Gänse und Schwäne

Jungvogelmonitoring Schwäne

Die Erfassung von Jungvogelanteilen und Familiengrößen bei überwinternden Schwänen

Singschwan-Famlilie Jungvögel lassen sich bei den drei einheimischen Schwanenarten im ersten Winter anhand der bräunlich-aschgrauen Gefiederfärbung leicht von den Altvögeln unterscheiden. Hier ein Singschwanpaar mit vier Jungvögeln. Rechts im Hintergrund frisst ein juveniler Höckerschwan, Lüneburg (Niedersachsen), Februar 2006.
Foto: Axel Degen
Zur Bestandsentwicklung und zu den Rastbeständen der in Deutschland durchziehenden und überwinternden Schwäne liegen zuverlässige Daten seit Ende der 1960er Jahre vor, wodurch die Veränderungen in den Rast- und Überwinterungszahlen, im jahreszeitlichen Auftreten und der räumlichen Verbreitung für mittlerweile fast vier Jahrzehnte beschrieben werden können. Über die Gründe dieser Veränderungen - gerade der Bestandsentwicklungen - wissen wir jedoch vergleichsweise wenig. Neben der Mortalität beeinflusst besonders der Bruterfolg die Populationsgrößen. Die Erfassung der Jungvogelanteile und Familiengrößen in den Überwinterungsgebieten liefern dazu wichtige Erkenntnisse - und dazu kann jeder seinen Beitrag leisten!

Erfassungen im Rahmen von Rastvogelzählungen

Bei den Rastvogelerfassungsprogrammen hat die möglichst exakte Erfassung des Gesamtbestandes eines Zählgebietes immer oberste Priorität! Oftmals ist es bei Schwänen aufgrund der meist recht kleinen Trupps und der guten Unterscheidbarkeit der Jungvögel jedoch ohne großen Zusatzaufwand möglich, die Individuen nach Alter zu differenzieren. Als Jungvögel gelten stets nur Individuen in ihrem ersten Winter bzw. Lebensjahr (nicht Kalenderjahr!).

Detaillierte Erfassungen erwünscht!

Entwicklung der Jungvogelanteile Singschwan Ems Entwicklung der Jungvogelanteile bei Singschwänen an der Mittelelbe (Amt Neuhaus, Landkreis Lüneburg) und im Emstal. Alle Daten stammen von Axel Degen. Die Daten aus den Niederlanden wurden dankenswerter Weise von K. Koffijberg (SOVON) zur Verfügung gestellt.
Ebenso wie bei den Gänsen gibt es auch bei Schwänen regionale Unterschiede in der Habitatwahl der Familien, weshalb detailliertere Erfassungen als sie im Rahmen von Rastvogelzählungen durchgeführt werden können, wünschenswert sind. Diese Erfassungen sollten möglichst regelmäßig und mindestens einmal pro Monat von Oktober bis März erfolgen, eine Bindung an bestimmte Zähltermine besteht nicht. Allerdings sind auch Zufallsbeobachtungen und besonders ältere Daten von großem Interesse.
Eine Übersicht über die Erfassungszeiträume gibt die nachfolgende Tabelle:

  Jungvogelanteile Familiengröße
Höckerschwan Oktober bis März Oktober
Zwergschwan Oktober bis März Oktober bis März
Singschwan Oktober bis März Oktober bis März

Hinweise zur Bestimmung der Jungvögel sowie zur Ermittlung der Familiengröße finden sich in einem Beitrag im Rundschreiben zum Wasservogelmonitoring:

  • Axel Degen: Die Erfassung von Jungvogelanteilen und Familiengrößen bei überwinternden Schwänen - ein wichtiger Beitrag zur Populationsforschung. DDA-Rundbrief zum Wasservogelmonitoring in Deutschland 2006/07, September 2006:
    zum Rundschreiben

Zählunterlagen

Die Eingabe der Daten kann direkt in eine speziell für das Jungvogelmonitoring von Schwänen entworfene Excel-Tabelle erfolgen:

Alternativ steht auch ein Erfassungsbogen zum Ausdrucken und zur Rücksendung per Post zur Verfügung. Bitte verwenden Sie wenn irgend möglich den Excel-Erfassungsbogen, da dieser automatisch in die Jungvogel-Datenbank importiert werden kann!

Hoffentlich werden bei Ihnen auch beringte Schwäne im Spektiv auftauchen. Eine nach wie vor aktuelle Übersicht über Beringungsprojekten bei Schwänen finden Sie im folgenden Beitrag:

  • Axel Degen: Farbmarkierungsprojekte an Schwänen - eine aktuelle Zusammenstellung für Deutschland. DDA-Rundbrief zum Wasservogelmonitoring in Deutschland, August 2005:
    zum Rundschreiben

 

Bild„Vögel in Deutschland “ behandelt auf über 70 Seiten die Erfsssung rastender Wasservögel.

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Vögel in Deutschland

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Bild„Seltene Vögel in Deutschland 2015“ beinhaltet neben dem Seltenheiten-bericht 2015 auch Beiträge zu Bulwersturmvogel, Zwergdrossel und über die Dokumentation von Seltenheiten.

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Bezug:
BfN-Schriftenvertrieb: Tel.: 0 25 01 / 8 01-3 00, Fax: 0 25 01 / 8 01-3 51 oder im Internet