Das Projekt

Rotmilan —Land zu Leben

rotmilan Projektlogo Um die Situation des Rotmilans in Deutschland zu verbessern, haben sich im Projekt „Rotmilan — Land zum Leben“ drei bundesweit im Natur- und Artenschutz engagierte Organisationen zusammengetan: Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL), die Deutsche Wildtier Stiftung und der DDA.

In neun Projektregionen aus insgesamt sieben Bundesländern soll die Landnutzung und Landschaftsstruktur so verbessert werden, dass sich die Lebensqualität für den Rotmilan erhöht und dadurch Brutbestand und Bruterfolg gesteigert werden. Akteure aus der Landschaftspflege beraten als Praxispartner die in den Projektgebieten aktiven Land- und Forstwirte über Möglichkeiten einer rotmilanfreundlichen Landnutzung. Die beteiligten Land- und Forstwirte bewirtschaften ihre Flächen als ökologische Vorrangflächen oder schließen Naturschutzverträge mit den Bundesländern ab. So sollen nicht nur der Rotmilan, sondern viele weitere bedrohte Arten wie Feldhamster, Rebhuhn und Feldhase profitieren.

Als Projektträger ist der DVL für die Koordination und Leitung des Vorhabens zuständig. Aufgabe des DDA ist es, den Erfolg der in den Projektgebieten durchgeführten Landschaftspflegemaßnahmen zum Schutz des Rotmilans zu bewerten. Die Deutsche Wildtierstiftung übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung im Projekt.

Begleitforschung

Rotmilan Nest Nestkameras geben ungewohnte Einblicke in die ersten Lebenswochen junger Rotmilane.
Foto: Eckhard Gottschalk.
Die Verfügbarkeit von Nahrung zu verbessern ist neben einem effektiveren Schutz von Horsten vor Störungen das zentrale Anliegen des Projektes. Begleitend soll daher untersucht werden, wie sich die Nahrungssituation auf den Maßnahmenflächen entwickelt, ob die Flächen verstärkt zur Nahrungsaufnahme genutzt werden und welchen Effekt die Maßnahmen auf den Bestand und Bruterfolg in den Projektgebieten haben. Der DDA arbeitet bei den Forschungsarbeiten eng mit verschiedenen Rotmilanexpertinnen und -experten zusammen und setzt auf moderne Techniken der Feldforschung.

Zur Untersuchung der Nahrungsverfügbarkeit werden beispielhaft in verschiedenen Projektgebieten die Bestände von Kleinsäugern und Brutvögeln auf rotmilanfreundlich bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen erfasst. Zur Erfassung der Kleinsäugerbestände kommen Lebendfallen zum Einsatz, Brutvögel werden mittels Revierkartierung erfasst. Ergänzt werden die Untersuchungen zur Nahrungssituation durch die dauerhafte Überwachungen einzelner Nester mittels Videokameras. Sie sollen zeigen, welche Beute die Elterntiere bevorzugt ihren Jungen bringen und ob die Jungvögel im Umfeld durchgeführter Maßnahmen ausreichend mit Nahrung versorgt werden.

Um herauszufinden, wo die Altvögel nach Nahrung suchen und ob sie dabei bestimmte Maßnahmenflächen bevorzugen, sollen mehrere Rotmilane in verschiedenen Projektgebieten mit kleinen Sendern ausgestattet werden. Die 20g schweren Solar-Datenlogger haben zwei Schlaufen, mit denen der Sender dem Vogel wie ein Rucksack übergestreift wird. Mit einer Empfangsstation am Boden können die Bewegungen der besenderten Rotmilane und damit ihre Raumnutzung genau aufgezeichnet werden.

Zusätzlich wird in den verschiedenen Projektgebieten durch die Praxispartner oder in deren Auftrag jährlich der Bestand und Bruterfolg erfasst. Mit diesen Daten soll beurteilt werden, inwieweit sich die rotmilanfreundliche Land- und Forstbewirtschaftung positiv auf die Bestandssituation auswirkt. Dazu werden die Daten mit Ergebnissen des bundesweiten Atlasprojektes ADEBAR (Atlas Deutscher Brutvogelarten) der bundesweiten Rotmilankartierung 2011/2012 sowie des Monitorings Greifvögel und Eulen verglichen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier

 

Bild„Vögel in Deutschland “ behandelt auf über 70 Seiten die Erfsssung rastender Wasservögel.

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