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F+E Vogelmonitoring

Das F+E-Vorhaben
"Monitoring von Vogelarten in Deutschland"

Aufbauend auf dem Konzept für ein naturschutzorientiertes Tierartenmonitoring, das sich in weiten Teilen auf die Vogelfauna stützt (Stickroth et al. 2003), und bestehenden Erfassungsprogrammen des Bundes, der Länder, der Fachverbände und der Institute für Vogelforschung sollen mit diesem Vorhaben Wege entwickelt werden, mit denen die Beschaffung von Daten bzw. die Verbesserung der Datenlage für ein umfassendes Vogelmonitoring in Deutschland sichergestellt werden kann. Gestützt auf Probeläufe und Beispielauswertungen soll die Validität der zu entwickelnden Monitoringmodule nachgewiesen werden.

Damit unterstützt das F+E-Vorhaben die Bundesrepublik Deutschland bei der Erfüllung von Verpflichtungen zur Erhaltung und Überwachung der biologischen Vielfalt sowie zur nachhaltigen Nutzung ihrer Bestandteile, die auf der Weltkonferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro im Jahr 1992 beschlossen wurden und im novellierten Bundesnaturschutzgesetz vom 4. April 2002 verankert sind. Darüber hinaus ist Deutschland durch verschiedene internationale Regelwerke (EU-Vogelschutzrichtlinie, FFH-Richtlinie, Ramsar-Konvention, Afrikanisch-Eurasisches Wasservogelabkommen u.a.) ebenso wie durch seine Mitgliedschaft in internationalen Organisationen (z.B. Wetlands International) dazu verpflichtet, regelmäßig die Brutbestände von Vogelarten bzw. die Populationsbestände von Wasservogelarten zu überwachen, um aus nationaler Sicht ihre Erhaltungssituation ermitteln und Anforderungen an Schutzmaßnahmen und Nutzungskonzepte formulieren zu können.

Und nicht zuletzt beruht der Naturschutzindikator in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung in wesentlichen Teilen auf bundesweiten Bestandsangaben von Vogelarten.

Ausgangssituation

Vom 6.–8. September 2002 trafen sich auf Einladung der Länderarbeitsgemeinschaft der Staatlichen Vogelschutzwarten und des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten e.V. über 40 Mitarbeiter und Spezialisten aus dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, dem Bundesamt für Naturschutz, den Fachbehörden der Länder sowie aus den mit Fragen des Monitorings befassten Verbänden, Instituten für Vogelforschung und Arbeitsgruppen in Steckby (Sachsen-Anhalt) zum Thema "Vogelmonitoring in Deutschland" (Die Beiträge des Tagungsbandes können unter vogelmonitoring.de heruntergeladen werden).

Als Ergebnis der Veranstaltung bekräftigten behördlicher wie verbandlicher Vogelschutz ihren Willen zum Ausbau bestehender Kooperationen im Vogelmonitoring und zu einer intensivierten und sich gegenseitig stärkenden Zusammenarbeit. Den derzeitigen Aktivitäten des BMU (u.a. Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung), des Bundesamtes für Naturschutz bzw. der Fachbehörden der Bundesländer sowie das in den Fachverbänden und -instituten organisierte, außerordentlich hohe ehrenamtliche Engagement mehrerer tausend Mitarbeiter kommt dem gemäß für die dauerhafte Etablierung bundesweit ausgerichteter und fachlich wie organisatorisch aufeinander abgestimmter Vogelmonitoringprogramme ein besonderer Stellenwert zu (s. unter vogelmonitoring.de).

Darüber hinaus haben der DDA und seine Kooperationspartner erklärt, dass sie beabsichtigen, die in ihren Datenbanken abgelegten Daten (DDA: Monitoring häufiger Vogelarten [seit 1989], Monitoring seltener Vogelarten [seit den 1970er Jahren], Wasservogelzählungen [seit 1966]) für Auswertungen im Rahmen dieses F+E-Vorhabens zur Verfügung zu stellen. Weiterhin bringen die Institute für Vogelforschung Daten aus dem „Heckenprogramm“ [seit 1994] und dem "Integrierten Monitoring von Singvogelpopulationen" ein.

Zitierte Literatur

  • Stickroth, H., G. Schmitt, R. Achtziger, U. Nigmann, E. Richert & H. Heilmeier (2003): Konzept für ein naturschutzorientiertes Tierartenmonitoring – am Beispiel der Vogelfauna. Angewandte Landschaftsökologie 50: 1–397.

 

Bild„Vögel in Deutschland “ behandelt auf über 70 Seiten die Erfsssung rastender Wasservögel.