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21.12.2016 totop

Schwalbenmöwen derselben Kolonie überwintern in verschiedenen Ozeanen

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In Deutschland treten Schwalbenmöwen lediglich als seltene Durchzügler auf.
© Axel Halley
Populationen zahlreicher Zugvogelarten suchen außerhalb der Brutzeit oft weit voneinander getrennte Überwinterungsgebiete auf. Die verschiedenen Zugwege werden dabei durch eine sogenannte „Zugscheide“ getrennt. Die in Mitteleuropa alljährlich in geringer Zahl als Irrgast zu beobachtenden
Schwalbenmöwen sind Brutvögel der hochartkischen Tundra. Zur Überwinterung suchen sie zwei ökologisch sehr ähnliche Bereiche in zwei verschiedenen Ozeanen auf: den Humboldstrom vor der Küste Perus im Pazifik sowie den Benguelastrom vor den Küsten Südafrikas und Namibias im Atlantik. Aus welchen Brutgebieten die dort überwinternden Schwalbenmöwen genau stammen, war bislang unklar. Man nahm an, dass in Sibirien, Alaska und der westlichen kanadischen Arktis zum Pazifik fliegen, während Vögel der östlichen kanadischen Arktis, Grönlands und Spitzbergens den Atlantik aufsuchen. Während die Zugscheide in der Paläarktis etwa im Bereich der Taimyr-Halbinsel vermutet wird, geht man davon aus, dass sich diese in der Nearktis in der zentralen kanadischen Arktis befindet.
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20.12.2016 totop

Rotmilan-Paten gesucht!

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Rotmilane suchen Paten
© Thomas Kirchen
Gibt es einen persönlicheren Weg als Ihre Faszination für Vögel durch eine Patenschaft zum Ausdruck zu bringen? Seit 2014 besendert der DDA Rotmilane in Deutschland. Für viele dieser Vögel suchen wir noch Patinnen und Paten!

Mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit brütet in Deutschland. Doch intensive Landwirtschaft und der vielerorts einförmige Anbau von Wintergetreide und Raps machen dem Rotmilan das Leben bei uns schwer. In der monoton bewirtschafteten Agrarlandschaft finden die Vögel oft nicht genügend Futter.
Mehr nahrungsreichen Lebensraum zu schaffen und so den Rückgang des Rotmilans aufzuhalten, ist Ziel des bundesweiten Schutzprojektes Land zum Leben, das der Deutsche Verband für Landschaftspflege und die Deutsche Wildtier Stiftung gemeinsam mit dem DDA unter fachlicher Betreuung des Bundesamtes für Naturschutz und mit Mitteln des Bundesumweltministeriums durchführen.
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20.12.2016 totop

Zugvögel und Windenergie: Weltweit erste kombinierte Studie zu Schlagopfern und Vogelzugintensität

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In der Studie wurden vor allem nachts ziehende Kleinvögel wie Drosseln als Kollisionsopfer registriert.
© Mathias Putze
Kollisionen von Vögeln mit Windenergieanlagen (WEA) gehören zu den größten Kritikpunkten bezüglich der Nutzung von Windenergie. Um die Auswirkungen von WEA auf Zugvögel zu beurteilen, müssen sowohl die Anzahl der insgesamt an einer WEA vorbeiziehenden Vögel als auch die Anzahl der dabei verunglückenden Vögel (Schlagopfer) bekannt sein. Die Schweizerische Vogelwarte Sempach hat im Auftrag des Bundesamts für Energie die international erste Studie erstellt, die diese Fragestellung beantwortet. Dazu wurde in einem Untersuchungsgebiet in der Nordwest-Schweiz parallel zur systematischen Suche nach Schlagopfern auch die Intensität des Vogelzugs mittels eines kalibrierten Radargeräts gemessen. [mehr]

14.12.2016 totop

Was fliegt denn da am Wattenmeer? ornitho.de weiß es!

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An insgesamt 22 Standorten an Schleswig-Holsteins Nordseeküste sind aktuelle ornitho-Beobachtungen ab sofort per Smartphone abrufbar.
© Martin Kühn
Wer Vögel beobachten will, geht raus und beobachtet sie. Aber welche Vögel kommen am jeweiligen Ort aktuell vor? Wüsste man es, könnte man gezielt Orte aufsuchen, an denen viele Vögel oder besondere Arten entdeckt wurden. Für Nutzer von ornitho.de besteht diese Möglichkeit seit dem Start des Portals im Oktober 2011 und ermöglicht Recherchen in deutschlandweit mittlerweile mehr als 22 Millionen Vogelbeobachtungen. Gemeinsam mit der Nationalparkverwaltung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wurde nun eine Idee entwickelt und umgesetzt, auch Vogelinteressierten, die das Portal bislang nicht kennen, eine automatisierte Abfrage zu ermöglichen. In einem bundesweit ersten Test können mithilfe von QR-Codes an Schleswig-Holsteins Nordseeküste ab sofort vogelkundliche Daten vor Ort und tagesaktuell abgerufen werden. Damit werden die Beobachtungen für die breite Öffentlichkeit zugänglich.
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13.12.2016 totop

Ortolan-Fang: EU-Kommission verklagt Frankreich vor dem Europäischen Gerichtshof

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Etwa 30.000 Ortolane werden im Südwesten Frankreichs in jedem Herbst illegal gefangen und getötet
© Markus Gläßel
Die Europäische Kommission verklagt Frankreich vor dem Gerichtshof der Europäischen Union, weil es die anhaltenden Verstöße gegen die EU-Rechtsvorschriften über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten nicht unterbindet. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass alle Bestimmungen der Vogelschutzrichtlinie eingehalten werden, auch in Bezug auf das absichtliche Töten oder Fangen. Die Vogelschutzrichtlinie untersagt Tätigkeiten, durch die Vögel unmittelbar bedroht sind, beispielsweise das absichtliche Töten oder Fangen, die Zerstörung von Nestern und das Entnehmen von Eiern sowie damit zusammenhängende Tätigkeiten, z.B. den Handel mit lebenden oder toten Vögeln, wobei das besondere Augenmerk dem Schutz der Lebensräume von gefährdeten Arten und Zugvogelarten gilt. [mehr]

07.12.2016 totop

Stadtlärm übertönt Warnrufe der Vögel

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Warnungen vor Prädatoren werden leicht vom Verkehrslärm übertönt.
© Marion Kraschl
Eine oft wenig beachtete und doch fast allgegenwärtige Form der Umweltverschmutzung durch den Menschen, von der zahlreiche ganz unterschiedliche Tierarten betroffen sind, ist Lärm. Über den Einfluss von Lärm an Flughäfen auf die Gesangsaktivität der Vögel wiesen wir an dieser Stelle bereits Ende August hin. Zu anderen Lautäußerungen fehlten intensivere Studien bislang jedoch. Wissenschaftler u.a. vom Max-Planck-Institut für Ornithologie haben sich daher mit den Auswirkungen von Lärm auf die Äußerung und Wahrnehmung von Alarmrufen beschäftigt und ihre Ergebnisse frei zugänglich im Wissenschaftsmagazin Current Biology veröffentlicht. In Labor- als auch Freilandexperimenten wurden dabei Kohlmeisen untersucht – eine Singvogelart, die in lärmbelasteten Lebensräumen häufig vorkommt. Unter Laborbedingungen wurde ermittelt, dass die Vögel bei Lärm die Lautstärke, nicht jedoch die Häufigkeit ihrer Warnrufe veränderten. Im Freiland durchgeführte Experimente ergaben, dass der Verkehrslärm selbst diese lauten Alarmrufe übertönt und damit die Kommunikation der Vögel und deren Chance, Warnrufe zu empfangen, unmittelbar negativ beeinflusst. In Kombination zeigen diese Ergebnisse, dass Kohlmeisen trotz der stimmlichen Anpassungen nicht in der Lage sind, anthropogenen Lärm ausreichend zu kompensieren. In Lebensräumen mit starker Lärmverschmutzung, wie z.B. in Großstädten, sind die Vögel daher durch die fehlenden Warnungen der Artgenossen einem erhöhten Prädationsrisiko ausgesetzt, was sich auf ihr Verhalten und letztlich möglicherweise sogar auf ihre Bestände auswirken könnte. [mehr]

07.12.2016 totop

#NatureAlert erfolgreich: EU-Kommission gibt Pläne zur Änderung des Naturschutzrechts auf

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Die EU-Naturschutzrichtlinien bleiben erhalten!
© Fred Fuchs
Wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) heute mitteilte, hat die Europäische Kommission beschlossen, die EU-Naturschutzrichtlinien in ihrer jetzigen Form beizubehalten (Pressemitteilung der EU-Kommission). Jean-Claude Juncker hat damit sein Vorhaben aufgegeben, die EU-Vogelschutz- und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zu „verschmelzen und zu modernisieren“. Man kann dies durchaus als historischen Erfolg bezeichnen. Erstmals in der Geschichte der EU war versucht worden, bestehende Umweltstandards zurückzudrehen – unter dem Deckmantel der „Entbürokratisierung“ und in der Zuversicht, dass der Naturschutz keine starke Stimme in der Gesellschaft hat.
Weitere Informationen dazu finden sich auf der Internetseite des NABU sowie dem NABU-Blog „Naturschätze.Retten“.

29.11.2016 totop

2016 erneut ein schlechtes Jahr für die Uferschnepfe in den Niederlanden

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Nach dem historischem Tiefpunkt des Bruterfolgs der Uferschnepfe in den Niederlanden 2015 folgte auch 2016 ein ähnlich schlechtes Jahr
© Hans Glader
Wie die Naturschutzorganisation Vogelbescherming Nederland mitteilt, verlief die Brutsaison 2016 für den niederländischen Nationalvogel, die Uferschnepfe, erneut dramatisch. Wie bei weiteren Wiesenlimikolen, so zeigt sich auch bei der Uferschnepfe seit Jahren ein Bestandsrückgang. Zählungen ergaben, dass in diesem Jahr nur etwa 4000 junge Uferschnepfen flügge wurden. Um den derzeitigen Bestand zu erhalten, halten Wissenschaftler jedoch mindestens 11000 Jungvögel für notwendig.

Große Probleme stellen nach wie vor eine zu frühe Mahd sowie zu trockene und artenarme Wiesen dar, die den Uferschnepfen keine ausreichende Nahrungsgrundlage mehr bieten. Auch die hohe Prädationsrate spielt eine Rolle. In diesem Jahr führten widrige Wetterbedingungen zu zusätzlichen Verlusten. Auf ein trockenes Frühjahr folgten schwere Gewitter und lokale Hagelschauer, die viele Küken das Leben kosteten.
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29.11.2016 totop

Unerwartete Vielfalt im Brutrhythmus von Watvögeln

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Daten aus 91 Populationen und 729 Nestern von gemeinsam brütenden Watvögeln wurden in der Studie ausgewertet
© Jan Goedelt
Eltern müssen sich für die Betreuung ihres Nachwuchses abstimmen. Bei Watvögeln führt dies zu einer extremen und unerwarteten Vielfalt darin, wie sich Elternpaare um ihr Nest kümmern. Ein internationales Team unter der Leitung von Max-Planck Wissenschaftlern fand heraus, dass sich einige Paare fast stündlich beim Brüten abwechselten, während bei anderen ein Elternteil bis zu 50 Stunden auf dem Nest sitzen blieb. Die Vielfalt dieser Brutrhythmen entsteht laut der Studie weniger durch das Risiko zu verhungern, sondern vielmehr durch das Risiko gefressen zu werden. Überraschenderweise folgt der Rhythmus der Nestfürsorge oft nicht dem 24-Stunden-Tag.
Genauere Informationen wurden auf der Internetseite des Max-Planck-Instituts für Ornithologie veröffentlicht.

28.11.2016 totop

Ursachenforschung zu Bestandsrückgängen beim Kernbeißer in Großbritannien

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Der Brutbestand des Kernbeißers in Großbritannien wird auf weniger als 1000 Brutpaare geschätzt.
© Michael Radloff
Die Bestände des Kernbeißers in Großbritannien sind stark rückläufig und auch das Verbreitungsgebiet hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verkleinert. Seit Ende der 1970er-Jahre brach der Brutbestand um mehr als 75% zusammen. Bei der letzten Schätzung im Jahr 2013 ging man von nur noch 500-1000 verbliebenen Brutpaaren aus. Da die Gründe für diese gravierenden Veränderungen bislang weitgehend unbekannt sind, startete die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) im Jahr 2012 ein umfangreiches Forschungsprojekt, das sich mit den Habitatpräferenzen, dem Verhalten während der Nahrungssuche, der Brutbiologie sowie der Überlebensrate beschäftigt.

Im ersten Abschnitt der Studie lag der Fokus auf Veränderungen der Lebensräume. Basierend auf Daten des Brutvogelmonitorings wurden mittlerweile verwaiste Gebiete mit weiterhin besiedelten Flächen verglichen. Als bedeutendste Struktur wurden dabei – wie erwartet – ältere Laubwaldbestände ermittelt. Gern nutzten die Kernbeißer dicht bewaldete Bereiche in der Nähe von Lichtungen oder an Wegen.
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28.11.2016 totop

Meisen am Fütterhäuschen – Wie bewegen sich die Vögel innerhalb der Städte?

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Meisen profitieren von einer „grüneren“ Gartengestaltung
© Thomas Harbig
In der Online-Fachzeitschrift Scientific Reports wurden nun die Ergebnisse einer umfangreichen Studie an Blau- und Kohlmeisen im urbanen Bereich veröffentlicht. Mehr als 450 Vögel wurden dafür in den Jahren 2013 und 2014 mit Transpondern individuell markiert. An insgesamt 51 Futterstellen in einer Reihenhaussiedlung, einem Vorort sowie einem Neubaugebiet rund 60 Kilometer nördlich von London wurden deren Besuche dann durch automatische Erfassungsstationen aufgezeichnet.
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21.11.2016 totop

5 Jahre ornitho – ADEBAR für 55,55 Euro

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ADEBAR-Cover
© SVD / DDA
Ornitho.de und ornitho.lu feierten am 30. Oktober ihren 5. Geburtstag. Über 22 Mio. Beobachtungen wurden seither eingegeben. Diese geben uns einen aktuellen Einblick in die Verbreitung unter anderem während der Brutzeit und möglichen Änderungen gegenüber der Verbreitung im Zeitraum von 2005 bis 2009, die im Atlas Deutscher Brutvogelarten (ADEBAR) abgebildet ist. Dafür möchten wir uns bei den besonders fleißigen Melderinnen und Meldern mit einem besonderen Angebot bedanken: Alle, die mindestens 555 Beobachtungen gemeldet haben, können den Brutvogelatlas bis zum 30.11.2016 zum Preis von 55,55 Euro zzgl. Versandkosten bei uns beziehen. Bitte haben Sie Verständnis, dass pro Person nur ein Buch zum stark vergünstigten Preis (98 Euro im Buchhandel) abgegeben werden kann.
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17.11.2016 totop

Erschreckend: Krabbentaucher stark durch Mikroplastik belastet

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Grönländische Krabbentaucher scheinen Plastikteile aktiv aufzunehmen.
© Ole Krome
Die Verschmutzung durch Plastikmüll stellt in allen Ozeanen ein großes Problem dar. Durch nur sehr geringe Besiedlung liegt die Arktis weit von den Hauptquellen des Plastiks entfernt. Dennoch konnten auch in arktischen Meeressäugern bereits Plastikteilchen nachgewiesen werden. In welcher Größenordnung die Gewässer der Arktis jedoch bereits verschmutzt sind, ist kaum bekannt und bedarf dringend genauerer Analysen. Im Rahmen einer im internationalen Magazin zur Umweltverschmutzung Environmental Pollution veröffentlichten Studie untersuchten Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern gemeinsam die Häufigkeit und Zusammensetzung von Mikroplastik, kleinster Kunststoff-Teilchen mit einer Größe im Mikrometer- oder Nanometerbereich, in den Zooplankton-Gemeinschaften vor Ost-Grönland. Im selben Untersuchungsgebiet wurde gleichzeitig die Plastik-Belastung von dort brütenden Krabbentauchern ausgewertet, die in Tiefen von 0-50 Metern ihre tierische Nahrung suchen.
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17.11.2016 totop

Ein Neubayer startet durch: Die Nilgans in Bayern

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Ausgehend von den Niederlanden hat die Nilgans in den letzten Jahrzehnten bereits weite Teile Deutschlands besiedelt. Inzwischen hat sie auch weite Teile Bayerns besiedelt.
© Eckhard Lietzow
Im Rahmen einer umfangreichen Arbeit wurden jüngst die verfügbaren Daten über die Nilgans in Bayern zusammengestellt und bisherige Erkenntnisse zur Ausbreitung, zum Vorkommen und zur Brutbiologie der Art im Detail analysiert. Die Autoren Tobias Josef Schropp, Fiona Schönfeld und Christian Wagner werteten dabei drei größere Datenbanken aus: Neben den Daten der Wasservogelzählung und Informationen der Arbeitsgemeinschaft seltene Brutvögel in Bayern (AGSB) wurden auch die fast 8000 Meldungen von Nilgänsen in Bayern aus ornitho.de analysiert. Dieser enorme Datensatz wurde schließlich durch eine Expertenbefragung und eine umfangreiche Literaturrecherche bestmöglich vervollständigt.
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16.11.2016 totop

Mehr als 6000 Vogelarten in einem Jahr! Niederländer bricht „Birding-Weltrekord“

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Mit einem Gelbstirn-Blatthühnchen in Costa Rica wurde der Rekord aus dem Vorjahr gebrochen
© Hans Hillewaert
Am 1. Januar 2016 startete der 29-jährige Niederländer Arjan Dwarshuis zu einem ambitionierten Abenteuer um die Welt: Er setzte sich das Ziel, einen neuen Weltrekord in der Vogelbeobachtung aufzustellen und innerhalb eines Jahres möglichst viele der mehr als 10.000 Vogelarten weltweit zu beobachten. Erst ein Jahr zuvor hatte der 30-jährige Amerikaner Noah Strycker mit 6118 innerhalb eines Jahres beobachteten Vogelarten einen neuen Rekord aufgestellt.

