Seltene Vögel in Deutschland 2010 - page 29

Seltene Vögel in Deutschland 2010: 10–49
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Schleswig-Holstein
: 10.10.2010 Sylt, Hörnum, Kreis
Nordfriesland, Foto (Peter Schleef). * 16.-17.10.2010
Sylt, Puan Klent, Kreis Nordfriesland, 1es KJ, Foto
(Peter Schleef, Martin Kühn).
Mecklenburg-Vorpommern
: 11.10.2010 Greifswalder
Oie, Kreis Vorpommern-Greifswald, 1es KJ, Fotos,
Fang (Toni Becker, Christoph Weinrich). * 12.10.2010
Greifswalder Oie, Kreis Vorpommern-Greifswald,
Fotos, Fang (Toni Becker, Christoph Weinrich).
* 31.10.2010 Greifswalder Oie, Kreis Vorpommern-
Greifswald, 1es KJ, Fotos, Fang (Claire Stavaux, Chris-
toph Weinrich).
Eine deutliche Zunahme der Nachweise ab 2001 mit
nun fast alljährlichem Vorkommen gipfelte 2010
in dem bisher stärksten Auftreten in Deutschland
(Abb. 11) und unseren Nachbarländern: In Großbri-
tannien wurden 2010 alleine 30 Nachweise erbracht
im Vergleich zu insgesamt 68 Nachweisen bis 2009
(H
udson
et al. 2011). In Finnland hat der Brutbestand
stark zugenommen: zwischen 12.5.2010 und 10.8.2010
mind. 395 Reviere in Ost- und Nordostfnnland (z.B.
G
antlett
2010),wasmit einemallgemeinenBestands-
anstieg amwestlichenArealrand zusammen hängen
dürfte. Aufgrund des späten Zuggipfels im Oktober
ist zu vermuten, dass die in Westeuropa festgestell-
ten Vögel überwiegend aus weiter östlich gelegenen
Brutgebieten und nicht aus Finnland stammen.
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Nonnensteinschmätzer
 Oenanthe pleschanka
(11-1)
Helgoland
: 22.11.2010 Düne, M, Foto (Klaus Müller).
NachmehrerenälterenNachweisenwurde seit 1977der
erste Nachweis 1988 dokumentiert. Seitdem zeigt sich
eine leichteZunahmeder Feststellungenmit vierNach-
weisen 1990-1999 und sieben Nachweisen seit 2000.
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Balkan- oder Maurensteinschmätzer
Oenanthe melanoleuca/hispanica
(12-1)
Brandenburg
: 19.6.2010 Döberitzer Heide bei Elstal,
Kreis Havelland, M, PK (Frank Drutkowski).
Gemeldet als Balkansteinschmätzer, aber aufgrund
der Beobachtungsumstände erscheint eine sichere
Unterartenzuordnung nicht möglich und daher nur
als „Mittelmeersteinschmätzer“ anerkannt. Von elf
„Mittelmeersteinschmätzern“ seit 1977 wurden bis-
her zwei dem Balkansteinschmätzer zugeordnet, die
übrigen waren entweder Maurensteinschmätzer
O.
hispanica
(n = 5) oder die genaue Artzugehörigkeit
konntenicht sicher ermitteltwerden (n= 5).Diebeiden
vorherigen Nachweise von
O. melanoleuca
datieren
aus den Jahren 1993 und 1995.
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Saharasteinschmätzer
 Oenanthe leucopyga
(1-1)
Niedersachsen:
28.8.-30.10.2010 Hotel Deichgraf Wre-
men, Kreis Cuxhaven, 2es KJ, Fotos (TorstenGerlach,
Andreas Knipping, Ralf Aumüller u.a.).
Derselbe Vogel wurde vom30.6.-3.7.2010 inDänemark
beobachtet und vollzog dann in Deutschland seine
Komplettmauser, bevor er schließlich einem „Raub-
tier“ zumOpfer fel. Zuvor wurde er vonMitarbeitern
des Instituts für Vogelforschung „Vogelwarte Helgo-
land“ (IfV) gefangen und beringt. Trotz der Vermes-
sung konnten das Geschlecht und die Unterart nicht
sicher bestimmt werden. Eine Mauserfeder des Saha-
rasteinschmätzerswurde amIfVuntersucht. Die Deu-
terium-Werte deuten auf einen südlichen Ursprung
hin, was bedeutet, dass das Großgefeder mit großer
Wahrscheinlichkeit nicht inMitteleuropa gewachsen
ist (M. Förschler, schriftl.). Zieht man vom dänischen
Beobachtungsort über Wremen hinaus eine Linie,
erreicht diese Marokko, ein Brutgebiet der Art. Trotz
dieser Hinweise auf einenmöglichenWildvogel bleibt
unklar, woher er stammt und wie er nach Mitteleu-
ropa gelangte. Der erste deutsche und zugleich auch
der erste mitteleuropäische Nachweis erfolgte vom
9.-13.5.1986 in Bayern und wurde in die Kategorie D
der DeutschenArtenliste eingestuft (B
arthel
&H
elbig
2005). Der erste Nachweis des Saharasteinschmätzers
für Italiengelang am11.5.2010undwurdemittlerweile
inKategorieAunddamit alsWildvogel anerkannt (COI
2012).Die Einordnung des dänischenNachweises steht
derzeit noch aus (R. Christensen, schriftl.).
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Alpenbraunelle
  Prunella collaris
(31-1)
Baden-Württemberg
: 26.4.2010 Feldberg, Kreis Breis-
gau-Hochschwarzwald, Foto (Daniel Kratzer).
Zum1.1.2011 als regelmäßiger deutscher Brutvogel von
der nationalenMeldeliste gestrichen. Alle Nachweise
abseits der Brutgebiete sind künftig bei den AKs zu
dokumentieren.
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Spornpieper
 Anthus richardi
(379-19)
Helgoland
: 23.9.2010 (Martin Gottschling, Jochen
Dierschke). * 24.9.2010 (Martin Gottschling).
Foto 42:
Nonnensteinschmätzer –
PiedWheatear – Oenanthe
pleschanka.
Foto: K. Müller. Helgoland, November 2010.
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