Bekassine — Vogel des Jahres 2013

Kartiermethode

Bekassine (H. Glader) Der auffällige Balzflug mit dem typischen "Meckern" ist an windstillen Tagen weithin sicht- und hörbar.
Foto: H. Glader.
Eine ausführliche Anleitung finden Sie in unserem Kartierleitfaden.

1. Wählen Sie das Untersuchungsgebiet

Die Lebensräume der Bekassine sind heute stark verinselt und auf kleine Flächen zusammengeschrumpft. In vielen Bundesländern sind die Gebiete, in denen die Art zu erwarten ist, weitgehend bekannt und viele von diesen sind bereits als „Zählgebiete“ definiert. Gibt es in Ihrer Umgebung ein solches Zählgebiet, wählen Sie dieses einfach zur Bearbeitung aus. Sollte in Ihrer Umgebung noch kein Zählgebiet existieren, bearbeiten Sie einfach ein komplettes Viertel der Topographischen Karte im Maßstab 1:25.000 (TK 25/4, etwa 30 km²) und konzentrieren sich dabei auf die tatsächlich geeigneten Lebensräume oder legen ein neues Zählgebiet fest.

Alle möglichen Vorkommen und Zählgebiete können Sie unter der Rubrik „Mitmachen!“ ansehen und reservieren. Nach der Reservierung melden wir uns bei Ihnen und versorgen Sie mit Kartenmaterial. Gern helfen wir Ihnen auch bei der Auswahl eines geeigneten Gebietes und stehen Ihnen bei allen Fragen rund um die Kartierung zur Seite. Bitte melden Sie sich im Vorfeld der Kartierungen unbedingt bei uns, um Doppelerfassungen zu vermeiden!

2. Legen Sie die Zählstrecke fest

Zählgebiete und TK25-Viertel (TK25/4) sollen von öffentlichen Wegen und Straßen aus möglichst vollständig kartiert werden. Folgende Bereiche brauchen Sie jedoch nicht aufzusuchen, da hier keine Bekassinen zu erwarten sind: Waldgebiete, Siedlungen, Äcker, trockenes Grünland, komplett verbuschte Standorte und reine ungemähte Schilfbereiche. Richten Sie Ihr Augenmerk auf Nieder-, Hoch- und Übergangsmoore, Marschen, Feuchtwiesen, nasse Brachen, Verlandungszonen stehender Gewässer und auf die Ränder lichter Bruchwälder. Achten Sie besonders auf Bereiche, in denen der Grundwasserstand hoch ist, Schlammflächen vorhanden sind und die Vegetation licht und etwas höher wächst. Dort legen Sie am besten vorab auf der Karte eine Zählstrecke fest, die Ihr Gebiet möglichst umfassend abdeckt. Eine Tageszählstrecke kann bis zu acht Kilometer lang sein. Längere Zählstrecken sollten Sie in mehrere Tagesabschnitte teilen.

3. Beobachten und kartieren Sie

Ausgerüstet mit Karte, Schreibunterlage, Bleistift und Fernglas kann die Kartierung beginnen. Bekassinen sind gut zu erfassen, da der auffällige Balzflug an windstillen Tagen weithin sicht- und hörbar ist. Die Vögel balzen vor allem in der Morgendämmerung bis eine Stunde nach Sonnenaufgang sowie ab einer Stunde vor Sonnenuntergang bis zu Abenddämmerung. Besonders aktiv sind Bekassinen nach Regenschauern oder während warmer und feuchter Wetterlagen (Nieselregen). Windiges Wetter eignet sich nicht zur Kartierung.

Begehen Sie jede Zählstrecke dreimal, um durchziehende Vögel von ansässigen Brutvögeln unterscheiden zu können:

  • Termin 1: Mitte bis Ende April (balzende Altvögel)
  • Termin 2: Anfang bis Mitte Mai (balzende und sichernde Altvögel)
  • Termin 3: Ende Mai (balzende und warnende Altvögel)

Verwenden Sie für die drei Kontrollgänge separate Karten („Tageskarten“) und halten sie die Anzahl der Tiere (Einzelvogel/Pärchen) und deren Verhalten in den Karten fest, da dies wichtig für die spätere Auswertung ist. Typische Verhaltensweisen sind z. B. der meckernde Balzflug, die sowohl am Boden als auch im Flug geäußerten Erregungsrufe sowie das Warnen und Sichern. Alle wichtigen Kennzeichen finden Sie in der Jahresvogel-Broschüre und in jedem guten Bestimmungsbuch.