Bereits am 10. November war es schließlich soweit: Mit einem Gelbstirn-Blatthühnchen sah Arjan Dwarshuis in Costa Rica seine 6119. Art innerhalb des laufenden Kalenderjahres. Der Niederländer hat damit nun sogar noch mehr als einen Monat Zeit, seinen Rekord weiter auszubauen. Könnte es sogar möglich sein, die magische Grenze von 7000 Arten zu knacken? Dies würde durchschnittlich weitere 17 neue Arten pro Tag bis zum Jahresende bedeuten – ein kaum vorstellbarer Wert. Der eigentliche Plan den Rest des Jahres durch Zentral- und Nordamerika zu reisen wurde geändert. Stattdessen will Arjan Dwarshuis nun noch einmal nach Asien zurückkehren – dorthin, wo er am Neujahrstag sein „Big Year“ begann. [mehr]

16.11.2016 totop

Umfangreiche Studie zur Bestandsentwicklung des Fitis in Großbritannien

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Die Bestände des Fitis entwickeln sich in Großbritannien regional sehr unterschiedlich
© Peter Hering
Gerade unter den afro-paläarktischen Zugvögeln gehen viele Arten im Bestand zurück. Die Gründe für diese negative Entwicklung sind jedoch meist noch unzureichend bekannt. In einer umfangreichen Studie haben sich britische Wissenschaftler nun mit dem Rückgang des Fitis in Teilen Großbritanniens beschäftigt. Dort gehen die Bestände im Südosten zurück, während im Nordwesten ein positiver Trend zu verzeichnen ist.

Es stellte sich heraus, dass vor allem ein regional unterschiedlich guter Bruterfolg der Grund für diese abweichende Entwicklung ist, weniger die Überlebensrate. Zwar schwankten die jährlichen Überlebens- und Produktivitätsraten im Untersuchungszeitraum 1994 bis 2012 in beiden Regionen in ähnlichem Maße, doch gab es im Südosten seltener hohe Bruterfolge, die sich außerdem nie mit hohen Überlebensraten deckten. Im Nordwesten hingegen kam es häufiger zu Jahren mit gutem Bruterfolg bei gleichzeitig hoher Überlebensrate.
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14.11.2016 totop

Kündigt sich ein Einflug von Seidenschwänzen an?

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Die attraktiven und teilweise wenig scheuen Seidenschwänze sind auch beliebte Fotoobjekte.
© Mathias Schäf
In den meisten Jahren wandern die in der nördlichen Taiga brütenden Seidenschwänze nur kürzere Strecken nach Süden und verbleiben in Nordeuropa und im Ostseeraum. Hin und wieder kommt es zu Einflugjahren, in denen die Vögel auch in großer Zahl bis nach Mitteleuropa gelangen. Sie sind dann häufig auch in der direkten Nähe des Menschen, in Gärten, Parks und Alleen anzutreffen. Die Nahrung der Seidenschwänze besteht hauptsächlich aus Beeren. Auch an Bäumen verbliebenes Obst und Mistelbeeren stehen auf ihrer Speisekarte. In der Nähe ihrer Nahrungsstellen rasten sie gerne auf höheren Bäumen.
In den letzten drei Wintern war das Auftreten durchschnittlich. Derzeit deutet jedoch einiges darauf hin, dass sie in diesem Winter wieder in größerer Anzahl bei uns aufkreuzen: Bei ornitho.de wurden seit Anfang Oktober mehr als zehnmal so viele Seidenschwänze gemeldet wie im Vorjahreszeitraum (Karte). Ähnliche Entwicklungen werden auch in Großbritannien und den Niederlanden beobachtet, und mit täglich mehr als 500 Durchzüglern verzeichnet der bekannte Zugvogel-Hotspot Falsterbo im Süden Schwedens derzeit mehr als doppelt so viele Seidenschwänze wie in durchschnittlichen Jahren.
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14.11.2016 totop

Offenbar erneut schlechter Bruterfolg bei Blässgänsen

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Junge Blässgans mit schlecht entwickelten und beschädigten Schwingen
© Helmut Kruckenberg
Die Ergebnisse erster Rastvogelzählungen in der niederländischen Provinz Friesland, entlang der Ijssel sowie am Niederrhein in Deutschland deuten auf einen erneut geringen Bruterfolg bei Blässgänsen hin. Der Jungvogelanteil betrug gerade einmal 10%. Erfolgreiche Paare führten oft nur einen oder zwei Jungvögel. Diese vorläufigen Ergebnisse bestätigen einen bereits seit 1995 zu beobachtenden Trend und gehören zu den schlechtesten Werten seit 1960. Man muss befürchten, dass sich der anhaltend schlechte Bruterfolg auch negativ auf die Populationsgröße auswirkt. Diese Vermutung müssen jedoch erst internationale Zählungen bestätigen.
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09.11.2016 totop

Situation des Ortolans in Europa neu beurteilt

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Der Ortolan ist hierzulande vor allem im Nordostdeutschen Tiefland verbreitet
© H.-J. Fünfstück
Vor allem durch Intensivierung und Monotonisierung der landwirtschaftlichen Nutzung sind die Bestände des Ortolans in weiten Teilen seines Verbreitungsgebiets stark zurückgegangen. In einer jüngst in der finnischen Zeitschrift Ornis Fennica gemeinsam von Wissenschaftlern zahlreicher Länder veröffentlichten Arbeit wurde die Gesamtsituation der Art neu beurteilt. Die Verbreitungsschwerpunkte des Ortolans liegen in der Türkei, Russland, Polen und Spanien. Der europäische Gesamtbestand wird auf 3,3-7,1 Millionen Paare geschätzt (Zeitraum 2012-2014). Dies bedeutet einen Rückgang um bis zu 50% innerhalb der letzten zehn Jahre – noch zur Jahrtausendwende schätzte man 5,2-16 Millionen Brutpaare. Man geht allerdings davon aus, dass der türkische Bestand damals deutlich überschätzt wurde.
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03.11.2016 totop

Vögel in Deutschland aktuell: Rückblick auf den Sommer 2016

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© Falke - Journal für Vogelbeobachter
In unserem Rückblick auf die zurückliegende Jahreszeit blicken wir diesmal auf den überdurchschnittlich warmen Sommer 2016 zurück, der jedoch von großen Regenmengen bis großer Trockenheit viel Abwechslung zu bieten hatte. Ebenso abwechslungsreich waren die mehr als 1,1 Millionen Vogelbeobachtungen, die zwischen Juni und August über ornitho.de gemeldet wurden.

Erst seit den 1990er Jahren brüten Löffler in Deutschland. Die Kolonisierung des niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Wattenmeeres ging dabei von den Niederlanden aus. Der stark positive Bestandstrend hält weiter an und auch im Binnenland wird die Art immer häufiger und in steigender Zahl beobachtet. Wir betrachten die Entwicklung des Löfflers in Deutschland einmal genauer, zeigen wann und wo man die markante Art am zuverlässigsten beobachten kann und beschäftigen uns mit dem Phänomen, dass es im Spätsommer am Niederrhein mittlerweile zu Ansammlungen von bis zu 100 Löfflern kommt.
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02.11.2016 totop

10 Monate in der Luft – Das unglaubliche Leben der Mauersegler

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Grafische Zusammenfassung des Jahreszyklus schwedischer Mauersegler
© Hedenström et al.
Mauersegler fallen zur Brutzeit über unseren Städten mit ihren schrillen Rufen und wendigen Flugmanövern auf. Sie sind mit ihren sichelförmigen Flügeln perfekt an ein Leben in der Luft angepasst. Ihre kurzen Beine und kleinen Füße ermöglichen es den Vögeln hingegen kaum vom flachen Boden aus zu starten, sodass bereits im 18. Jahrhundert italienische Wissenschaftler vermuteten, dass die Vögel auch im Flug schlafen und einen Großteil ihres Lebens in der Luft verbringen.

Genauere Details aus dem Leben der Mauersegler konnten nun durch die Nutzung moderner Geolokatoren erforscht werden. In den Jahren 2014 und 2015 statteten schwedische Wissenschaftler einige in Südschweden brütende Mauersegler mit 1,3 Gramm schweren Geräten aus. Neben einem Lichtsensor zur groben Bestimmung der Position des Vogels über den Zeitpunkt von Mittag und Mitternacht sowie die Tages- und Nachtlänge verfügten die Geräte auch über einen Beschleunigungsmesser.
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02.11.2016 totop

Geolokatoren offenbaren wichtige Rast- und Überwinterungsgebiete von Drosselrohrsängern

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Mittels Geolokatoren ließen sich türkische Drosselrohrsänger bis nach Ostafrika und zurück verfolgen.
© Mathias Schäf
Die Bestände zahlreicher Zugvogelarten sind rückläufig, insbesondere die der an Feuchtgebiete gebundenen Arten. Um effektive Schutzmaßnahmen ergreifen zu können, sind Kenntnisse der während des gesamten Jahres genutzten Lebensräume und Gebiete notwendig. Um diese Kenntnislücken weiter zu schließen, statteten amerikanische und türkische Wissenschaftler in den Jahren 2013 und 2014 insgesamt 30 Drosselrohrsänger im Brutgebiet an der türkisch-armenischen Grenze mit Geolokatoren aus.

Fünf Vögel lieferten nach Wiederfang und Auslesung der Daten spannende Erkenntnisse zum Verhalten der Vögel außerhalb der Brutzeit. Im Laufe eines Jahres besuchten alle Vögel insgesamt mindestens elf Länder und zogen über die Arabische Halbinsel bis in Regionen südlich der Sahara nach Ostafrika. Die Vögel nutzen im Winter Gebiete im Südsudan, an der Küste des Indischen Ozeans sowie am Westufer des Malawisees. Auf ihrem Weg passierten sie nicht weniger als 277 Important Bird Areas (IBA), von BirdLife International als für den Vogelschutz bedeutsam eingestufte Gebiete. 40% davon unterliegen bislang jedoch nur einem unzureichenden oder gar keinem Schutz. So nutzten alle untersuchten Drosselrohrsänger im Frühjahr die Meerenge von Bab-al-Mandeb am Südende des Roten Meeres. Keines der dortigen IBA steht jedoch unter Schutz. Derartige Flaschenhälse auf dem Zugweg können durch Lebensraumveränderungen schnell drastische Konsequenzen für die Vögel haben.
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02.11.2016 totop

5 Jahre ornitho.de und ornitho.lu

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© Mathias Schäf
Am 30.10.2011 gingen ornitho.de und ornitho.lu an den Start. Mehr als 18.000 Personen sind inzwischen registriert und haben über 22 Millionen Vogelbeobachtungen zusammengetragen. Kein einziger in ornitho.de und ornitho.lu enthaltener Datensatz wurde bislang importiert, alle Meldungen wurden händisch über die Homepage oder die ornitho-App „NaturaList“ eingetragen. Rechnet man für die Eingabe je Datensatz nur fünf Sekunden, so wurden in den fünf Jahren mindestens 1.300 Tage oder dreieinhalb Jahre alleine für die Dateneingabe investiert!
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25.10.2016 totop

Mahnender Beitrag zur illegalen Vogeljagd

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An Leimruten sterben Singvögel wie der Halsbandschnäpper einen qualvollen Tod
© CABS
In einem aktuellen Beitrag in der Mitgliederzeitschrift der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pflalz (GNOR) e.V. befasst sich der renommierte Ornithologe Urs N. Glutz von Blotzheim mit der illegalen Vogeljagd insbesondere rund um das Mittelmeer. Er weist darin auf die „Diskrepanz zwischen Bemühung von Druckerschwärze und effektivem Einsatz gegen einen gesetzeswidrigen,
skandalösen und in der derzeitigen Gesamtsituation nicht mehr tolerierbaren Zustand“ hin.
Der DDA unterstützt diesen Hilferuf und die Mahnung des Schweizer Zoologen.
Den Beitrag aus GNOR-Info Nr. 123 können Sie hier herunterladen.
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24.10.2016 totop

Schelladler „Tõnn“ nach mehreren Jahren wieder „online“

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Route von Tõnn im Herbst 2016 (Stand: 24.10.2016).
© http://birdmap.5dvision.ee/
Bereits mehrfach haben wir in den letzten Jahren an dieser Stelle über den 2008 in Estland als Nestling besenderten Schelladler „Tõnn“ berichtet, der alljährlich zweimal durch Deutschland zog und dabei bis zum Frühjahr 2014 nur ein einziges Mal (im Frühjahr 2013) beobachtet wurde. Alle übrigen Aufenthalte in Deutschland sind lediglich durch die GPS-Ortungen des Satellitensenders belegt. Im Frühjahr 2014 versagte dieser schließlich und seitdem war Tõnn viele Jahre nur im traditionellen Winterquartier in Spanien anhand seines Senders auf dem Rücken individuell erkennbar.

In diesem Jahr gelang den Wissenschaftlern im Brutgebiet in Estland Ende April die Entdeckung eines Adlerpaares, bei dem ein Vogel einen Sender trug. Anfang September konnte dieser Vogel schließlich gefangen werden. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um Tõnn handelte. Der alte Sender wurde gegen einen neuen, technisch moderneren Sender getauscht und der Vogel mit einem weißen Farbring (Code 7X) beringt. Mit einer Partnerin zog Tõnn 2016 ein Junges groß. Alter und Herkuft der Partnerin sind unbekannt. Die Forscher nehmen an, dass Tõnn in diesem Jahr – im Alter von neun Jahren – vermutlich erstmalig gebrütet hat.
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24.10.2016 totop

Massiver Einflug sibirischer Bergbraunellen nach Europa und erste Nachweise in Deutschland

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Drei der Bergbraunellen auf der Greifswalder Oie konnten auch gefangen und beringt werden.
© Steve Klasan
Die mit unserer heimischen Heckenbraunelle verwandte Bergbraunelle brütet in den Bergwäldern Sibiriens vom Ural bis in den äußersten Nordosten Russlands. In Europa ist die Art eine große Ausnahmeerscheinung mit etwa 30 Nachweisen bis 2015. Die letzte anerkannte Beobachtung gelang 2011 in Norwegen. Doch in diesem Herbst kommt es aktuell zu einem starken Einflug dieser östlichen Art. Bereits Anfang Oktober gelangen erste Beobachtungen in Finnland und Schweden. Seit dem 9. Oktober werden nun täglich neue Bergbraunellen in Europa entdeckt – insgesamt bereits knapp 150 Vögel! Der Großteil in Schweden und Finnland, doch auch neun in Dänemark, acht in Großbritannien sowie weitere in Estland, Polen, Lettland, Norwegen, Litauen und Holland. Auch in Deutschland gelang am 12. Oktober der gut belegte Erstnachweis der Bergbraunelle auf der Greifswalder Oie. Auf den ersten Vogel folgten in den nächsten Tagen noch vier weitere – alle ebenfalls auf der kleinen Ostseeinsel in der Pommerschen Bucht. Am Sonntag (23.10.) wurde nun im Greifswalder Ortsteil Ladebow die erste Bergbraunelle Deutschlands abseits der Greifswalder Oie entdeckt und fotografiert. Leider zog der Vogel kurze Zeit nach der Entdeckung hoch ab und wurde von anderen Beobachtern im Laufe des Tages nicht mehr gefunden. Bereits seit einigen Tagen fast schon erwartet, konnte sich am Sonntag auch der Raritäten-Hot-Spot Helgoland über seine erste Bergbraunelle – und den bei Anerkennung siebten deutschen Nachweis innerhalb von zwölf Tagen – freuen. Ähnlich wie in Ladebow blieb aber auch hier der Entdecker der einzige Beobachter, sodass viele Vogelkundler weiter auf einen kooperativeren Vogel warten, der sich längere Zeit an einer zugänglichen Stelle aufhält.
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11.10.2016 totop

Expedition „Flug der Schwäne“ – Forschung aus der Ich-Perspektive

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Aktuelle Route von Forscherin Sacha Dench (blau) und vier besenderten Zwergschwänen
© flightoftheswans.org
Im Rahmen einer bislang einmaligen Expedition ist Sacha Dench, eine Wissenschaftlerin der gemeinnützigen britischen Organisation zum Schutz von Wasservögeln und Feuchtgebieten Wildfowl and Wetlands Trust, derzeit mit einem Motorflugschirm auf der Zugroute der Zwergschwäne unterwegs. Damit soll einerseits auf den dramatischen Rückgang der Bestände im arktischen Russland in den letzten 20 Jahren aufmerksam gemacht werden. Darüber hinaus lassen sich durch die Beobachtung der Zwerg- und Singschwäne hilfreiche Daten gewinnen, die dabei helfen sollen, die Gründe für den negativen Bestandstrend besser zu verstehen.
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05.10.2016 totop

Vogelmord auf Zypern

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Der griechische Süden des EU-Mitglieds Zypern ist zu einer Todesfalle für die über das östliche Mittelmeer ziehenden Zugvögel geworden
© P. Michalakos
Grasmücken, Fliegenschnäpper, Spatzen, Nachtigallen, Rohrsänger, Wendehals, Wiedehopf, Kuckuck, Bienenfresser – sie alle werden gegessen. Und als Beifang geht immer wieder mal eine Zwergohreule oder ein mittelgroßer Greifvogel ins Netz.

