F+E Vogelmonitoring

F+E-Vorhaben Modul III
"Gefährdete und geschützte Arten"

Gefährdete und geschützte Vogelarten stehen im besonderen Interesse der Naturschutzbemühungen in Deutschland. Deutschland ist durch verschiedene internationale Regelwerke dazu verpflichtet, regelmäßig die Brutbestände von Vogelarten (z.B. Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie; Aktionsplan Afrikanisch-Eurasisches Wasservogelabkommen) zu erfassen, um aus nationaler Sicht ihre Erhaltungssituation ermitteln und Anforderungen an Schutzmaßnahmen und Nutzungskonzepte formulieren zu können. Darüber hinaus werden Grundlagen erarbeitetet, die zur Bereitstellung von Angaben für die Abfassung von Nationalberichten für Vertragsstaatenkonferenzen (Ramsar-Konvention, Bonner Konvention) herangezogen werden können.

Aus diesen Zielen ergeben sich – analog den Monitoringmodulen II – die nachfolgend aufgeführten Arbeitsprogramme für ein Monitoring von gefährdeten und geschützten Vogelarten in Deutschland. Im Einzelnen sind folgende Arbeitsschritte geplant:

  • Analyse bestehender Strukturen für ein Monitoring von gefährdeten und geschützten Vogelarten,
  • Analyse der Erfassungsmethoden des Monitorings von gefährdeten und geschützten Vogelarten,
  • Analyse der Aufgabenteilung zwischen haupt- bzw. ehrenamtlichen Tätigkeiten,
  • Entwicklung und Erprobung eines Modells zum Transfer bzw. Austausch von Monitoringdaten auf Bund/Länderebene (Fachbehörden, Fachverbände bzw. Facheinrichtungen),
  • Prüfung der im F+E-Vorhaben aufgebauten Logistik,
  • Organisatorische Vorbereitung und Durchführung der Probeläufe im Monitoring von gefährdeten und geschützten Vogelarten,
  • Datenbereitstellung für die Bilanzierung des Nachhaltigkeitsindikators für die Artenvielfalt in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung,
  • Auswertung der im Probelauf erhobenen Daten,
  • Abschätzung der Machbarkeit eines statistisch abgesicherten Monitoringprogramms,
  • Vorbereitung eines druckfähigen Manuskriptes über die wichtigsten Ergebnisse,
  • Erstellung einer zusammenfassenden Fachpublikation über Ergebnisse des Monitorings von gefährdeten und geschützten Vogelarten
  • Mitarbeit an der Herausgabe eines beispielhaften "Vogelreports".

Zur Umsetzung eines bundesweiten Monitorings von gefährdeten und geschützten Vogel-arten sind organisatorische Voraussetzungen zu schaffen, die notwendige Aktivitäten zur Beschaffung naturschutzbezogener Daten dauerhaft stützen und den Datenaustausch fördern, die zeitnahe Erarbeitung konkreter Ergebnisse vor dem Hintergrund naturschutzfachlicher Fragestellungen ermöglichen, ein regelmäßiges Feedback an sämtliche Organisationsebenen sicherstellen, die Zusammenarbeit zwischen den Fachbehörden, -verbänden und anderen sich mit den Fragen des Monitorings von Vogelarten befassenden Einrichtungen auf koordinativer Ebene fördern und sichern und die Aufgabenteilung zwischen den verschiedenen Organisationsebenen bzw. zwischen ehrenamtlich und hauptamtlich tätigen Mitarbeitern regeln.

Auf Grundlage von Stickroth et al. (2003) erfolgt einerseits bundesweit eine Analyse struktureller Stärken und Schwächen bisher vorhandener Monitoringprogramme von gefährdeten und geschützten Vogelarten im Hinblick auf ihre mögliche Vorbildfunktion und übertragbarkeit für ein bundesweites Vogelmonitoring (Wer zählt was, wer koordiniert was, wer gibt Feedback? Abdeckung von Arten; Daten- und Informationsfluss; Finanzierung; Organisationsebenen; Verbleib und Nutzbarkeit der Daten; Bedeutung von „Personalunionen“ im Schnittfeld Ehrenamt/Behörde). In Abstimmung mit betroffenen Landeseinrichtungen und -verbänden werden – aufbauend auf den Ergebnissen der Analyse – Vorschläge erarbeitet, die die organisatorische Einbindung von Daten aus den Länderprogrammen in ein bundesweites Vogelmonitoring von geschützten und gefährdeten Vogelarten ermöglichen sollen, um den reibungslosen Ablauf des Monitoringprogramms – zunächst beispielhaft für die Laufzeit des F+E-Vorhabens – zu gewährleisten.

zitierte Literatur

  • Stickroth, H., G. Schmitt, R. Achtziger, U. Nigmann, E. Richert & H. Heilmeier (2003): Konzept für ein naturschutzorientiertes Tierartenmonitoring – am Beispiel der Vogelfauna. Angewandte Landschaftsökologie 50: 1–397.

 

Bild„Vögel in Deutschland “ behandelt auf über 70 Seiten die Erfsssung rastender Wasservögel.