Die Mecker- und Verfolgungsflüge sind oft sehr großräumig und manchmal nur schwer einem Revier zuzuordnen. Vor allem dann, wenn mehr als ein Paar vorkommt, sollten die Tiere möglichst bis zur Landung beobachtet werden. In diesem Fall sind Beobachtungen von sichernden, rufenden oder Junge führenden Altvögeln am Boden oder auf Zaunpfählen besonders wichtig, da sie die Zentren der Reviere anzeigen. Achten Sie auch auf gleichzeitige Beobachtungen und markieren Sie diese auf der Karte, zum Beispiel mit durchgestrichenen Verbindungslinien. Grundsätzlich geben die oft gleichzeitigen Balzflüge mehrerer Altvögel (meist Männchen) in den Dämmerungsphasen jedoch einen guten Überblick über die ungefähre Anzahl der zu erwartenden Brutpaare.

Zusammen mit der Bekassine kommen weitere Arten vor, über deren Bestände wir mehr Informationen benötigen. Wenn Sie es sich zutrauen und Ihre Zeit ausreicht, erfassen Sie daher bitte auch folgende Arten: Krickente, Knäkente, Löffelente, Kranich, Kiebitz, Uferschnepfe, Großer Brachvogel, Rotschenkel, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen und Schilfrohrsänger.

4. Werten Sie aus

Anzahl und Lage der Bekassinen-Reviere
Übertragen Sie die Beobachtungen der drei Tageskarten in eine Ergebniskarte und notieren Sie zu jeder Beobachtung den Tag, am besten durch Buchstaben (z. B. A, B, C). Ein Bekassinen-Revier können Sie feststellen, indem Sie prüfen, ob eine der folgenden Aussagen zutrifft:

  • Sie haben zweimal balzende Altvögel beobachtet, wobei zwischen den Beobachtungen mindestens ein Abstand von sieben Tagen lag.
  • Sie haben einmal einen balzenden Altvogel beobachtet und einen weiteren Altvogel. Zwischen den Ereignissen sind mindestens sieben Tage vergangen. Einen der Vögel haben Sie zwischen Mitte April und Ende Mai gesehen.
  • Sie haben einmal einen warnenden Altvogel beobachtet.

Bitte geben Sie uns auch Nachricht, wenn Sie sicher ausschließen können, dass die Bekassine in dem von Ihnen untersuchten Zählgebiete oder TK25-Viertel brütet.

Lebensraum-Analyse
Um den Lebensraum für die Bekassine und andere Wiesenbrüter zu erhalten, werden bereits in vielen Gebieten Gräben verschlossen und die Flächen extensiv bewirtschaftet. Damit wir feststellen können, ob diese Maßnahmen zielführend sind, ist es besonders interessant, auch etwas über den Lebensraum zu erfahren. Machen Sie sich dazu am besten schon während der Kontrollgänge Notizen. Unterteilen Sie ihr Gebiet in Teilflächen wie Moor, Grünland, Verlandungszone von Stillgewässern… und nummerieren Sie diese durch. Bitte verwenden Sie für jedes Zählgebiet oder TK25-Viertel einen eigenen Meldebogen.

5. Senden Sie Ihre Ergebnisse ein

Machen Sie Kopien Ihrer Karte(n) mit den eingetragenen Beobachtungen. Schicken Sie die Meldebögen zusammen mit den Ergebniskarten bitte bis zum 15. August 2013 an das

Michael-Otto-Institut im NABU
z.Hd. Heike Jeromin
Goosstroot 1
24861 Bergenhusen

Senden Sie uns auch unvollständige Daten, zum Beispiel wenn es nicht möglich war, ein Gebiet dreimal zu kontrollieren. Wir werden prüfen, inwieweit die Beobachtungen dennoch zur Auswertung der bundesweiten Bestandserfassung herangezogen werden können.