Der griechische Süden des EU-Mitglieds Zypern ist zu einer Todesfalle für die über das östliche Mittelmeer ziehenden Zugvögel geworden. In Mandel- und Olivenhainen, Gärten und in der Macchia stellen ungezählte Vogelfänger Netze und vor allem Leimruten zum Fang der rastenden Singvögel auf. Die erbeuteten Tiere landen im Kochtopf und nicht selten in Restaurants, wo sie als „Delikatessen“ teuer angeboten werden. Offiziell ist Vogelfang längst verboten – die entsprechenden Gesetze wurden sogar mit dem EU-Beitritt 2004 noch einmal verschärft – doch die Wilderer setzen sich dreist über die Bestimmungen hinweg.
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05.10.2016 totop

Steppenweihe „Potku“ zieht abermals unbemerkt durch Deutschland

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Zugroute der Steppenweihe „Potku“ auf dem Wegzug 2016 (Stand: 5.10.2016).
© koivu.luomus.fi
Bereits mehrfach berichteten wir an dieser Stelle über das in Finnland besenderte Steppenweihe-Weibchen „Potku“. Ihr Wegzug konnte 2015 erstmalig per GPS-Ortung bis ins westafrikanische Winterquartier verfolgt werden. Obwohl sich die Weihe damals für mehr als eine Woche in Deutschland aufhielt, gab es keine Sichtbeobachtungen. Ähnlich verlief es auf dem folgenden Heimzug im Frühjahr 2016. Hier hatte es der Vogel allerdings eilig und hielt sich nur vom 15. bis 17. April bei uns auf, bevor es über Polen, Litauen, Weißrussland, Lettland, Russland und Estland bis nach Finnland und dort bis an die Grenze zu Schweden ging. Bereits in den ersten Maitagen erreichte Potku ihr Sommer- und potenzielles Brutgebiet.
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05.10.2016 totop

Verbände vereinbaren langfristige Unterstützung von ornitho.de – vielen Dank!

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Übersicht der bisherigen Unterzeichner des ornitho.de-Memorandums
© ornitho
Ornitho.de hat die Sammlung avifaunistischer Daten in Deutschland revolutioniert und sich in den vergangenen fünf Jahren zu einer unverzichtbaren Datenbasis entwickelt. Die Basis für die großartige Entwicklung, die das Portal genommen hat, sind die avifaunistischen Fachverbände und Arbeitsgemeinschaften. Sie haben ornitho.de zu ihrem eigenen Portal gemacht und mit einem beeindruckenden ehrenamtlichen Engagement in vielfältiger Weise unterstützt (s. „Unterstützung“). Viele von ihnen haben überdies den DDA finanziell durch Zuwendungen für den Unterhalt und die Betreuung in erheblichem Maße entlastet.
Um dieser Unterstützung einen längerfristigen und verbindlicheren Charakter zu geben, haben sich mehrere Verbände auf ein Memorandum of Understanding der Partnerorganisationen von ornitho.de verständigt. Initiiert wurde dieses von Markus Ritz, einem der drei Verbändevertreter in der bundesweiten Steuerungsgruppe. Er wurde auch zum Verwalter des Memorandums bestimmt.
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26.09.2016 totop

Aktualisierte Informationen über Einflüsse der Windenergienutzung auf Vögel

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© Mathias Putze
Seit dem Jahr 2002 trägt die Staatliche Vogelschutzwarte des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg (LUGV) verfügbare Daten zu Kollisionen von Vögeln und Fledermäusen an Windenergieanlagen (WEA) aus ganz Deutschland zusammen. Ziel der Datenbank ist es, die vorhandenen, bundesweit verstreuten Daten über Anflugverluste an WEA zusammenzutragen, durch diese Sammlung zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen und die Einhaltung von Mindeststandards bei der weiteren Datengewinnung und -dokumentation durchzusetzen. Die „Dokumentation Vögel und Windenergienutzung“ auf der Internetseite des LUGV wurde nun aktualisiert und die Informationen und Kollisionszahlen auf den neuesten Stand gebracht.
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21.09.2016 totop

Rekordzählung von Weißkopf-Ruderenten in Kasachstan übertrifft geschätzten Weltbestand

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Mehr als 20.000 Weißkopf-Ruderenten wurden während Synchronzählungen in Kasachstan gezählt.
© Ingo Waschkies
In der internationalen Roten Liste gefährdeter Arten führt die Weltnaturschutzunion IUCN die Weißkopf-Ruderente seit dem Jahr 2000 als stark gefährdet. Sie zählt zu den seltensten Brutvögeln Europas und ist eine der am stärksten bedrohten Entenarten der Welt. Aus diesem Grund sind in Europa umfangreiche Schutzmaßnahmen eingeleitet worden, die in Südwesteuropa mittlerweile zu einem deutlichen Bestandsanstieg geführt haben. Die letzte Schätzung des Weltbestandes der Weißkopf-Ruderente von BirdLife International aus dem Jahr 2012 geht von 7900 bis 13100 Individuen aus. 5000-10000 dieser Vögel entfallen auf die östliche Population.
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20.09.2016 totop

Welche Konsequenzen haben Veränderungen in der Sahelzone für die Wiesenweihe?

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Aufgrund klimatischer und anthropogener Veränderungen haben es Wiesenweihen im Winterquartier in der Sahelzone immer schwerer ausreichend Nahrung zu finden
© Mathias Schäf
Millionen afro-paläarktischer Zugvögel nutzen zur Überwinterung die Sahelzone, einen semi-ariden Gürtel südlich der Sahara. Hier kam es in den letzten Jahrzehnten allerdings zu weitreichenden ökologischen Veränderungen, die es für die Vögel immer schwieriger werden lassen, eine ausreichende Kondition für den kräftezehrenden Heimzug aufzubauen. Trotz der weitreichenden Folgen für viele europäische Brutvögel existieren bislang nur wenige empirische Untersuchungen zu den ökologischen Bedingungen und ihren Auswirkungen auf die Vogelwelt.

Eine typische in der Sahelzone überwinternde Art ist die Wiesenweihe. Etwa die Hälfte des Jahres verbringen die Vögel in ihren Winterquartieren. Im Laufe dieser Monate bewegen sich die Weihen schrittweihe gen Süden und nutzen dabei zahlreiche unterschiedliche Gebiete, die auch über Jahre immer wieder aufgesucht werden. Zum Ende des Winters halten sich die Wiesenweihen am südlichen Rand der Sahelzone auf, wo sie mangels Ausweichmöglichkeiten auch bei ungünstigen Bedingungen verbleiben.
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13.09.2016 totop

Einfluss der Pazifischen Auster auf die Vogelwelt an Muschelbänken im Wattenmeer

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Der Knutt gehört zu den Vogelarten, für die ein negativer Einfluss der Pazifischen Auster festgestellt werden konnte.
© Peter Hering
Muschelbänke sind für das Ökosystem Gezeitenzone aufgrund ihrer hohen Diversität und Häufigkeit benthischer Organismen von hoher Bedeutung und stellen für viele Vogelarten eine wichtige Nahrungsquelle dar. Die Pazifische Auster (Crassostrea gigas) wurde in den 1980er Jahren ins Wattenmeer der Nordsee eingeschleppt und dominiert dort heute zahlreiche Miesmuschelbänke. Im niederländischen Wattenmeer sind rund die Hälfte aller Muschelkolonien betroffen. Obwohl die ursprünglich in Ostasien beheimatete Art seit mehr als 20 Jahren das Wattenmeer besiedelt, sind ihre Auswirkungen auf das Ökosystem noch erstaunlich wenig erforscht.
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13.09.2016 totop

Spannende Erkenntnisse zum Zugverhalten von Schlangenadlern

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Zugrouten des besenderten Schlangenadlers „Egidio&.dquo; vom Herbst 2013 bis Frühjahr 2016. Trotz Heimat im Süden Italiens wählte dieser Vogel bereits ab dem ersten Wegzug den Umweg über Frankreich und Spanien ins afrikanische Winterquartier.
© parcogallipolicognato.it
Vom Großteil der europäischen Schlangenadler ist bekannt, dass sie in einem relativ schmalen Gürtel in der Sahelzone südlich der Sahara überwintern. Italien beheimatet mehrere hundert Brutpaare des Schlangenadlers, dennoch wird die Art auf dem Durchzug an der Straße von Messina, einem Konzentrationspunkt des Vogelzugs über das zentrale Mittelmeer, nur in geringer Zahl festgestellt. Bereits Ende der 1990er Jahre wurde daher die Hypothese aufgestellt, dass auch italienische Schlangenadler Afrika über Frankreich und die Iberische Halbinsel erreichen.

Um dieser Vermutung auf den Grund zu gehen, wurden in den Jahren 2010 bis 2013 insgesamt sieben junge Schlangenadler im Süden Italiens mit GPS-Sendern ausgestattet. Von diesen Vögeln nutzten fünf tatsächlich die mit einem großen Umweg verbundene Route entlang der nördlichen Mittelmeerküste, um die Meerenge von Gibraltar für die Querung zu nutzen.
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09.09.2016 totop

Exkursionstag der EBCC mit zahlreichen Highlights

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Eine der Exkursionen führte in das EU SPA Mittlere Elbe
© Karsten Berlin
Am 4ten Tag der diesjährigen EBCC Konferenz wurden vier Exkursionen in das Umland von Halle (Saale) angeboten. Dazu gehörten neben der Colbitz-Letzlinger Heide das EU SPA Mittlere Elbe, der Helmestausee und das Neue Leipziger Seenland.
Mehr Informationen über die Exkursionsgebiete bietet ein Blick auf das Programm der EBCC-Konferenz.

Erwähnenswert sind die zahlreichen Highlights, die von den Exkursionsteilnehmern beobachtet worden sind. Dazu gehörten Graubruststrandläufer, Grauspecht, Wiedehopf und Steinadler. Die ersten beiden Arten waren im SPA Mittlere Elbe, die anderen beiden im Truppenübungsgelände Colbitz-Letzlinger Heide beobachtet.

07.09.2016 totop

EBCC-Update

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Die Konferenzteilnehmer der diesjährigen EBCC Konferenz
© Karsten Berlin
Auch das Programm des zweiten vollen Konferenztages startete wieder mit einem Plenarvortrag. Verena Keller vom EBCC befasste sich dabei mit Atlanten als Werkzeug, um Veränderungen in der Verbreitung und Häufigkeit von Vogelarten zu dokumentieren. Auf ihren Vortrag folgten Parallelsessions zu den Schwerpunkten Klimawandel und neuen Atlas-Projekten. Der Nachmittagsblock begann mit einem Plenarvortrag von Ariel Brunner, dem Leiter des Bereichs EU-Politik von BirdLife Europe, zum Thema Vögel und Agrarpolitik. Brunner ging dabei der Frage nach, welche Veränderungen getroffen werden müssten, um den Rückgang der Vögel der Agrarlandschaft zu stoppen. Es folgte eine erneute Parallelsession mit Präsentationen zu den Schwerpunktthemen Verbreitungsmodellierung und Einflüssen veränderter Landnutzungen auf Vögel. Der Tag wurde mit einem Workshop zum zweiten Europäischen Brutvogelatlas (EBBA2) abgeschlossen.

06.09.2016 totop

Vogelschutz kennt keine Grenzen — Internationale Fachtagung „Birds in a changing world“ findet in Halle (Saale) statt

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Internationale Fachtagung BIRDS IN A CHANGING WORLD in Halle (Saale)
© Kai Gedeon
„BirdNumbers 2016 – Birds in a changing world“ – so heißt das Motto der europäischen Konferenz des European Bird Census Council (EBCC), zu der etwa 250 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Deutschland gekommen sind. Dr. Kai Gedeon, Leiter des nationalen Organisationskomitees, zeigt sich hoch erfreut über das große internationale Interesse: „Die Teilnahme von Fachleuten aus über 50 Ländern unterstreicht den Pan-europäischen Ansatz des EBCC und verdeutlicht die wichtige Funktion der Tagung zur Vernetzung der Akteure.
Vögel reagieren sensibel und schnell auf Veränderungen ihrer Umwelt. Genau diese Eigenschaft macht sie zu begehrten Forschungsobjekten. Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), hob in ihrem Eröffnungsvortrag hervor: „Es gibt vielfältige Gründe für Bestandsrückgänge bei einheimischen Vogelarten. Landwirtschaftliche Intensivierung, der Anbau von Energiepflanzen in Monokulturen und die Zerschneidung der Landschaft sind wichtige Faktoren, die sich bei uns negativ auf die Vogelarten der Agrarlandschaft auswirken. Demgegenüber stehen Erfolge im Artenschutz durch die konsequente Umsetzung von Schutzstrategien. Aus Sicht des BfN sind derartige Fachtagungen wichtig, um den internationalen Austausch zu fördern und dadurch Erfahrungen zum Schutz der Vogelwelt auszutauschen.
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01.09.2016 totop

Die Wasservogelzählung geht online!

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Christian Tausch (LfU), Stefan Kluth (LfU / VSW Bayern), Rainer Dröschmeister (BfN), Johannes Wahl (DDA), Manfred Siering (OG Bayern), Norbert Schäffer (LBV) und Sönke Tautz (Otus) starteten gemeinsam die Online-Dateneingabe der WVZ beim Festakt in München.
© Armin Görgen
Im Rahmen eines Festaktes „50 Jahre Wasservogelzählung in Bayern“ wurde heute in München die Online-Eingabe für die Wasservogelzählung (WVZ) offiziell freigeschaltet. Die WVZ ist damit das erste Programm des bundesweiten Vogelmonitorings, dessen Dateneingabe in ornitho.de integriert wurde.
Systematische Erfassungen von rastenden Wasservögeln haben nicht nur in Deutschland eine lange Tradition. Ähnliche Initiativen in weiteren Ländern Westeuropas wurden in den 1960er-Jahren zum International Waterbird Census (IWC) zusammengeführt, der seitdem – inzwischen weltweit – alljährlich Mitte Januar stattfindet. Die Zählung ist damit vermutlich die umfangreichste einer Artengruppe überhaupt. Als Startjahr des International Waterbird Census gilt der Winter 1966/67. Im Januar 2016 wurde die Internationale Mittwinterzählung somit bereits zum 50. Mal durchgeführt. [mehr]

31.08.2016 totop

50 Jahre Wasservogelzählung: Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf zeichnet Wasservogelzähler der ersten Stunde aus

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Die geehrten "Urgesteine" der Wasservogelzählung in Bayern mit der Bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf und der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel.
© Armin Görgen
Das Engagement ehrenamtlicher Helfer ist eine wesentliche Stütze für den Natur- und Umweltschutz in Bayern. Die freiwilligen Leistungen der bayerischen Wasservogelzähler sind dabei Grundlage für viele Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt. Das betonte heute die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf bei der Feier des 50-jährigen Bestehens der Wasservogelzählung in Bayern. „Das Engagement Einzelner wirft ein helles Licht auf das Ehrenamtsland Bayern. Ohne die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter wäre der bayerische Naturschutz nicht da, wo er heute steht. Wir brauchen eine gute Datengrundlage, um den Artenschwund zu stoppen. Wasservogelzähler sind Pioniere: Mit Geduld und Ausdauer haben sie das Vogelmonitoring in der heutigen Form überhaupt erst möglich gemacht. Seit 1966 haben sie insgesamt rund 44 Millionen Wasservögel aus 224 verschiedenen Vogelarten gezählt. Dieser Einsatzwillen verdient größten Respekt und unseren Dank“, so Scharf. Die Daten der landesweiten Wasservogelzählung finden auf vielfältige Weise Verwendung: beispielsweise lassen sich so Verbreitung und Bestandsentwicklung einzelner Arten verfolgen. Außerdem sind die Daten ein wertvoller Indikator für den Zustand der Natur in Bayern und eine Grundlage für die Rote Liste. [mehr]

30.08.2016 totop

Ungarischer Würgfalke auf dem Weg in die Heimat

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Zugroute des in Ungarn besenderten Würgfalken von Tschechien bis nach Leipzig und zurück.
© sakerlife.mme.hu
Ende Juli berichteten wir an dieser Stelle von einem in Ungarn besenderten Würgfalken-Weibchen, das am 3.7. nach einer Reise über die Slowakei und Tschechien nach Deutschland flog und sich über mehrere Wochen im Großraum Leipzig aufhielt. Da der Vogel sich mehrfach über Tage recht stationär verhielt, gelang vielen Vogelkundlern die Beobachtung des seltenen Gastes. Der Falke schmarotzte häufig bei anderen Greifvogelarten und nutzte Hochspannungsmasten als Sitzwarte. So ließ er sich aus sicherer Entfernung störungsfrei beobachten.
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29.08.2016 totop

Internationale Bartgeier-Beobachtungstage im Oktober 2016

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Dank der erfolgreichen Wiederansiedlung steigen in den Alpen Jahr für Jahr die Chancen auf Beobachtungen der majestätischen Bartgeier
© Jochen Gerlach
Der Bartgeier war lange Zeit als gefährlicher Beutegreifer verrufen und wurde intensiv verfolgt, bis er anfangs des 20. Jahrhunderts gänzlich aus den Alpen verschwand. Heute ist dieses falsche Bild korrigiert, und der imposante Alpenbewohner ist wieder bei uns heimisch. Dies dank einem Wiederansiedlungsprojekt, das 1986 seinen Anfang in Österreich nahm. Obwohl das Projekt inzwischen grosse Fortschritte gemacht hat, ist die Wiederansiedlung noch nicht abgeschlossen.
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29.08.2016 totop

Lärm an Flughäfen beeinflusst Gesangsaktivität der Vögel

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Fluglärm kann bei Singvögeln wie dem Buchfink zu starken Einschränkungen der potentiellen Gesangszeit führen
© Thomas Harbig
Insbesondere aufgrund des Kollisionsrisikos von Flugzeugen mit Vögeln, kommt es an Flughäfen immer wieder zu Konflikten mit der Vogelwelt. Doch auch der hohe Lärmpegel wirkt sich offenbar negativ auf das Verhalten der Vögel aus.

