Daten verwendet. Um die Datendichte für die Hochrechnungen zu erhöhen, sollten für den Atlas möglichst viele zusätzliche, aus der Zufallsziehung stammende Kilometerquadrate (Ersatzflächen) einjährig bearbeitet werden.
    Bei der flächendeckenden Bearbeitung einer TK25 – also der eigentlichen Atlasarbeit – reicht für jede dieser häufigen Arten der Hinweis, dass sie als Brutvogel vorkommt, also eine rein qualitative Angabe. Liegen vor Ort genauere Informationen zur Bestandsgröße vor, beispielsweise wenn eine anderswo häufige Art lebensraumbedingt in einer TK25 nur sehr selten vorkommt, sollen die Bestände im Meldebogen in Klassen (falls möglich, auch exakt) angegeben werden.
    Die Kartiermethode wird im Untermenü Häufige Arten detailliert erläutert. Dort findet sich auch eine Liste der bundesweit als "häufig" eingestuften Arten.

  • Mittelhäufige Arten, Arten mit großen Revieren und punktuell konzentriertem Vorkommen

    Rebhuhn. Foto: H. Weindorf Rebhuhn.
    Foto: H. Weindorf.
    Die Erfassung der sogenannten mittelhäufigen Arten mit in der Regel spezialisierten Lebensraumansprüchen macht die eigentliche Atlasarbeit aus. Diese Arten sind zu selten, um ihren Bestand und ihre Verbreitung über das gesamte Bundesgebiet verlässlich über die Probeflächen hochrechnen und zu häufig, um sie einzeln erfassen zu können.
    Um die Bestände für die TK25 zu schätzen, kommt daher eine Methode zur Anwendung, die dieser Mittelstellung gerecht wird: einige, z.B. auf Gewässer beschränkte Arten werden recht genau, andere, wie z.B. mittelhäufige Siedlungsarten, über "Probeflächen" erfasst und anschließend für die TK25 oder den TK25-Quadranten "hochgeschätzt". Ziel ist es, mit möglicht geringem Aufwand möglichst zuverlässig die Bestände einer der folgenden Klassen zuordnen zu können:

    1 BP, 2–3 BP, 4–7 BP, 8–20 BP, 21–50 BP, 51–150 BP, 151–400 BP, 401–1.000 BP, 1.001–3.000 BP, 3.001–8.000 BP, > 8.000 BP

    Beispiel:
    Sie kartieren die geeignetsten Flächen für Rebhühner und kommen auf diesen "Probeflächen" auf etwa 30 Reviere. Da in den restlichen Flächen maximal noch 10 Reviere hinzukommen, können Sie sicher sagen, dass es nicht mehr als 50 Reviere werden. Sie müssen daher keine Rebhühner mehr gezielt kartieren (obgleich Beobachtungen während der weiteren Kartierungen selbstverständlich notiert werden), da sie sicher der Klasse "21–50 BP" zugeordnet werden können.
    Bei vielen Arten wird man über ein gezieltes Aufsuchen der bekannten Vorkommen oder der geeignetsten Habitate zu einer verlässlichen Einstufung kommen. Zusätzliche Zeit sollte dann für Arten aufgewandt werden, bei denen man vermutet, dass man im Grenzbereich zweier Klassen landen wird. Es ist also sehr hilfreich, stets den Überblick über den aktuellen Stand der Kartierungen zu haben.
    Daten aus Kartierungen rückwirkend bis ins Jahr 2000 können bei der Bestandsabschätzung berücksichtigt werden. Wurden zum Beispiel im Jahr 2002 im Rahmen der Kartierungen zum "Vogel des Jahres" Mauersegler erfasst, so kann auf diese Daten zurückgegriffen werden und es muss nicht noch einmal kartiert werden, wenn damit die sichere Einstufung in eine der Klassen möglich ist.
    Für die Bearbeitung einer durchschnittlichen TK25 sollten 60 bis 80 Stunden (verteilt auf ein oder zwei Jahre) eingeplant werden. Um auch für einen TK25-Quadranten verlässliche Klasseneinstufungen vornehmen zu können, muss man mit etwa der Hälfte an Bearbeitungszeit rechnen (und nicht etwa ein Viertel, wie man meinen könnte). Einige Bundesländer nutzen die Gelegenheit und wiederholen ältere Atlaskartierungen, die häufig auf TK25-Quadranten basieren.

    icon downloadAusschnitt aus dem Meldebogen [ 423 kb ].

    Detailliertere Hinweise zu den Erfassungsmethoden erhalten Sie auf den entsprechenden Untermenüs. Bitte starten Sie Kartierungen niemals auf eigene Faust, sondern kontaktieren Sie bei Interesse an einer Mitarbeit stets den zuständigen Landeskoordinator!

 

Am Samstag den 6. Mai ist es wieder soweit: Teams von 3-5 Beobachtern versuchen in 24 Std. so viele Vogelarten wie möglich zu entdecken und sammeln Spenden für die Unterstützung von ornitho.de. 2016 waren 291 Teams dabei. Schaffen wir dieses Jahr noch einmal mehr?
Seit Anmeldestart haben sich 174 Teams registriert.
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Vögel in Deutschland

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Bild„Vögel in Deutschland 2014“ behandelt auf über 70 Seiten die Hintergründe der in Vögel in Deutschland 2013 beobachteten Bestandsveränderungen sowie die Umsetzung der EU-Vogelschutzrichtlinie in Deutschland.

BildDas Methoden- handbuch ist wieder gedruckt verfügbar und kann für 29,80 € bestellt werden.