Im Waldgebiet Jungfernheide, unweit des Flughafens Berlin-Tegel, wurde dies im Rahmen einer Ende April 2013 und Anfang Mai 2014 durchgeführten Studie untersucht. Ab mindestens einer Stunde vor Sonnenaufgang registrierten dabei bis zu vier Wissenschaftler sowie digitale Audiorekorder den Gesang der Vögel. Zu Vergleichszwecken wurden die Gesänge gleichzeitig an einer weiter vom Flughafen entfernten Kontrollstelle erfasst.
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25.08.2016 totop

Neue Rote Liste der Brutvögel Deutschlands veröffentlicht

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© BzV
Zur Dokumentation des Artenrückgangs, als Alarmsignal für den Zustand von Natur und Landschaft insgesamt, sind Rote Listen ein unverzichtbares Instrument: Sie sind in ihrer Aussage leicht verständlich, für jedermann einsehbar und fachlich akzeptiert. Seit nunmehr 45 Jahren gibt es in Deutschland die Rote Liste der Vögel, eine lange Zeitreihe in der kurzen Naturschutzgeschichte unseres Landes und somit eine wirkliche Erfolgsgeschichte aus dem Werkzeugset des Naturschutzes.

Das aus Vertretern des Deutschen Rat für Vogelschutz e. V., der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten, der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft e. V., des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten e. V., der Arbeitsgemeinschaft der Vogelwarten und des Bundesamtes für Naturschutz bestehende „Nationale Gremium Rote Liste Vögel“ hat nun die 5. Fassung der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands erarbeitet und in der aktuellen Ausgabe der Berichte zum Vogelschutz veröffentlicht.
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24.08.2016 totop

Neuer Statusbericht zum Zustand der Vogelwelt in der Schweiz erschienen

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© Vogelwarte Sempach
Die Verbreitung der Vögel unterliegt einem ständigen Wandel. Neben natürlichen Faktoren wird sie immer mehr von menschlichen Aktivitäten beeinflusst. Problematisch für viele Arten ist vor allem die Geschwindigkeit, mit der diese Veränderungen heute ablaufen. Insbesondere in den Bergen können Lebensraumveränderungen und die Klimaerwärmung Vögel zur Aufgabe tiefer gelegener Lagen zwingen.

Die langfristigen Daten aus den Überwachungsprojekten der Schweizerischen Vogelwarte Sempach machen solche Entwicklungen sichtbar. Die aus zehntausenden Beobachtungen von Ehrenamtlichen berechneten Indices zeigen für verschiedene Vogelarten seit 1999 ein klares Bild: Unterhalb von 1500 m Höhe nehmen die Bestände typischer Bergvögel wie Birkhuhn, Steinschmätzer und Tannenhäher ab. Oberhalb dieser Höhe bleiben sie stabil oder nehmen zu.
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24.08.2016 totop

Zugrouten europäischer Turteltauben anhand von geschossenen Vögeln untersucht

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Die Turteltaube gehört zu den größten Sorgenkindern im europäischen Vogelschutz
© Rosl Rößner
Um Vogelarten effektiv schützen zu können, sind umfangreiche Kenntnisse ihrer Zugwege, Brutgebiete und Überwinterungsquartiere notwendig. Verhältnismäßig wenig ist bislang allerdings über das Zugverhalten der in weiten Teilen Europas stark zurückgehenden Turteltaube bekannt. Diese Wissenslücke soll unter anderem in Großbritannien mithilfe von besenderten Vögeln im Projekt „Operation Turtle Dove“ weiter geschlossen werden.
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22.08.2016 totop

EU-Naturschutzpolitik kann Rückgang von Feldvogelarten abmildern, aber nicht aufhalten

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Der Kiebitz ist eine der untersuchten Feldvogelarten, deren Bestände stark zurückgehen.
© Hans Glader
Die verheerenden Konsequenzen der landwirtschaftlichen Intensivierung machen Erfolge der EU-Naturschutzpolitik und von Vertragsnaturschutzprogrammen größtenteils wieder zunichte. So lautet das Fazit einer europaweiten Studie, die ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Universitäten und Forschungsinstitute in Zusammenarbeit mit BirdLife und dessen europäischen Partnerverbänden unter Beteiligung des DDA jüngst erarbeitet hat.
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17.08.2016 totop

Nach Osten oder Westen? Zugwege und Winterquartiere von Basstölpeln aus Island

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Kollegen, wohin im Winter? Ein internationales Forscherteam hat die Frage für die isländischen Brutvögel beantwortet.
© Stefan Garthe
Basstölpel (Morus bassanus), die im Nordatlantik brüten, sind in eine westliche und östliche Brutpopulation aufgeteilt. Die isländische Brutkolonie liegt in der Mitte zwischen dem europäischen und nordamerikanischen Kontinent. Um die Zugrouten der isländischen Tiere zu entschlüsseln und herauszufinden, inwieweit sie sich mit den westlichen oder östlichen Populationen in ihren Wintergebieten vermischen, rüstete ein internationales Forscherteam aus Island, Deutschland, Schottland und Kanada im Juli 2010 insgesamt 28 Tiere mit Lichtloggern aus. Die Geräte zeichneten während der Wintermonate die Position der Vögel auf. Die Ergebnisse bestätigen die bisherigen Ringwiederfunde und zeigen eine südöstliche Zugroute, kein Vogel überwinterte im Westatlantik. [mehr]

16.08.2016 totop

Sind kürzere Zugwege für Löffler von Vorteil?

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Der Bruterfolg unterscheidet sich zwischen südlich der Sahara und in Europa überwinternden Löfflern offenbar deutlich.
© Erich Greiner
Tierwanderungen sind im ganzen Tierreich etabliert. Geschätzte 50 Milliarden Vögel bewegen sich alljährlich saisonal zwischen Brutgebiet und Winterquartier. Die Bewegungen reichen dabei von der regionalen Ebene bis hin zu Zugstrecken über mehrere Kontinente und über Tausende Kilometer. Nicht nur zwischen verschiedenen Arten, auch innerhalb einer Vogelart können die gewählten Routen und Überwinterungsgebiete einzelner Individuen oder ganzer Populationen deutlich voneinander abweichen.

Um herauszufinden, ob sich aus der Wahl des Winterquartiers niederländischer Löffler Vor- oder Nachteile gegenüber in anderen Regionen überwinternden Individuen ergeben, wurden in einer Kolonie auf der Insel Schiermonnikoog über drei aufeinander folgende Brutzeiten (2007-2009) zeitlicher Brutverlauf, Bruterfolg sowie Körperkondition und Überlebensrate der Jungvögel untersucht. Die Überwinterungsgebiete der dort brütenden Löffler unterscheiden sich deutlich: während einige Vögel im südlichen Europa in einer Distanz von rund 2000 Kilometern von der Kolonie den Winter verbringen, ziehen andere Individuen rund 4500 Kilometer über die Sahara bis nach Westafrika.
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12.08.2016 totop

Anmeldung zur EBCC Bird Numbers 2016 nur noch bis zum 25. August möglich!

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© DDA / Birdnumbers2016
Der DDA organisiert die diesjährige 20. Konferenz des European Bird Census Council (EBCC) — Bird Numbers 2016 — Birds in a changing world. Das Veranstaltungsprogramm inklusive weitere Informationen zum Veranstaltungsort und Ablauf können Sie als PDF herunterladen [ 8.055 kb ]

Die einwöchige Veranstaltung findet vom 5. bis 9. September 2016 in Halle (Saale) statt. Veranstaltungsort und Mitveranstalter ist die Martin Luther Universität Halle-Wittenberg.

Eine Anmeldung für diese internationale Veranstaltung mit einer Vielzahl renommierter Gäste ist noch bis zum 25. August 2016 möglich. Bei Interesse können Sie sich hier registrieren. Zudem finden Sie auf der Webseite eine Vielzahl weiterer Informationen zur Veranstaltung.
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10.08.2016 totop

TV-Tipp: Zugvögel – 11. August 20:15 Uhr auf ARTE

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© colourFIELD
Warum nehmen Zugvögel Jahr für Jahr die Strapazen eines langen Fluges auf sich? Die Dokumentation begleitet Zugvögel mit atemberaubenden Luftbildern von ihren Reisen aus der „Vogelperspektive“ im Dienste der Wissenschaft. Der Kamera-Helikopter überquert mit Störchen gemeinsam die gefährliche Straße von Gibraltar und begleitet sie in der Luft bis nach Tansania und Kenia.
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10.08.2016 totop

Austernfischer mit Rekordalter in den Niederlanden abgelesen

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Austernfischer können ein hohes Alter erreichen. Ein geringer Bruterfolg macht den Beständen jedoch stark zu schaffen
© Christine Jensen
Am 1. August 2016 konnte im Hafen von Rotterdam ein Austernfischer abgelesen werden, bei dem sich herausstellte, dass er bereits am 3. März 1972 auf der niederländischen Nordseeinsel Texel beringt worden war. Der schon bei der Beringung mindestens vorjährige Vogel ist also bereits mindestens 46 Jahre alt. Nur selten werden Austernfischer älter als 20 Jahre. Der bisherige Rekordhalter erreichte ein Alter von 43 Jahren.
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03.08.2016 totop

Führt die Klimaerwärmung bei Möwen zu vermehrtem Kannibalismus?

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Bei der Beringmöwe stellten amerikanische Wissenschaftler nun eine Zunahme des Kannibalismus im Zuge der Klimaerwärmung fest.
© Ole Krome
Auf Protection Island, im Nordwesten der USA, führt der Biologe Jim Hayward seit 1987 jährliche Erfassungen des Brutbestands einer großen Kolonie von Beringmöwen durch. Innerhalb der letzten zehn Jahre stellte er bei den Möwen einen zunehmenden Kannibalismus fest. So muss er immer häufiger beobachten, wie Eier oder Jungvögel von aggressiven Nestnachbarn getötet und verspeist werden. Hayward vermutet einen Zusammenhang dieses Trends mit der Klimaerwärmung.

In den vergangenen 60 Jahren hat sich die Meerestemperatur 15-mal schneller erwärmt als in allen übrigen Zeiträumen innerhalb der letzten 10.000 Jahre. Mit steigenden Temperaturen weicht das Plankton in kühlere, tiefer gelegene Bereiche aus. Dem Plankton folgen auch die Fische, die somit immer schwieriger für die Seevögel zu erbeuten sind. Gerade die lediglich an der Oberfläche jagenden Möwen haben während der Brutzeit — wo sie sich rund um Protection Island vorwiegend von Fisch ernähren — somit zunehmend Probleme, ausreichend Nahrung zu finden. Diese Notsituation führt möglicherweise dazu, dass immer öfter auch Jungvögel benachbarter Brutpaare erbeutet werden.
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02.08.2016 totop

Neuer Schlafplatz der Lachseeschwalbe in den Niederlanden entdeckt

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Mit der Unterstützung niederländischer Vogelbeobachter konnte nach mehreren Jahren nun ermittelt werden, wo sich der Schlafplatz der tagsüber in der Provinz Groningen jagenden Lachseeschwalben befindet
© Kai Gauger
Erst vor einer Woche hatten SOVON Vogelonderzoek Nederland, das Beobachtungsportal waarneming.nl sowie die niederländische Tageszeitung DVHN zur Suche nach einem bislang unbekannten Schlafplatz der seltenen Lachseeschwalbe im Nordwesten der Niederlande aufgerufen.

Vogelbeobachtern war in den vergangenen Jahren aufgefallen, dass im Spätsommer alljährlich tagsüber am Heeresmeer, etwa 25 km südwestlich des Dollarts und 20 km westlich der deutschen Grenze, bis zu 30 Lachseeschwalben nach Nahrung suchen, die allabendlich zu unbekannten Schlafplätzen aufbrechen. Bislang war in den Niederlanden nur ein einziger Schlafplatz bei Den Helder — mehr als 150 km vom Heeresmeer entfernt — bekannt.
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01.08.2016 totop

Gute Nachrichten vom Seggenrohrsänger: Positiver Bestandstrend in Litauen

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Der Seggenrohrsänger ist weltweit vom Aussterben bedroht und kommt nur noch ein wenigen Teilen seines einstigen Brutareals vor
© Günter Niehaus
Litauen ist eines von gerade einmal vier Ländern, in denen Seggenrohrsänger noch alljährlich zur Brut schreiten. Doch auch dort brachen die Bestände in den letzten Jahrzehnten katastrophal auf nur noch 50 singende Männchen im Jahr 2013 zusammen. Im Rahmen eines EU-LIFE+-Projektes wurden ab 2010 umfangreiche Schutzmaßnahmen zur Wiederherstellung geeigneter Bruthabitate sowie die Umsetzung einer umweltfreundlicheren Bewirtschaftung ergriffen.

2014 konnten erste positive Ergebnisse vermeldet werden, als sich der Vorjahresbestand auf 105 singende Männchen verdoppelte. Im Jahr 2015 stieg der Bestand weiter bis auf 145 Sänger an. Nach vorläufigen Ergebnissen scheint sich dieser positive Trend auch 2016 noch einmal erfreulich zu bestätigen: Nicht weniger als 245 singende Seggenrohrsänger wurden in Litauen gezählt. Damit hat sich die Population dort innerhalb weniger Jahre wieder auf den Wert des Jahres 2000 erholt.

Weitere Informationen


01.08.2016 totop

Vögel in Deutschland aktuell: Rückblick auf das Frühjahr 2016

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© Aula-Verlag
Das Wetter im vergangenen Frühjahr hielt bei durchschnittlichen Temperaturen so manche Überraschung bereit. Wir befassen uns in unserem Rückblick auf diese Jahreszeit in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Der Falke“ unter anderem mit der Ankunft der Zugvögel. Während Kurzstreckenzieher eher spät dran waren, erreichten uns einige Langstreckenzieher um bis zu eine Woche früher als in den Vorjahren. Wir beleuchten einige Arten genauer und führen mögliche Gründe für diese Abweichung an.
Rotkopfwürger traten in diesem Jahr bislang so zahlreich auf wie schon seit dem Ende der 1980er Jahre nicht mehr, als die Art noch als Brutvogel in Deutschland vorkam. Wir zeigen, wann hierzulande am ehesten Rotkopfwürger zu beobachten sind und wieso die mediterran verbreitete Art überhaupt noch alljährlich zu den Zugzeiten bis nach Deutschland kommt.
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28.07.2016 totop

Kormoran-Bericht des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern erschienen

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© LUNG MV
Der im Juni 2016 veröffentlichte 7. Kormoranbericht Mecklenburg-Vorpommern enthält aktuelle Informationen zur Entwicklung des Kormoranbestandes in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2015, zu allgemeinen Trends in Deutschland und im Ostseeraum, zu Aktivitäten zur Abwehr von Kormoranschäden sowie zu wissenschaftlichen Untersuchungen.

In 2015 wurden in Mecklenburg-Vorpommern über 14.000 Kormoranbrutpaare in insgesamt 17 Brutkolonien gezählt. Der Brutbestand ist damit gegenüber dem Vorjahr um etwa 15 % gewachsen und erreichte in etwa das hohe Niveau aus 2008. Die Veränderungen betrafen vor allem die Küstenkolonien; der Brutbestand im Binnenland unterliegt seit Mitte der 1990er Jahre hingegen geringen Schwankungen. Die Winterhärte ist ein wesentlicher Regulationsfaktor für den Kormoran. Strenge Winter wie in den Jahren 2009/10 und 2010/11 führen zu Bestandseinbrüchen, während nach milden Wintern – wie 2015 – hohe Brutbestände zu erwarten sind.
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28.07.2016 totop

Knutt fliegt nonstop 4000 Kilometer von Kanada bis ins Wattenmeer

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Zugroute von Knutt “Paula” vom Wattenmeer nach Nordost-Kanada und zurück.
© NIOZ
Knutts aus zwei verschiedenen Populationen nutzen das Wattenmeer der Nordsee im Verlauf des Jahres. Während die Nominatform auf dem Zug zwischen sibirischem Brutgebiet und den westafrikanischen Winterquartieren im Frühjahr und Herbst bei uns durchzieht, überwintern Knutts der im hocharktischen Kanada und im Norden Grönlands verbreiteten Unterart islandica bei uns.

Im Rahmen eines Projektes des Niederländischen Instituts für Meeresforschung (NIOZ) offenbarte nun ein mit Satellitensender ausgestatteter Knutt dieser Unterart eine beeindruckende Zugleistung. Der Knutt „Paula“ erreichte am 15. Juli die niederländische Insel Terschelling nach einem Nonstop-Flug über 4000 Kilometer aus dem nördlichsten Kanada. Er bestätigt damit bisherige Annahmen, dass Knutts auf ihrem Weg zwischen Brut- und Überwinterungsgebiet enorme Flugleistungen vollbringen.
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27.07.2016 totop

Neubesetzungen in der Deutschen Avifaunistischen Kommission

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© DAK/DDA
Zum 1. Mai 2016 gab es innerhalb der Deutschen Avifaunistischen Kommission (DAK) mehrere Umstrukturierungen und Neubesetzungen. Fabian Bindrich verließ die DAK aus persönlichen Gründen. Als Leiter der Geschäftsstelle Süd der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e.V. bleibt er dennoch weiter mit dem DDA verbunden. Für seine langjährige Mitarbeit sei ihm an dieser Stelle herzlich gedankt! Jan Ole Kriegs wird sich als neuer Direktor am LWL-Museum für Naturkunde aus zeitlichen Gründen künftig nur noch auf koordinative Tätigkeiten innerhalb der DAK konzentrieren und nicht weiter an Beurteilungen von Seltenheitsdokumentationen teilnehmen.
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27.07.2016 totop

Reise von Bartgeier „Larzac“ endet in Schleswig-Holstein

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Insbesondere immature Bartgeier unternehmen oft weite Ausflüge. Der von „Larzac“ endete leider tödlich
© Thomas Hinsche
Mitte Juli hatten wir an dieser Stelle über den in einem Wiederansiedlungsprojekt in Südfrankreich besenderten und seit dem 4. Juli nach einem Ausflug bis nach Norddeutschland vermissten Bartgeier „Larzac“ berichtet. Nun gibt es leider traurige Gewissheit zum Schicksal des Vogels. Seine Überreste wurden etwa 10 km südlich der Ostseeküste bei Wangels im Landkreis Plön in unmittelbarer Nähe zu einer (allerdings abgeschalteten) Niederspannungsleitung gefunden. Es wird derzeit von einem Leitungsanflug ausgegangen.
Im Editorial des August-Heftes der Zeitschrift Der Falke hatte Redakteur Norbert Schäffer noch dazu aufgerufen habe, Beobachtungen von „Larzac“ an den DDA zu melden. Dies hat sich nun leider relativiert.

Weitere Informationen


26.07.2016 totop

Online-Portale können Monitoringprogramme ergänzen, aber keinesfalls ersetzen

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Rückt eine Art durch Bestandseinbrüche öffentlich in den Fokus, so kann durch anschließende erhöhte Aufmerksamkeit und Meldetätigkeit anhand von Zufallsbeobachtungen ein falscher, positiver Trend vorgetäuscht werden.
© Mathias Putze
Das Monitoring, also die zeitliche Verfolgung von Änderungen in den Beständen von Tier- und Pflanzenarten, bildet eine wichtige Grundlage für erfolgreichen Naturschutz. Die regelmäßige, standardisierte Erfassung über große Gebiete ist jedoch teuer und kann nur durch die Einbindung einer großen Zahl freiwilliger Helfer mit speziellen Kenntnissen realisiert werden. Diese Ressourcen sind in vielen Gegenden der Welt nicht vorhanden.

Viele Naturliebhaber melden jedoch unsystematisch erhobene Daten über das Internet oder Smartphone-Apps an Online-Datenbanken wie etwa ornitho.de oder eBird, von Beobachtungen einzelner seltener Arten bis zu kompletten Artenlisten erfolgreicher Exkursionen. Online-Plattformen haben weltweit inzwischen Milliarden von Beobachtungen angesammelt. Solche Daten sind erfolgreich in vielen Bereichen von Wissenschaft und Naturschutz zum Einsatz gekommen, etwa in Auswertungen zur Verschiebung von Ankunftszeiten und Zugrouten bei Zugvögeln. Ob unsystematisch erhobene Daten auch für das zeitliche Monitoring von Vogelpopulationen genutzt werden können, war allerdings bisher unklar.
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26.07.2016 totop

In Ungarn besenderter Würgfalke in Deutschland unterwegs

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Deutlich ist auf dem Rücken des Vogels der Satellitensender erkennbar, der unregelmäßig die Position des Vogels übermittelt
© Jens Halbauer
Der Würgfalke ist Brutvogel der großen Steppengebiete Osteuropas und Zentralasiens. Die westlichsten Brutvorkommen liegen in Österreich und Ungarn, auch in Deutschland hat die Art aber schon einmal gebrütet. Von 1997 bis 2001 brütete ein Paar im Elbsandsteingebirge in Sachsen. In Europa hat der Würgfalke im 20. Jahrhundert starke Bestandseinbußen erlitten, der Weltbestand dieser global gefährdeten Art ist in den letzten Jahrzehnten ebenfalls stark rückläufig. Erst aufgrund konsequenter Schutzmaßnahmen stiegen die Bestände in einigen Ländern Osteuropas ab den 1980er Jahren wieder an.
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20.07.2016 totop

Bestandsrückgänge des Kuckucks hängen mit der gewählten Zugroute zusammen

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Kuckucke verschiedener Brutgebiete wandern auf unterschiedlichen Routen in die afrikanischen Winterquartiere.
© Lutz Ritzel
Weltweit gehen insbesondere die Bestände von Zugvogelarten stark zurück. Auch wenn bei vielen Arten angenommen wird, dass die Gründe für diese Rückgänge zumindest zum Teil auf dem Zugweg oder in den Überwinterungsquartieren zu suchen sind, liegen dazu bislang kaum belastbare Daten vor.

In einer Telemetriestudie wurden an verschiedenen Orten Großbritanniens in den Jahren 2011 bis 2014 insgesamt 42 männliche Kuckucke der stark zurückgehenden Brutpopulation besendert, was die genaue Verfolgung von insgesamt 56 herbstlichen Zugrouten ermöglichte. Die Forscher stellten dabei fest, dass die Vögel ihr gemeinsames Winterquartier in Zentralafrika über zwei unterschiedliche Routen erreichten. Auf einer West-Route verließ ein Teil der Kuckucke Großbritannien nach Südwesten über die Iberische Halbinsel, während andere eine Ost-Route über Italien oder den Balkan wählten. Die Vögel blieben auch über mehrere Zugperioden stets ihrer individuellen Route treu. Zwischen lokalen Brutbeständen gab es starke Unterschiede in der Wahl der Zugroute, sodass den Wissenschaftlern eine nach Herkunftsgebiet differenzierte Auswertung möglich war.
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19.07.2016 totop

Erstnachweis des Maskenwürgers für Deutschland

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Vor allem in den dornigen Büschen des Mittellandes geht der Maskenwürger auf Helgoland derzeit auf die Jagd.
© Ole Krome
Am Nachmittag des 13. Juli 2016 machte eine Nachricht unter den Vogelbeobachtern in Deutschland schnell die Runde: Auf Helgoland war ein Maskenwürger fotografiert worden. Nie zuvor konnte diese im östlichen Mittelmeerbereich und in Kleinasien verbreitete Vogelart hierzulande beobachtet werden und entsprechend groß war das Interesse. Bereits am nächsten Tag versammelten sich rund 50 extra für den Würger angereiste Beobachter auf der Insel. Der Vogel spielte mit und ließ sich auch am Folgetag beobachten und fotografieren. Wer in der Woche nicht konnte, bekam am Wochenende noch eine Chance. Auch aktuell hält sich der extrem seltene Gast weiter im Mittelland von Deutschlands einziger Hochseeinsel auf.
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14.07.2016 totop

Dritter Band der Avifauna Rheinland-Pfalz erschienen

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© GNOR
Bereits rund ein Dreivierteljahr nach Erscheinen von Band 2 kann die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e.V. (GNOR) nun auch den dritten Band des Werkes „Die Vogelwelt von Rheinland-Pfalz“ präsentieren. Mit 896 Seiten ist dies der bislang umfangreichste Band und für viele Ornithologinnen und Ornithologen auch der interessanteste, enthält er doch Gruppen wie die Greifvögel, die Eulen oder die Limikolen. Die Gruppe der Nicht-Singvögel wurde damit abgeschlossen. Der neue Band enthält über 300 hochwertige Fotos, 547 farbige Karten und Diagramme, 32 Tabellen und ein umfassendes Literaturverzeichnis mit über 1650 Zitaten. Er ist zum Preis von 44,90 Euro (zzgl. 8,29 Euro Porto und Verpackung) erhältlich. Die Bände können – einzeln oder im Dreierpack – ab sofort per Bestellformular oder über die Internetseite der GNOR bestellt werden.
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13.07.2016 totop

Auch schwedische Jäger machen sich für Abschuss von Steinadlern stark

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Auch in Schweden stehen dem Steinadler möglicherweise harte Zeiten bevor
© Hans Glader
Nicht nur in Norwegen ist der Abschuss von Steinadlern im Rahmen eines „Raubtiermanagement“ ein Thema: der schwedische Jagdverband hat offenbar ähnliche Pläne. Die Organisation machte sich auf ihrer Jahresversammlung Anfang Juni 2016 dafür stark, den Steinadler für eine dreijährige Studie in den Artikel 28 der schwedischen Jagdverordnung aufzunehmen. Dieser Artikel erlaubt es Tierhaltern ihre Tiere zu schützen, wenn diese von einem Raubtier angegriffen werden. Bislang sind darunter Braunbär, Wolf, Vielfraß und Luchs aufgeführt, nicht jedoch der Steinadler.

Auch wenn in dem Entschluss der schwedischen Jäger generell von domestizierten Tieren die Rede ist, so sind es im Fall des Steinadlers die Jagdhunde, die geschützt werden sollen. In den vergangenen zwölf Jahren wurden jedoch nach Angaben von BirdLife Schweden pro Jahr nur zwischen null und vier Hunde von Steinadlern getötet oder schwer verletzt. Mehr als 1000 Jagdhunde werden hingegen jährlich durch andere Ursachen getötet oder schwer verletzt. Der Sinn eines Abschusses von Steinadlern zum Schutz der Jagdhunde muss daher stark hinterfragt werden.
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13.07.2016 totop

2700 Kilometer durch die Nordsee: Basstölpel mit Rekordflug

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Route des einwöchigen Nahrungsfluges von Basstölpel „Cosmo“ durch die Nordsee.
© T. A. G.
Ein auf der britischen Kanalinsel Alderney mit einem per Mobilfunk sendenden Sender versehener Basstölpel lieferte den Wissenschaftlern des vom Alderney Wildlife Trust (AWT), dem British Trust for Ornithology (BTO) und der Universität Liverpool getragenen Forschungsprojekt T.A.G. („Track-A-Gannet“) nun überraschende Ergebnisse. Der Basstölpel names „Cosmo“ flog während eines fast eine Woche dauernden Nahrungsfluges mehr als 2700 km von den Kanalinseln durch den Ärmelkanal und quer über die Nordsee bis in skandinavische Gewässer und zurück. Diese Ergebnisse übertreffen die bislang von Experten angenommenen Entfernungen.
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12.07.2016 totop

Neue Publikation um Einfluss von Kitesurfen auf Wasser- und Watvögel

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© NLWKN
Beim Kitesurfen handelt es um eine noch junge Freizeitaktivität, die erst gegen Ende der 1990er Jahre aufkam und in vielen Gebieten erst Anfang der 2000er Jahre erstmalig ausgeübt wurde. Recht schnell wurde offenbar, dass Kitesurfen bei Vögeln mindestens ebenso starke Fluchtreaktionen wie Windsurfen auslöst. Dennoch liegen bisher nur wenige Untersuchungen zum konkreten Einfluss von Kitesurfing auf Vögel vor. Eine neue Publikation der Schriftenreihe „Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen“ bietet nun eine Gesamtschau über die bislang zu diesem Thema verfassten Studien und deren Ergebnisse und versucht auf dieser Basis zu einer synoptischen Betrachtung der Auswirkungen von Kitesurfen auf Vögel zu gelangen. Das für die Auswertung zusammengetragene Material umfasst 17 Studien aus fünf Nationen.
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12.07.2016 totop

Bartgeier „Larzac“ in Norddeutschland verschollen!

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Route des besenderten Bartgeiers „Larzac“ von Belgien über die Niederlande bis an die deutsche Ostseeküste.
© swild.ch
Immer wieder erreichen Geier aus südlich gelegenen Brutgebieten bei ihren weiträumigen Ausflügen auch Deutschland. Dank modernster Technik können die Routen einzelner Vögel dabei sehr genau verfolgt werden. Zuletzt hatten wir Mitte Mai an dieser Stelle über den in Südfrankreich besenderten Mönchsgeier „Bernardus“ berichtet, der für einige Tage einen Ausflug über die Schweiz nordwärts bis in den Raum Heidelberg unternahm und inzwischen wieder im französischen Zentralmassiv angekommen ist. Es ist also keinesfalls so, dass die uns erreichenden Geier generell dem Tode geweiht sind. Die Gleitflieger können innerhalb von Stunden enorme Strecken zurücklegen und — wie das Beispiel von „Bernardus“ zeigt – auch wieder in angestammte Gebiete zurück finden.
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11.07.2016 totop

Britische Bestände der Turteltaube erreichen neuen Tiefststand

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Seit Mitte der 1990er Jahre sind die britischen Bestände der Turteltaube um 93 % zurückgegangen.
© Jan Goedelt
Wie der British Trust for Ornithology jüngst in seinem neuen Statusbericht zum Brutvogelmonitoring bekannt gab, haben die Bestände der Turteltaube in Großbritannien einen neuen Tiefststand erreicht. Seit 1995 wurde demnach ein Rückgang um 93 % verzeichnet. Europaweit brachen die Bestände seit 1980 um 78 % ein.

Vor allem Änderungen in der Landnutzung haben zu einem kontinuierlichen Rückgang der Brutpaarzahlen geführt. Man nimmt an, dass ein reduziertes Samenangebot während der Brutzeit ein entscheidender Grund dafür ist. Zusätzlich werden seit 2005 vermehrt Fälle von der vom Grünfinkensterben bekannten Trichomonadose bei Turteltauben festgestellt. Einen negativen Effekt auf die Population hat sicherlich auch der hohe Jagddruck während des Durchzugs in Ländern Südeuropas, auch wenn das wahre Ausmaß dieser Verfolgung nur schwer zu ermitteln ist. Und auch in den westafrikanischen Überwinterungsgebieten haben sich die Bedingungen für Turteltauben verschlechtert: Neben klimatischen Veränderungen spielt hier ebenfalls eine durch Landnutzungsänderungen verschlechterte Nahrungsverfügbarkeit eine Rolle. [mehr]

11.07.2016 totop

Feuer frei auf Steinadler in Norwegen?

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© Falke - Journal für Vogelbeobachter
In Norwegen droht ein Massenabschuss von Steinadlern. Ein Parlamentsausschuss billigte kürzlich zwei Pilotprojekte für ein „Raubtiermanagement“, nach denen in den Regionen Fosen in Zentral- und Troms in Nordnorwegen erstmals auch Steinadler in größerem Umfang getötet werden dürften. Zur Begründung werden Schäden genannt, die die Adler an freilaufenden Herdentieren wie Schafen und Rentieren anrichten sollen. Der norwegische BirdLife-Partner „Norsk Ornitologisk Forending“ (NOF) hat errechnet, dass in den beiden Pilotregionen bis zu 226 Steinadler nach dem „Managementplan“ geschossen werden dürften.
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04.07.2016 totop

Schockierende Zahlen zum Vogelfang in Ägypten veröffentlicht

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Man nimmt an, dass in jedem Herbst entlang der ägyptischen Mittelmeerküste mehrere Millionen Wachteln getötet werden
© Christopher König
Bereits mehrfach wurde über das enorme Ausmaß des herbstlichen Vogelfangs an der Mittelmeerküste Ägyptens berichtet. Vor allem Wachteln werden in großer Zahl systematisch gefangen, doch auch zahlreiche andere Arten gehen den Jägern in die Netze und verenden qualvoll. Von 2008 bis 2012 führten amerikanische und ägyptische Forscher eine Untersuchung entlang dieser Netze im Norden der Sinai-Halbinsel durch. Sie ermittelten dabei erschreckende Anzahlen: bis zu 357 Wachteln pro Kilometer pro Tag wurden demnach in 2012 getötet, durchschnittlich waren es 191. Die Wissenschaftler fanden neben Wachteln auch 54 andere Vogelarten aus 28 Familien, darunter in goßer Zahl Wachtelkönig, Steinschmätzer und Kurzzehenlerche. Anhand der erhobenen Daten berechneten die Forscher, dass alljährlich innerhalb der 45 Tage des stärksten Herbstdurchzugs rund 2 Millionen Wachteln und 0,5 Millionen Vögel anderer Arten im Nordsinai getötet werden. 2012 etablierte sich der Einsatz von Klangattrappen, um Wachteln in die Netze zu locken. Die für dieses Jahr geschätzte Zahl gefangener Wachteln lag sogar bei 3,3 Millionen. Die Ergebnisse wurden nun im Journal Bird Conservation International veröffentlicht.
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04.07.2016 totop

Kollisionsraten an Windenergieanlagen: Neuer Forschungsbericht erschienen

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© BioConsult SH
Kollisionen von Vögeln (und Fledermäusen) gelten als ein zentrales Konfliktfeld zwischen dem Ausbau der Windenergienutzung und dem Naturschutz. Da zahlreiche Vogelarten und alle Greifvogelarten besonderen gesetzlichen Schutz genießen sind Kollisionen ein wichtiger artenschutzrechtlicher Aspekt in den Genehmigungsverfahren. Zur Ermittlung der Kollisionsraten von Vögeln und der Schaffung planungsbezogener Grundlagen für die Prognose und Bewertung des Kollisionsrisikos durch Windenergieanlagen wurde ab 2011 von BioConsult SH in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung (ARSU), dem Institut für Angewandte Ökosystemforschung (IfAÖ) und der Universität Bielefeld das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt PROGRESS durchgeführt.
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14.06.2016 totop

HanseBird — Das Vogelfestival des Nordens vom 18.-19.6. in Hamburg

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Die HanseBird lockt am kommenden Wochenende wieder Vogelfreunde nach Hamburg
© NABU Hamburg
Die vom NABU Hamburg veranstaltete HanseBird lädt vom 18.-19. Juni 2016 Vogelfreunde, Naturbeobachter und Fotografen herzlich nach Hamburg ein! Im stimmungsvollen Ambiente der Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe dreht sich an diesem Wochenende einmal mehr alles um die Welt der Vögel, deren Beobachtung und Schutz.

Vor Ort können Ferngläser, Spektive, Kameras und Objektive unter Live-Bedingungen ausprobiert und verglichen werden. Daneben können sich die Besucher über Naturreisen informieren und sich mit der passenden Ausrüstung ausstatten, sich mit Gleichgesinnten austauschen oder zwischen Kunstwerken und Fachliteratur stöbern. Neben Anbietern von Naturschutzprodukten, Ausflugszentren und Vogelschützern stellen sich auch die Gastgeber vom NABU vor und geben Tipps für mehr Natur vor der eigenen Haustür.
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10.06.2016 totop

Sachpreis-Verlosung Birdrace 2016 - herzlichen Glückwunsch?!

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Eine Schellente ziert in diesem Jahr die Urkunde, die in Kürze an alle Teams verschickt wird. Das Original wurde wie immer verlost. Die/Der Glückliche ist ...
© Reno Lottmann

Wir hoffen, dass alle das 13. bundesweite Birdrace am 7. Mai noch in guter Erinnerung haben. Wir auf jeden Fall: Mit 1.034 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und 291 Teams waren so viele dabei wie nie zuvor. Mehr als 26.000 Euro kamen für ornitho.de dank zahlreicher Spender zusammen. Auch das ist ein neuer Höchstwert. Dafür möchten wir allen Beteiligten nochmals aufs Herzlichste danken! Der einen oder dem anderen durch unsere Glücksfee auch im materiellen Sinne, denn in diesem Jahr waren wieder mehr als 80 Preise in der Lostrommel. Die Chancen, zu den Glücklichen zu zählen, waren somit trotz Rekordbeteiligung wieder einmal sehr hoch - insbesondere dann, wenn das eigene Team Spenden für ornitho.de einwarb oder umweltfreundlich unterwegs war. Die folgenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen sich in diesem Jahr freuen:

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08.06.2016 totop

In Europa unterwegs? Neue Version von NaturaList vereinfacht Mitarbeit am zweiten Europäischen Brutvogelatlas — machen Sie mit!

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Kombinierte Karte aus modellierten und kartierten Daten zur Brutverbreitung der Samtkopf-Grasmücke in Europa. Das lässt erahnen, welch großartiges Werk uns in einigen Jahren erwartet
© EBCC
Alle, die die ornitho-App „NaturaList“ nutzen, werden in diesen Tagen erfreut festgestellt haben, dass mit der App nun auch Beobachtungslisten gemeldet werden können. Damit wird es nicht nur deutlich einfacher, diese besonders wertvollen Daten vor allem für die häufigen Vogelarten hierzulande zu sammeln, sondern es wird auch einfacher, das bislang ambitionierteste Gemeinschaftsprojekt in der europäischen Ornithologie zu unterstützen: den zweiten europäischen Brutvogelatlas. Machen Sie mit, wenn Sie in den kommenden Wochen oder zur Brutzeit 2017 in Europa unterwegs sind. Wir erklären Ihnen wie.
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30.05.2016 totop

20 Millionen Datensätze bei ornitho.de und ornitho.lu, 100.000 Melderinnen und Melder ornitho-weit!

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Die ornitho-Portale finden europaweit weiterhin großen Zuspruch
© Rosl Rößner
Gleich zwei beeindruckende Schwellenwerte wurden in den letzten Tagen überschritten: Am Samstag, 21. Mai 2016 wurde bei ornitho.de bzw. ornitho.lu die 20-millionste Beobachtung eingetragen. Keine zwei Jahre nachdem im August 2014 die 10-Millionen-Marke erreicht wurde, hat sich der Datenschatz erneut verdoppelt. Die mehr als 20 Millionen Vogelbeobachtungen wurden alle per Hand über das Portal bzw. in zunehmendem Maße auch über die ornitho-App „NaturaList“ übermittelt. Fast 18.000 Personen haben sich mittlerweile registriert und es liegen Beobachtungen aus fast jedem Winkel der Republik vor. Bis zu 47.000 Einträge gehen pro Tag ein!
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14.05.2016 totop

Frühsommerliches Rennen der Rekorde — das Birdrace 2016 im Rückspiegel

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Gut gelaunt posieren die Usedommeln vor der Anzeige ihrer neuen Rekordmarke: erst bei 162 Arten war in diesem Jahr Schluss — das bisher beste Ergebnis eines Fahrradteams. Platz 4 bedeutete das am Ende. Aber „Da geht noch was ...“ meinen sie selbst. Wir freuen uns schon jetzt auf den 6. Mai 2017!
© Usedommeln

Sonne satt, 20 bis 25 Grad und blauer Himmel: Nicht nur herrliche, sondern auch ungewöhnlich faire Bedingungen herrschten beim 13. bundesweiten Birdrace am 7. Mai, bei dem viele der bisherigen Bestmarken in der frühsommerlichen Wärme förmlich dahinschmolzen und das mit mancher Überraschung aufwartete. 291 Teams mit über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren dabei – wieder einmal deutlich mehr als im Jahr zuvor. Das herrliche Wetter am erfolgreichsten nutzte das Team Cuxland, das mit 167 Arten zum zehnten Mal die Nase vorne hatte, jedoch mit dem minimalen Abstand von nur einer Art vor den Speedbirdern aus Sachsen, die am Ende eines langen und kräftezehrenden Tages mit einem neuen Teamrekord Gätkes Erben aus Lüneburg mit 164 Arten und eingestellter Bestmarke auf Rang drei verwiesen. Über die Hälfte der Teams wählte die umweltfreundliche Variante und verzichtete auf ein Auto. In dieser prestigeträchtigen Wertung hatten am Ende einmal mehr die Usedommeln die Reifen mit 162 Arten vorn: Platz vier insgesamt und eine neue Bestmarke für ein Fahrradteam. Mit hervorragenden 156 Arten radelten Pody und Co auf Rang zwei vor dem Team Havelland mit 150 Arten. Damit kamen erstmals drei Fahrradteams in die Top 10. In der Sonderwertung „Singvögel“ gelang den Speedbirdern mit 83 Arten mit ebenfalls neuer Bestmarke der fünfte Sieg in Folge und unter den 14 Nachwuchsteams (in der Mehrzahl unter 20 Jahre alt) hatte der YoungBirdersClub  mit 126 Arten die Nase deutlich vor der Konkurrenz. Im Spendenrennen ließen die BO-BACHTER einmal mehr nichts anbrennen und gewannen zum dreizehnten Mal: 4.234 Euro standen am Ende zu Buche – auch das ein neuer Rekord. Auf Platz zwei und drei kamen wie im Vorjahr Birding for Nature (3.097 Euro) und die BOR-Seeschwalben (1.998 Euro). Herausragend war auch das Gesamtergebnis  des Spendenrennens zugunsten des Internetportals ornitho.de: Über 26.000 Euro kamen durch den Einsatz von 110 Teams in diesem Jahr zusammen. Herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben!
302 Arten wurden am „Tag der Vogelartenvielfalt“ entdeckt – noch einmal mehr als im vergangenen Jahr (300), darunter selbstredend auch zahlreiche Seltenheiten. Diese sind bekanntlich der Extra-Motivationsschub für die glücklichen Teams, die Datenreihe der  Ergebnisse des Birdraces gibt für einige Arten aber auch interessante Einblicke in das jährliche Auftreten, z.B. beim Fichtenkreuzschnabel. Das alles und noch viel mehr, beleuchten wir in dieser Nachlese auf das Birdrace 2016.

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10.05.2016 totop

Französischer Mönchsgeier „Bernardus“ in Deutschland

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Mit einer solchen Zugroute hatten die Forscher im September 2015 bei der Auswilderung des Mönchsgeiers „Bernardus“ vermutlich nicht gerechnet.
© paca.lpo.fr
Vor allem in den Sommermonaten kommt es immer wieder zu Beobachtungen von Gänsegeiern weitab ihrer Brutgebiete. Die riesigen Gleitflieger können bei guten Bedingungen in kurzer Zeit und mit wenigen Flügelschlägen enorme Strecken zurücklegen. Bereits mehrfach wurden in Spanien markierte Gänsegeier in Deutschland beobachtet. Mitte Mai bis Anfang Juni ist hierzulande die wohl günstigste Zeit, um die seltenen Gäste einmal zu beobachten. Doch auch aktuell kann ein Blick in den Himmel bereits große Überraschungen bereithalten!
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10.05.2016 totop

Neue Studie zur wissenschaftlichen Grundlage des Problemfeldes „Landwirtschaft und Wasservögel“

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Nicht überall gern gesehen: Fraßschäden durch Gänse können lokal bei Landwirten zu Ertragseinbußen führen.
© Ralf Kistowski
Bestands- und Verbreitungsveränderungen haben bei verschiedenen Schwänen, Gänsen und einigen Entenarten zu einer zunehmenden Nähe zum Menschen geführt, was eine Reihe von Konflikten erzeugt. In einer jüngst im Magazin Biological Reviews veröffentlichten Studie skandinavischer Wissenschaftler wurde die Rolle dieser Vögel als Pflanzenfresser auf landwirtschaftlichen Flächen (Äcker, Wiesen, Weiden) sowie in weiteren Lebensräumen mit Konfliktpotential überprüft und zusammengefasst.

Eine Literaturrecherche in von Experten begutachteten Fachzeitschriften ergab eine maximale Beschäftigung mit dieser Thematik von 1991-2000 in Nordamerika und von 2000-2010 in Europa. Seitdem waren Beiträge dieses Themenkomplexes rückläufig. Es konnten taxonomische wie geographische Schwerpunkte ermittelt werden: Am häufigsten wurden Schnee-, Weißwangen- und Ringelgans untersucht, räumlich vor allem Nordwesteuropa und Nordamerika.
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07.05.2016 totop

Pack′ die Badehose ein ... Birdrace mit Rekordbeteiligung bei traumhaftem Wetter gestartet

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Ein traumhafter Morgen erwartet die Teams. Bei Sonnenaufgang haben viele Teams schon mehrere Stunden hinter sich ...
© Team "Gurkentruppe"

Einen solch traumhaften Tag wie heute wird seinerzeit die kleine Conny Froboess im Kopf gehabt haben, wenn sie ihr Liedchen mit der Badehose und dem kleinen Schwesterlein trällerte. Denn mit „schau dir mal den Himmel an, blau soweit man sehen kann“ ist auch der heutige Tag treffend beschrieben. Sonne satt – und das von Binz bis Berchtesgaden und von Goch bis Görlitz. Das gab es schon lange nicht mehr, dass bundesweit bei einem Birdrace bundesweit nahezu gleiche Bedingungen herrschten. Über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 280 Teams sind beim 13. bundesweiten Birdrace des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) am Start – wieder einmal mehr als im Vorjahr. Es ist also angerichtet für einen spannenden und erlebnisreichen „Tag der Vogelartenvielfalt“, an dem Sonnencreme und Sonnenhut (fast) ebenso wichtig werden dürften, wie Fernglas und Spektiv.

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27.04.2016 totop

Steppenweihe „Potku“ auf den Spuren von Schelladler „Tönn“

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Bereits mehr als 6000 Kilometer hat die Steppenweihe „Potku“ in den letzten 2 Monaten auf dem Heimzug zurückgelegt
© koivu.luomus.fi
Zwischen 2008 und 2014 sorgte der in Estland besenderte Schelladler „Tönn“ jährlich auf beiden Zugperioden für Aufsehen. Stets führte ihn sein Weg auch über Deutschland, dennoch konnte er erst im Frühjahr 2013 bei seinem insgesamt zehnten Besuch hierzulande beobachtet und fotografiert werden. Als ein ähnliches „Phantom“ kann auch die in Finnland besenderte Steppenweihe „Potku“ mittlerweile bezeichnet werden. Obwohl sich die Weihe im Herbst 2015 für mehr als eine Woche bei uns aufhielt, belegen bislang nur die GPS-Daten des Senders diesen Nachweis. Auch in der aktuellen Heimzugperiode hat es „Potku“ wieder geschafft, Deutschland unbemerkt zu durchqueren.
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27.04.2016 totop

Beeindruckende Leistungen: Singvögel fliegen Nonstop über die Sahara

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Nonstop-Flüge über bis zu 60 Stunden konnten für die Sahara-Überquerung von Trauerschnäppern mithilfe von Datenloggern ermittelt werden.
© Frank Sudendey
Mehr als zwei Milliarden Singvögel passieren auf dem Weg in ihre Winterquartiere jährlich die Sahara. Bislang war man nicht sicher, ob diese Vögel unterwegs zur Rast einfallen oder die Wüste vorwiegend Nonstop überqueren. Zwei Wissenschaftler der niederländischen Universität Groningen sind dieser Frage nun mithilfe einer relativ simplen, aber innovativen Untersuchung nachgegangen.

Im niederländischen Brutgebiet wurden dazu 80 Trauerschnäpper mit kleinen Datenloggern versehen, die über die folgenden Monate alle fünf bis zehn Minuten Lichtstärke und Temperatur aufzeichneten. Ein Jahr später wurden die standorttreuen Vögel erneut am Brutplatz gefangen und die Datenlogger ausgewertet. Anhand der Daten konnten Lichtkurven errechnet werden, die auf die Tageslänge und damit auf den ungefähren Breitengrad schließen ließen. Über die Tagesmitte konnte außerdem der Längengrad berechnet werden.
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27.04.2016 totop

Deutsche Avifaunistische Kommission bittet um Seltenheitsmeldungen 2015

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© DAK/DDA
Die vierte Ausgabe der Schriftenreihe „Seltene Vögel in Deutschland“ kann seit kurzem über den DDA-Schriftenversand bezogen werden. Neben einem Beitrag zum Auftreten des Kanadakranichs abseits seiner regulären Verbreitung, dem Einflug von Buschrohrsängern nach Deutschland im Frühjahr 2014 und zum deutschen Erstnachweis des Pazifikseglers enthält das Heft auch den Bericht der Deutschen Avifaunistischen Kommission (DAK) über die bundesweit dokumentationspflichtigen Beobachtungen des Jahres 2014.
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26.04.2016 totop

Rote Liste der in Niedersachsen und Bremen gefährdeten Brutvögel aktualisiert

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© NLWKN
Die neue Rote Liste der gefährdeten Brutvögel für die Bundesländer Niedersachsen und Bremen liegt jetzt in der 8. Fassung vor. Die aktuelle Bilanz zeigt, dass nach wie vor mehr als die Hälfte der heimischen Vogelarten auf der Roten Liste und der sogenannten Vorwarnliste steht und nur etwa 44 Prozent der Arten als ungefährdet gelten können. Die Liste der in ihrem Bestand gefährdeten Brutvögel ist damit gegenüber der Vorgängerliste von 2007 zwar nicht länger geworden, aber es haben sich zahlreiche Änderungen ergeben, die sowohl negative als auch positive Trends in der Vogelwelt widerspiegeln.
Zu den Arten, die quasi aus der Roten Liste entlassen werden konnten, zählen beispielsweise Uhu und Grünspecht. Verbessert hat sich auch die Situation für Weißstorch, Wanderfalke oder Eisvogel. Umgekehrt sind die Bestände bei Arten wie der Bekassine, die auf feuchte Grünlandstandorte oder intakte Moore angewiesen ist, deutlich zurückgegangen — allein in den letzten 25 Jahren landesweit um etwa 80 Prozent.
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25.04.2016 totop

7. HanseBird in Hamburg — Elbinsel im Vogelfieber

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Die HanseBird lockt Mitte Juni wieder Vogelfreunde nach Hamburg.
© Georg Scharf
Mit der HanseBird bringt der NABU Hamburg vom 18.-19. Juni 2016 wieder Vogelfreunde, Naturbeobachter und Fotografen auf der Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe zusammen. Beim Vogelfestival des Nordens dreht sich auch in diesem Jahr alles um die gefiederten Freunde, deren Beobachtung und Schutz.

Zur Begrüßung schallen die Rufe der Mauersegler durch die Luft, aus dem Schilfgürtel ertönt das Quaken der Frösche und auf den Dächern der historischen Pumpenhäuschen machen es sich Brandgans und Graureiher gemütlich — nur drei Stationen vom Hauptbahnhof trumpft die HanseBird mit einer stimmungsvollen Kulisse auf. Zum mittlerweile siebten Mal stellt der NABU Hamburg ein abwechslungsreiches Programm aus Bildvorträgen, Führungen und Mitmach-Angeboten sowie namhaften Ausstellern auf die Beine, das Lust auf Natur macht.
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13.04.2016 totop

Seltene Vögel in Deutschland 2014“ erschienen

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© DAK/DDA
Mit der jüngst veröffentlichten vierten Ausgabe der Reihe „Seltene Vögel in Deutschland“ folgt ein weiterer umfassender Überblick über das Auftreten von Seltenheiten in Deutschland. Wie bereits bei der letzten Ausgabe mit dem Seltenheitenbericht 2013, kann dank der zeitnahen Dokumentation von Seltenheiten durch die zahlreichen BeobachterInnen und die gute Zusammenarbeit mit den Avifaunistischen Landeskommissionen auch diesmal bereits rund ein Jahr nach den letzten enthaltenen Beobachtungen ein vollständiger Bericht präsentiert werden.
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09.04.2016 totop

13. bundesweites Birdrace am 7. Mai - Anmeldung hat begonnen

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Im Frühtau zu Werke sie zieh′n, tralala ...
© Wannacks Topti(c)ker
Schon wieder ein Jahr vorbei? Dieser Gedanke schießt vielen Menschen kurz vor Weihnachten oder dem Jahreswechsel durch den Kopf, VogelbeobachterInnen vermutlich auch Anfang April: Die Anmeldung zum bundesweiten Birdrace startet, in vier Wochen ist Birdrace! Bereits zum 13. Mal werden, traditionell am ersten Samstag im Mai, um Mitternacht die Teams an der virtuellen Startlinie stehen und voller Vorfreude auf einen einmalmehr unvergesslichen Tag in die frische Morgenluft starten. An keinem anderen Tag im Jahr wird deutschlandweit so intensiv beobachtet: exakt 300 Vogelarten wurden im vergangenen Jahr von den 252 Teams entdeckt – beides Rekord! Die Artenzahl in diesem Jahr zu übertreffen, dürfte schwer werden. Aber vielleicht klappt es ja, wie in allen Jahren zuvor, dass sich mehr Beobachterinnen und Beobachter von der Birdrace-Begeisterung anstecken lassen? Dann kämen wir der Marke von 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern allmählich nahe. Im vergangenen starteten 914 TeilnehmerInnen. Wer hätte das vor 2004 gedacht? Beim ersten bundesweiten Birdrace machten sich 41 Teams auf. Wir sind jedenfalls gespannt, wie sich das lange Himmelfahrts-Wochenende  auswirken wird. Der Name lässt zumindest darauf hoffen, dass es weiter aufwärts geht ...
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08.04.2016 totop

Steppenweihe „Potku“ auf dem Heimzug

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Zugroute der Steppenweihe „Potku“ auf dem Heimzug.
© http://koivu.luomus.fi
Nach einem spannenden Wegzug der in Finnland besenderten Steppenweihe „Potku“ quer durch Europa und entlang der afrikanischen Atlantikküste bis in das Winterquartier im Senegal, hat der Vogel mittlerweile seine Heimreise angetreten und nimmt bereits Kurs auf Deutschland.

Am 26. März verließ „Potku“ ihr Winterquartier in Westafrika. Über Mauretanien, Westsahara, Algerien und Marokko ging es am 29.3. über die Meerenge von Gibraltar nach Spanien. Innerhalb eines Tages flog die Weihe vorbei an Madrid bis nach Frankreich. Westlich von Toulouse änderte „Potku“ ihren Kurs dann von Nordost auf eine nördlich gerichtete Zugroute. Der Weg führte bis in die Gegend von Amiens in Nordfrankreich. Dort schlug sie dann jedoch noch einmal einen südlicheren Weg ein. Die letzte Ortung der Steppenweihe „Potku“ stammt nun vom 5. April nordwestlich von Paris. Man kann sehr stark davon ausgehen, dass sie ihre Reise zurück ins Brutgebiet auch wieder durch Deutschland führen wird. Den Verlauf des Heimzugs kann man aktuell auf der Internetseite des Finnischen Naturhistorischen Museums verfolgen.
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08.04.2016 totop

Augen auf: Einflug von Alpenbraunellen

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Wie viele Alpenvögel sind auch Alpenbraunellen oft sehr vertraut und lassen sich leicht beobachten.
© Stefan Stübing
Waren die ersten Märzwochen vogelkundlich sehr ruhig und gemächlich, so ist die Zeit seit Ostern trotz der unbeständigen und anhaltend kühlen Witterung voll von ungewöhnlich frühen Erstbeobachtungen und auch vielen sehr seltenen Vogelarten!

Vollkommen unerwartet ist ein Einflug von Alpenbraunellen, wie er niemals zuvor in Deutschland beobachtet wurde. Alpenbraunellen sind überwiegend Standvögel und vollziehen kaum Wanderungen, die sie weit über das eigentliche Brutgebiet hinaus nach Norden führen könnten. Daher gibt es nördlich der Alpen nur vereinzelte Meldungen, meist im April, wobei manche Vögel sogar die Nordseeküste erreichen oder bis nach Großbritannien oder Skandinavien gelangen. Die größten bislang in Deutschland außerhalb der Alpen beobachteten Gruppen bestanden aus sieben Alpenbraunellen am Feldberg im Südschwarzwald (also noch in Sichtweite der Brutgebiete) und fünf Vögeln auf dem Brocken im Harz. In Hessen wurden bisher bei vier Nachweisen sechs Individuen beobachtet. Seit dem 6.4. hält sich im Bereich des Feldberg-Gipfels im Taunus nun ein Trupp von 20 Alpenbraunellen auf! Jeweils drei Vögel wurden zudem bei Kassel sowie an zwei Stellen in der Rhön beobachtet. Weitere Beobachtungen stammen aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, die nördlichste Meldung kommt sogar aus Cuxhaven. Dabei liegen alle Nachweise bislang auf einer Nord-Süd-Linie zwischen dem Rheingraben und der Elbmündung. In demselben Korridor wurden in der Rhön sogar 2 Schneesperlinge gemeldet und fotografisch dokumentiert - eine Art, die in Deutschland nördlich der Alpen überhaupt erst wenige Male beobachtet wurde.
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05.04.2016 totop

Starke Klimawandelauswirkungen auf häufige Vogelarten in Europa und den USA

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Wie gewonnen, so zerronnen: Je nach Region wird der Zaunkönig vom Klimawandel-Gewinner zum -verlierer
© Karsten Berlin
Erstmals ist es gelungen nachzuweisen, dass häufige Brutvogelarten in Europa und den USA in ähnlicher Weise auf den Klimawandel reagieren. Ein internationales Team von Wissenschaftlern, koordiniert durch die britische Universität Durham, fand heraus, dass über einen Zeitraum von 30 Jahren (1980-2010) die Bestandsentwicklungen potenziell vom Klimawandel profitierender Vogelarten in beiden Regionen deutlich positiver sind als die potenziell negativ beeinflusster Arten.

Koautor Sven Trautmann vom Dachverband Deutscher Avifaunisten e.V. (DDA) erläutert: „In der nördlichen Hemisphäre verändern sich die Vogelartengemeinschaften gegenwärtig großräumig. Das Erstaunliche daran ist, dass sich dabei über die Kontinente hinweg trotz unterschiedlicher Artenzusammensetzung und naturräumlicher Ausstattung nahezu gleich starke Effekte des Klimawandels zeigen.
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31.03.2016 totop

Vögel in Deutschland aktuell: Rückblick auf den Winter 2015/16

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© Falke - Journal für Vogelbeobachter
Wir blicken mit unserem Artikel in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Der Falke“ auf einen der vier wärmsten Winter seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen 1881 zurück. Ungewöhnlich milde und oft sonnenscheinreiche Bedingungen führten zu zahlreichen bemerkenswerten Winterbeobachtungen. Einige Beispiele greifen wir auf und befassen uns darüber hinaus intensiver mit winterlichen Tafelenten und Rotmilanen sowie ungewöhnlich rufenden Gimpeln vermutlich östlicher Herkunft.

Bei der Tafelente zeigten sich zuletzt kontinuierliche Bestandsrückgänge, deren Ursachen bislang unklar sind. Seit 2015 steht die Tafelente deshalb als „gefährdet“ auf der weltweiten Roten Liste der IUCN. Um die Kenntnisse über die Populationsstruktur der Tafelente in Europa zu verbessern, wurde im Januar 2016 eine europaweite Erfassung des Geschlechterverhältnisses durchgeführt. Dabei ergaben sich deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Überwinterungsräumen, auf die wir genauer eingehen.
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30.03.2016 totop

Helgoländer Schwarzbrauenalbatros auf dem Weg „nach Hause“?

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Belegfoto des Schwarzbrauenalbatros vor der französischen Atlantikküste am 27.3.2016.
© Yves Blat / ornitho.fr
Der viel beachtete und auch von zahlreichen Medien aufgegriffene Besuch eines eigentlich auf der Südhalbkugel verbreiteten Schwarzbrauenalbatros auf Helgoland in den Frühjahren 2014 und 2015 könnte sich mit etwas Glück auch in diesem Jahr wiederholen. Albatrosse sind für ihre enorme Ortstreue bekannt, sodass Vogelkundler sich berechtigte Hoffnungen machen, dass der Vogel im Bereich der helgoländer Seevogelkolonie erneut spektakuläre Beobachtungen und Fotos aus nächster Nähe zulässt. Einen möglichen Hinweis darauf, dass der Vogel aktuell auf dem Weg aus seinem unbekannten Überwinterungsgebiet zurück in die Nordsee ist, könnten zwei Beobachtungen eines Schwarzbrauenalbatros vor der französischen Küste geben. Am 27. März wurde von der Atlantikinsel Noirmoutier am Nordrand der Biskaya ein entlang der Küste ziehender Schwarzbrauenalbatros fotografiert (Fotos), der kurze Zeit später rund 90 Kilometer nordwestlich von der Insel Quiberon erneut beobachtet werden konnte (Fotos). Die Fotos zeigen einen Altvogel mit auffällig viel Schwarz im Unterflügel, besonders im Handflügelbereich.
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30.03.2016 totop

Langfristige Veränderungen in der Phänologie britischer Brutvogelarten

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Die Rauchschwalbe ist eine der Arten, bei der in den letzten Jahrzehnten in Großbritannien eine zunehmend frühe Ankunft im Brutgebiet festgestellt wurde.
© Peter Hering
Das richtige Timing der Ankunfts- und Abzugszeit stellt für Zugvogelarten einen wichtigen Faktor dar. Wissenschaftler des British Trust for Ornithology (BTO) haben nun Ergebnisse unterschiedlicher Zugvogelerfassungen Großbritanniens miteinander verglichen und im Magazin Ibis veröffentlicht. 1962-1966 im Rahmen des Inland Observation Point Survey erhobene Daten wurden dabei mit Meldungen des Beobachtungsportals BirdTrack sowie dem MigrationWatch aus den Jahren 2002-2011 verglichen.

Dabei stellte sich heraus, dass sich die Frühjahrsankunft bei 11 von 14 untersuchten Arten signifikant verfrühte. Bei sechs Arten, darunter Rauch- und Mehlschwalbe sowie Zilpzalp, sogar um mehr als zehn Tage. Diese Beobachtungen stimmen auch mit den subjektiven Erfahrungen vieler Beobachter überein. Durchschnittlich wurde eine Verfrühung der Ankunftszeit um 0,22 Tage pro Jahr ermittelt.
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30.03.2016 totop

Sekundäre Samenverbreitung durch Greifvögel

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Greifvögel spielen bei der Verbreitung von Pflanzensamen möglicherweise eine bedeutendere Rolle als bislang vermutet.
© Thomas Hinsche
Greifvögeln wird bei der Verbreitung von Pflanzensamen in der Regel keine besondere Bedeutung zugeschrieben. In einer Studie der Island Ecology and Evolution Research Group der Insel Fuerteventura wurde nun jedoch eine nicht unerhebliche Rolle dieser Vögel für die Ausbreitung von Pflanzen festgestellt. Auf der Kanareninsel wurden im Rahmen der Untersuchung jeweils mehr als 300 Speiballen von Mäusebussarden und Turmfalken auf enthaltene Pflanzensamen untersucht. Insgesamt wurden dabei rund 11.000 Samen von 39 bzw. 62 Pflanzenarten gefunden. Hauptnahrung der Greifvögel sind Wildkaninchen und Atlashörnchen — beides invasive, dort ursprünglich nicht heimische Säugetierarten — die die Samen in ihren Därmen tragen. Vier bzw. sieben Pflanzenarten waren in den Speiballen mit einem Anteil von mehr als 10% an den Samen vertreten. Trotz der Zeitspanne zwischen dem Sammeln der Speiballen und anschließenden Keimungsexperimenten, kam es noch bei fast 10% der Pflanzensamen zur Keimung — und das obwohl die Samen bereits zwei Verdauungsprozesse durchwandert hatten, einen im Säugetier und einen im Vogel.
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16.03.2016 totop

Die Odyssee der Zwergschwäne — Winterquartiere weltweit vernetzt

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Beringungen und Besenderungen von Zwergschwänen erbrachten völlig unerwartete Erkenntnisse zu deren Zugverhalten.
© Ingo Waschkies
Zwergschwäne brüten weltweit ausschließlich in der russischen Tundra. Witterungsbedingt ist es für sie nicht möglich, sich ganzjährig im Brutgebiet aufzuhalten, sodass die Vögel gezwungen sind, lange Strecken in weit entfernte Überwinterungsgebiete zurückzulegen. Nicht alle Zwergschwäne ziehen dabei jedoch in dieselben Winterquartiere. Lange waren drei große Überwinterungsgebiete bekannt: eines im Bereich der Nordsee, eines im Südosten Chinas und Japan sowie ein drittes am Südufer des Kaspischen Meeres. Erst seit 1997 hat sich ein viertes Gebiet für überwinternde Zwergschwäne etabliert: Auch im Evros-Delta im Nordosten Griechenlands überwintern mittlerweile mehrere tausend Zwergschwäne. Doch aus welchen Brutgebieten stammen diese Vögel und auf welcher Route wechseln sie zwischen Arktis und Mittelmeer? Es ist außerdem unklar, wie es rund 2000 Kilometer von den nächsten traditionellen Winterquartieren zur Etablierung eines neuen Überwinterungsgebietes kommen konnte.
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14.03.2016 totop

Samenverbreitung durch Gründelenten: ein übersehener Ausbreitungsweg für viele Pflanzenarten

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Gründelenten wie die Stockente nehmen bei der Nahrungssuche große Mengen von Samen auf. Über unverdaute Ausscheidungen tragen sie zur Verbreitung der Pflanzenarten bei.
© Thorsten Runge
Gründelenten sind alles fressende Vögel, die weit verbreitet, zahlreich und sehr mobil sind. Viele Arten zeigen zudem ein ausgeprägtes Wanderverhalten. Durch diese Eigenschaften besitzen sie ein hohes Potenzial für die (weiträumige) Ausbreitung anderer Organismen wie z.B. Pflanzen. Im Vergleich mit fruchtfressenden Arten wurde diese Fähigkeit bei den Enten jedoch bislang wenig beachtet.

Im Rahmen einer Studie niederländischer, französischer und spanischer Wissenschaftler wurden Mageninhalte sieben in der Westpaläarktis verbreiteter Gründelentenarten untersucht und die Pflanzenarten der enthaltenen Samen bestimmt. Anschließend wurden Lebensräume und Eigenschaften dieser Arten untersucht, um bestimmte Muster zu ermitteln.
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01.03.2016 totop

Schreiadler und Windkraft als Schwerpunktthema in DER FALKE

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Nur noch in wenigen Regionen Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns finden Schreiadler geeignete Habitate
© Thomas Krumenacker
Deutschlands am stärksten bedrohter Adler, der Schreiadler, gerät durch den Ausbau der Windenergie immer stärker unter Druck. In seiner neuen Ausgabe stellt DER FALKE in einem ausführlichen Dossier die Auswirkungen des Windkraftbooms auf die verbliebenen nur rund 110 Brutpaare in Deutschland dar. Fazit der Autoren: Im Zusammenspiel mit der ungebremst fortgesetzten Intensivlandwirtschaft könnte die Energiewende zu einer Existenzbedrohung für die deutsche Population werden.

Die Beiträge zum Themenkomplex „Schreiadler und Windkraft“ können Sie bereits vor Erscheinen der gedruckten Ausgabe hier herunterladen. [mehr]

01.03.2016 totop

Steppenweihe „Potku“ sendet neue Daten aus dem Winterquartier

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Zugroute der Steppenweihe „Potku“ quer durch Europa bis ins westafrikanische Winterquartier.
© koivu.luomus.fi
Im Oktober 2015 berichteten wir zuletzt über die Zugroute des in Finnland besenderten Steppenweihen-Weibchens „Potku“. Aus dem finnischen Brutgebiet flog der Vogel über Russland, Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland und Polen bis nach Deutschland und von dort weiter durch Belgien, Frankreich und Spanien bis nach Nordafrika. Entlang der Atlantikküste ging es quer durch Marokko und Westsahara bis nach Mauretanien. Dort folgte für die Forscher eine ungewisse Zeit, denn ab dem 4.10. übertrug der Sender keine weiteren Daten. Als mögliche Gründe wurden ein schlecht ausgebautes Mobilfunknetz, das zur Übertragung der Daten nötig ist, sowie ein möglicher Ausfall des Senders diskutiert. Bereits einige Tage zuvor hatte es Unregelmäßigkeiten bei der Übertragung gegeben.
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25.02.2016 totop

Bartgeier in den Alpen weiter auf dem Vormarsch

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Dank umfangreicher Schutzmaßnahmen zeigt der Bartgeier in den Alpen einen positiven Trend
© Mathias Schäf
Die aktuelle Brutsaison der Bartgeierpopulation in den Alpen startet mit einer Rekordzahl besetzter Reviere und zahlreichen neuen Paaren. Insgesamt 37 Paare/Trios schreiten derzeit zur Brut und 28 Gelege wurden bereits registriert. Acht Paare in den Französischen, Italienischen und Schweizer Alpen brüten zum ersten Mal, mögliche weitere drei neue Territorien könnten sich in den Ostalpen (Österreich) und südwestlichen Alpen bilden.

Sollte sich dies bestätigen, steigt die Zahl der Brutpaare in den Alpen auf 39. Dies wäre ein neuer Rekord seit der Wiederansiedlung des Bartgeiers im Alpenraum und lässt auf eine ähnlich erfolgreiche Brutsaison hoffen wie 2015.
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25.02.2016 totop

Das Monitoring häufiger Brutvögel startet in die neue Saison — machen Sie mit!

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Auf den Probeflächen des Monitoringprogramms stehen häufige Arten wie die Goldammer im Mittelpunkt.
© DDA
Mit den längeren Tagen sind bei Amseln, Kleibern, Heckenbraunellen oder Meisen die Frühlingsgefühle nicht mehr zu überhören. Keine Frage, die Vorbereitungen für die Brutzeit haben bei vielen Arten bereits begonnen. Aber auch bei uns laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, denn am 10. März beginnt die Kartiersaison des Monitorings häufiger Brutvögel.
Seit 1989 werden die Bestandsentwicklungen aller häufigen Brutvogelarten mithilfe standardisierter Methoden überwacht, um u.a. die Frage „Wie entwickeln sich die Brutbestände weit verbreiteter, häufiger Vogelarten?“ beantworten zu können. Seit 2004 finden die Erfassungen auf bundesweit repräsentativen, 1x1 km-großen Probeflächen statt, auf denen zwischen März und Juni 4 Begehungen entlang einer ca. 3 km langen Route durchgeführt werden.
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17.02.2016 totop

„Vögel in Deutschland 2014“ erschienen

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© DDA
Bonn, Münster, Recklinghausen, 17. Februar 2016: Die Vielfalt in der Vogelwelt schwindet. Insbesondere bislang häufige und weit verbreitete Singvogelarten wie Baumpieper und Stieglitz weisen negative Trends auf. Die jetzt veröffentlichte Studie „Vögel in Deutschland“ beleuchtet die Hintergründe dieser Bestandsrückgänge.

Die Arten der Agrarlandschaft bleiben weiterhin unsere Sorgenkinder“, erläutert Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz. „Rund die Hälfte der Vogelarten unserer Felder und Wiesen nehmen im Bestand ab. Besonders betroffen sind die am Boden brütenden Arten und solche, die sich von Kleininsekten ernähren.“ Dafür werden unter anderem die häufige und intensive Bodenbearbeitung sowie der starke Rückgang von Insekten verantwortlich gemacht.
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16.02.2016 totop

Ergebnisse der 6. bayernweiten Wiesenbrüterkartierung 2014/2015 veröffentlicht

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© LfU
Bei der 6. landesweiten Wiesenbrüterkartierung 2014/2015 haben über 190 ehrenamtliche Kartiererinnen und Kartierer mit großem Engagement 845 Wiesenbrütergebiete in ganz Bayern untersucht und somit die größte Flächenabdeckung aller bisherigen Wiesenbrüterkartierungen erreicht.

Generell lassen die Kartierergebnisse eine deutliche Verschärfung der Situation einiger Wiesenbrüter erkennen (vor allem bei Uferschnepfe und Braunkehlchen), während es bei anderen Arten eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau zu geben scheint (vor allem Großer Brachvogel und Grauammer). Bei allen Arten wurde jedoch ein Rückzug aus der Fläche beobachtet und eine Konzentration in wenigen (Schutz-) Gebieten. In der offenen Kulturlandschaft der Europäischen Union leben heute geschätzt 300 Millionen weniger Vögel als noch vor 30 Jahren. Es besteht dringender Handlungsbedarf im Wiesenbrüterschutz in Bayern. Die Ergebnisse hat das Bayerische Landesamt für Umwelt zum Herunterladen zur Verfügung gestellt. [mehr]

04.02.2016 totop

Sozialverhalten von Erlenzeisigen anhand von Beringungsergebnissen erforscht

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Erlenzeisig-Trupps ziehen mitunter über mehrere Jahre gemeinsam umher.
© Lukas Thiess
Das Sozialverhalten von Schwänen, Gänsen und einigen Krähenarten ist bereits relativ gut erforscht. Diese Vögel gehen enge, oft lebenslange Bindungen zueinander ein. Dass jedoch auch bei kleineren Vogelarten abseits der Partnerschaften soziale Bindungen vorkommen, ist weitgehend unbekannt. In der Zeitschrift Bird Study wurden nun Ergebnisse einer Studie präsentiert, die bei Erlenzeisigen eine Tendenz zum Umherwandern in festen Trupps über mehrere Jahre erkennen lassen.

Die Wissenschaftler hatten bei in Gefangenschaft gehaltenen Erlenzeisigen festgestellt, dass Weibchen Paarungen mit ihnen bereits bekannten Männchen bevorzugen. Inwiefern auch in der Natur bei Erlenzeisigen ein soziales Verhalten auftritt, versuchten die Forscher anhand von Ringfundmeldungen zu ergründen. Dafür wurden aus der Datenbank der europäischen Dachorganisation der nationalen Beringungszentralen EURING insgesamt mehr als 42.000 Daten beringter Erlenzeisige aus dem Zeitraum 1907 bis 2011 analysiert.
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04.02.2016 totop

Beitrag zum Birdrace im Fundraiser-Magazin

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Titelbild Fundraiser-Magazin 1/2016
© Fundraiser-Magazin
Als ein gutes und innovatives Beispiel für das Einwerben von Spenden für gemeinnützige Organisationen wurde das Birdrace nun in einem Beitrag des Fundraiser-Magazins, dem Branchenmagazin für Sozialmarketing, Spenden und Stiftungen, vorgestellt. Sowohl das vom DDA organisierte deutschlandweite Birdrace als auch die Spendenrennen in Österreich und der Schweiz werden darin behandelt und Spendenziele und -ergebnisse genannt. In Deutschland fließen die Spenden seit 2010 in die Weiterentwicklung und den Unterhalt von ornitho.de. Da viele Birdracerinnen und Birdracer das Portal zur Eingabe und Verwaltung der eigenen Vogelbeobachtungen nutzen, dürfte es ein besonderer Ansporn sein, selbst einen Teil zur Finanzierung von ornitho.de beizutragen!
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29.01.2016 totop

BirdTrends 2015: Bestandsveränderungen der Brutvögel Großbritanniens

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Auch der Feldsperling gehört zu den im Bestand stark abnehmenden Arten.
© Robert Mayer
Der British Trust for Ornithology (BTO) hat vor kurzem die Bestandstrend 2015 der Brutvögel Großbritanniens veröffentlicht. Wie bereits zu erwarten, nehmen die Bestände zahlreicher Vogelarten weiterhin deutlich ab. Neben bereits vielfach in diesem Zusammenhang genannten Arten wie Rebhuhn, Turteltaube oder Feldlerche werden auch Singdrossel, Star und Haussperling genannt. Ebenfalls auf der besorgniserregenden Liste finden sich Zwergtaucher, Waldschnepfe, Bekassine und Nachtigall. Eine moderate Abnahme zeigen Flussuferläufer, Wasseramsel, Gartengrasmücke und Grünfink sowie Großer Brachvogel. Weiterhin auf der Roten Liste zu finden sind die typischen Langstreckenzieher Trauerschnäpper, Waldlaubsänger und Braunkehlchen.
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29.01.2016 totop

Experte in DER FALKE: Windkraft könnte Mäusebussard in Bedrängnis bringen

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Der Zunehmende Ausbau von Windenergieanlagen könnte für den Mäusebussard eine bestandsgefährdende Entwicklung darstellen.
© Andreas Heiland
Der Ausbau der Windenergie bringt einer neuen Studie zufolge möglicherweise auch den Bestand des häufigsten Greifvogels in Deutschland, des Mäusebussards, in Bedrängnis. In der weltweit bislang größten Untersuchung zu den Kollisionsrisiken von Vögeln mit Windrädern (PROGRESS) kommen die Wissenschaftler auf Basis von Untersuchungen in Windparks in Norddeutschland zu dem Ergebnis, dass selbst bei Betrachtung des Ausbaustands von Windenergieanlagen von 2014 eine „bestandsgefährdende Entwicklung“ für die Art zu befürchten ist.

Im führenden deutschsprachigen Magazin für Vogelbeobachtung DER FALKE äußert sich der an der Studie beteiligte Bielefelder Professor für Verhaltensforschung, Oliver Krüger, erstmals ausführlich zu den Ergebnissen der noch unveröffentlichten Studie: „Der Mäusebussard taucht in den Betrachtungen zur Windenergie bisher überhaupt nicht auf und auch wir hatten das zunächst nicht auf dem Schirm. Das war für uns die große negative Überraschung unserer Studie“, sagte Krüger dem FALKEN (März-Ausgabe) mit Blick auf die mögliche Bedrohung des häufigen Greifvogels durch den Ausbau der Windenergie. „Aber aufgrund der ziemlich hohen Fundzahl (während der Untersuchung) auch im Vergleich zum Rotmilan und anderen Arten war die hochgerechnete Schlagrate tatsächlich so, dass wir schon jetzt einen kritischen Ist-Zustand im überwiegenden Teil der untersuchten norddeutschen Population prognostizieren mussten. Wir haben hier eine potenziell bestandsgefährdende Entwicklung“, sagte Krüger dem FALKEN.
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28.01.2016 totop

Gründe für unterschiedliche Winterverbreitung männlicher und weiblicher Schneeammern

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In Deutschland sind Schneeammern vor allem an der Nordseeküste zu beobachten. Einzelne tauchen jedoch alljährlich auch weit im Binnenland auf.
© Peter Hering
Geschlechtsspezifische Verbreitungsmuster außerhalb der Brutzeit sind von zahlreichen Zugvogelarten bekannt. Die Gründe für die unterschiedliche Verteilung von männlichen und weiblichen Individuen sind hingegen verhältnismäßig wenig erforscht. Kanadische Forscher haben im Rahmen einer Langzeitstudie anhand beringter sowie mit Geolokatoren ausgestatteter Schneeammern nun verschiedene Hypothesen untersucht. Die Ergebnisse wurden im Journal of Avian Biology veröffentlicht.

Einerseits wurden die Wetterbedingungen (Temperatur, Schneefall und Schneehöhe) an den einzelnen Beringungsorten aufgezeichnet und darüber hinaus Größe und Kondition der insgesamt mehr als 5500 beringten Individuen gemessen. Für 17 Schneeammern wurde mit Hilfe von Geolokatoren die bis ins Brutgebiet zurückgelegte Entfernung ermittelt.
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28.01.2016 totop

Erster Nachweis des Blutspechts in Deutschland

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Eines der ersten Fotos des Blutspechts in Bayern.
© Gerhard Braemer
Der Buntspecht ist der mit Abstand häufigste Specht Deutschlands. Sehr ähnlich gefärbt ist der südöstlich verbreitete Blutspecht. Sein Brutgebiet erstreckt sich von Südwest-Russland westwärts über die Ukraine bis nach Tschechien und weiter südlich vom Iran über die Türkei, Griechenland und den Balkan bis nach Österreich. Trotz der relativen Nähe zu den nächsten Brutvorkommen, existierte bislang kein Nachweis eines artreinen Blutspechts aus Deutschland. Im Winter 1996/1997 konnte lediglich ein Hybrid aus Blut- und Buntspecht in Bayern nachgewiesen werden.

Vom sehr ähnlichen Buntspecht unterscheidet sich der Blutspecht durch einen schwächer rot gefärbten Steißbereich und das Fehlen des geschlossenen Zügelbandes zum Nacken hin. Weitere Merkmale sind eine leichte Strichelung der Flanken sowie nur wenig Weiß in den äußeren Steuerfedern.
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14.01.2016 totop

Veranstaltungstipp: Fachtagung „Prädationsmanagement im Wiesenvogelschutz“ im März 2016

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Viele Studien haben sich bereits mit den Ursachen für die starken Rückgänge von Wiesenvögeln wie der Uferschnepfe beschäftigt. Auf der Fachtagung im März soll das Thema „Prädation“ ausführlich diskutiert werden
© Peter Hering
Das Räuber-Beuteverhältnis hat sich in der Norddeutschen Tiefebene in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Der Prädationsdruck ist einer von vielen Einflussfaktoren, der den Bestand, die Bestandsentwicklung und die Bruterfolge der bodenbrütenden Arten wie Uferschnepfen, Rotschenkel, Kiebitz oder Großer Brachvogel beeinflusst. Daten aus einzelnen Gebieten der Nordwestdeutschen Wiesenvogelschutzgebieten zeigen sehr unterschiedliche Situationen auf.
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14.01.2016 totop

Studienvorstellung zur schwindenden biologischen Vielfalt: Die (un-)heimliche Artenerosion

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© Martin Häusling
Zur Vorstellung der Studie „Wir sind dann mal weg — Die (un-)heimliche Artenerosion. Eine agroindustrielle Landwirtschaft dezimiert unsere Lebensvielfalt“ erklärt der Europaabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Martin Häusling: „Die von mir in Auftrag gegebene und von dem Journalisten Stephan Börnecke verfasste Bestandsaufnahme belegt eindeutig: Der Versuch, über eine Reform der EU-Agrarpolitik den Verlust der Artenvielfalt in Deutschland und Europa wenigstens nur aufzuhalten, ist komplett gescheitert. Die EU-Agrarpolitik ist nur um ein Quentchen verändert worden, da unter anderem selbst in den ohnehin viel zu klein bemessenen ökologischen Vorrangflächen sogar Pestizide eingesetzt werden dürfen. So lässt sich Biodiversität nicht bewahren. Daran haben bislang weder die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt noch das 'Greening' im Zuge der neuen EU-Agrarförderung etwas ändern können.
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04.01.2016 totop

Vögel in Deutschland aktuell: Rückblick auf den Herbst 2015

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Erlenzeisige kamen im Herbst 2015 früh und zahlreich
© Christopher Plummer
Nachdem September und Oktober bundesweit vergleichsweise kühl und sonnenscheinarm waren, folgte der wärmste November seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Einige ungewöhnliche späte Beobachtungen typischer Langstreckenzieher könnten durchaus die Folge des sehr ungewöhnlichen Verlaufs des zurückliegenden Herbstes sein.

Über Deutschland verlaufen zwei Hauptzugrouten des Kranichs. In unserem Rückblick befassen wir uns diesmal unter anderem mit dem durch einen Temperatursturz ausgelösten, ungewöhnlich frühen Kranichabzug über die südlich Route und vergleichen den Verlauf des herbstlichen Kranichzuges über Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern in den Jahren 2012 bis 2015.
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Bild347 Teams mit über 1.100 TeilnehmerInnen waren beim 15. bundesweiten Birdrace am Start — so viele wie nie zuvor:
Ergebnisse Arten
Ergebnisse Spenden
Medienecho
Ergebnisse eintragen

Bild„Vögel in Deutschland “ behandelt auf über 70 Seiten die Erfsssung rastender Wasservögel.

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BildStatus, Karten, Brut- und Rastbestände, Rote Liste-Status, rechtlicher Schutz ... all das finden Sie in unserem Informationssystem
Vögel in Deutschland

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Bild„Seltene Vögel in Deutschland 2015“ beinhaltet neben dem Seltenheiten-bericht 2016 auch Beiträge zu Kiefernkreuz-schnäbeln, Singammer und Silberreiher vom „modesta-Typ“

BildDas aktuelle Heft hat die Wiesenweihe zum Thema. In zahlreichen Artikeln geht es um Bestände, Lebensräume und Schutzmaßnahmen der Wiesenweihe in Deutschland, den angrenzenden Ländern und Europa. Überaus spannende Beiträge, die bis zum Einsatz von Orthokoptern reichen.
Mehr Informationen erhalten Sie auf Die Vogelwelt und auf den Seiten des DDA.

BildSchwerpunkte der aktuellen Ausgabe sind aktuelle Ergebnisse aus den Genomanalysen für den Stammbaum der Vögel, der Schutz der Wanderfalken in Baden-Württemberg sowie die Wagbachniederung ebenso in Baden-Württemberg als Fundus ornithologischer Highlights. Daneben gibt es weitere spannende Berichte zu entdecken - Schauen Sie doch mal rein: „Der Falke

Vergabestand im Monitoring häufiger Brutvögel





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Häufige Brutvögel
Wasservogelzählung

Bild„Der Falke“ hat das sehr interessante Sonderheft Geier herausgebracht. Mit Artikeln rund um Gefährdung und Schutz, das falsche Bild des Geiers in der Öffentlichkeit, Monitoring, einer Übersicht europäischer Geier und vielem mehr wartet das Heft mit umfangreichem Fasswissen auf. Sie sollten unbedingt reinschauen. - „Der Falke“.

BildDas Buch gibt einen aktuellen Überblick über die Programme, Methoden, Konzepte, Anwendungs- gebiete und Auswertungsmöglichkeiten des Vogelmonitorings. Die Monitoring-Programme häufiger Brutvögel, seltener Brutvögel sowie rastender Wasservögel werden ebenso vorgestellt wie die organisatorischen Voraussetzungen eines international relevanten Vogelmonitorings in Deutschland. Die Darstellung weiterer Projekte wie ADEBAR runden den Überblick ab. Überdies werden Vorteile und Möglichkeiten des Online-Portals ornitho.de für die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und das Monitoring beschrieben.
Bezug:
BfN-Schriftenvertrieb: Tel.: 0 25 01 / 8 01-3 00, Fax: 0 25 01 / 8 01-3 51 oder im Internet

BildMit einer Förder- mitgliedschaft im DDA helfen Sie uns, die Monitoringprogramme zu organisieren und die Ergebnisse zeitnah in Schutzmaßnahmen einfließen zu lassen.
pdfAufnahmeantrag [ 1.778 kb ]

BildDas Methoden- handbuch ist wieder gedruckt verfügbar und kann für 29,80 € bestellt werden.