Methoden

Kartierung häufiger Arten im Rahmen von ADEBAR

 Kohlmeise. Foto: S. Achtermann Kohlmeise.
Foto: S. Achtermann.
Nach dem Drei-Säulen-Modell verzichten wir bei der flächigen Atlaskartierung auf den TK25 (Topographische Karte im Maßstab 1:25.000) auf die quantitative Erfassung der häufigeren und weit verbreiteten Arten. Die Größenklassen der Bestände häufiger Arten sollen stattdessen auf Basis von TK25 oder TK25-Quadranten hochgerechnet werden. Als Grundlage dafür dienen Kartierungen auf zufällig ausgewählten, 1 x 1 km² großen Probeflächen des DDA-Monitorings häufiger Brutvögel in der Normallandschaft. Das Programm ist eigentlich als ein Langzeitmonitoring angelegt. Da jedoch für jede der bundes- und landesweiten Probefächen drei Ersatzflächen gezogen wurden (falls die eigentliche Probefläche nicht zugänglich sein sollte), stehen im Rahmen der Atlasarbeit für eine einmalige Kartierung fast 10.000 potenziell zu kartierende 1 km²-große Flächen zur Verfügung. Je mehr davon bis 2008 in einem Jahr bearbeitet werden, desto präziser werden die Hochrechnungen.

Kartiermethode

Beispiel einer Probefläche mit einer drei Kilometer langen Kartierroute. Quelle: DDA Beispiel einer Probefläche mit einer drei Kilometer langen Kartierroute.
Quelle: DDA
Die Brutbestände werden mit Hilfe der Linienkartierung entlang einer Route innerhalb der Bearbeitungsfläche erfasst. Pro Saison finden vier Begehungen zwischen Mitte März und Mitte Juni in den frühen Morgenstunden (Beginn um oder kurz nach Sonnenaufgang) und bei geeigneter Witterung (niederschlagsfrei, Wind < 4 Bft.) statt. Dabei soll zwischen zwei Begehungsterminen ein mindestens einwöchiger Abstand eingehalten werden. Die Linienkartiertung ist damit eine vereinfachte Version der Revierkartierung.

Begehungszeiträume:

  • Begehung: 10. bis 31. März
  • Begehung: 1. bis 30. April
  • Begehung: 1. bis 20. Mai
  • Begehung: 21. Mai bis 20. Juni

Nur in den höheren Lagen der Mittelgebirge und Alpen oberhalb von 800 m ist eine Verschiebung der vier Zählperioden um jeweils maximal zwei Wochen nach hinten möglich. Mittags- und Abendzählungen sind nicht möglich. Die Begehungen erfolgen entlang einer festgelegten Route, in die alle Beobachtungen eingetragen werden. Begonnen wird immer an demselben Startpunkt. Kartiert werden alle potenziellen Brut- bzw. Reviervögel. Durchzügler und Gäste, die kurzfristig auch revieranzeigende Verhaltensweisen zeigen können, werden nach Ende der Brutsaison bei der Ermittlung des Bestandes ausgeschlossen. Das Ergebnis einer Kartiersaison ist die Zahl der Brutpaare oder Reviere für jede Vogelart, unterteilt nach Lebensräumen entlang der Route. Schätzwerte für die gesamte Probefläche sind nicht das Ziel der Kartierungen.

Geländearbeit

Beispiel einer Kartierung Beispiel einer Probefläche mit Kartierroute und den festgestellten Arten.
Quelle: DDA.
Die Kartierung erfolgt beiderseits einer festgelegten Route, sie erfordert keine flächenhafte Kontrolle (Zeitersparnis!). Diese Route hat eine Länge zwischen drei und vier Kilometern und soll in ihrem Verlauf alle bedeutenden Lebensräume des Kilometerquadrats durchlaufen. Der Routenverlauf orientiert sich dabei nach Möglichkeit am vorhandenen Wegenetz und kann aus diesem Grund auch kleinere Abschnitte außerhalb der Flächengrenzen enthalten. Während der Begehungen wird die Route langsam und gleichmäßig abgeschritten. Alle (!) Beobachtungen potenzieller Brutvögel werden punktgenau in eine Feldkarte eingetragen, jeweils mit einer Artabkürzung und einem Verhaltenscode. Es gibt keine Erfassungsgrenzen beiderseits der Strecke, sondern alle von der Route aus möglichen Beobachtungen werden notiert und am Ende der Saison bewertet. Bei Vorkommen am Rand oder knapp außerhalb der PF werden alle Beobachtungen unter Vorbehalt notiert. Alle Begehungen sind von ein und derselben Person durchzuführen. Feststellungen von Vögeln außerhalb der vier regulären Begehungen dürfen nicht mit einbezogen werden. Pro Begehung sollten Sie – je nach Lebensraumausstattung – zwei bis vier Stunden Feldarbeit einplanen.
Eine ausführliche Methodenbeschreibung mit Hinweisen zur Auswertung finden Sie hier:

Bundesweit als häufig eingestufte Arten

Für diese Arten ist eine quantitative Erfassung und Häufigkeitseinstufung für die TK25 bzw. den TK25-Quadranten nicht erforderlich. Ist eine oder mehrere der Arten auf der bearbeiteten TK25 jedoch selten, wird eine Kartierung im Rahmen der Erfassungen der mittelhäufigen Arten empfohlen.

  • Amsel,
  • Bachstelze, Baumpieper, Blaumeise, Buchfink, Buntspecht
  • Dorngrasmücke
  • Eichelhäher, Elster
  • Fasan, Feldlerche, Feldsperling, Fitis
  • Gartenbaumläufer, Gartengrasmücke, Gelbspötter, Goldammer, Grauschnäpper, Grünfink
  • Haubenmeise, Hausrotschwanz, Haussperling, Heckenbraunelle
  • Kernbeißer, Klappergrasmücke, Kleiber, Kohlmeise
  • Mönchsgrasmücke
  • Nebelkrähe
  • Rabenkrähe, Ringeltaube, Rohrammer, Rotkehlchen
  • Singdrossel, Sommergoldhähnchen, Star, Stieglitz, Stockente, Straßentaube, Sumpfmeise, Sumpfrohrsänger
  • Tannenmeise
  • Waldbaumläufer, Wintergoldhähnchen
  • Zaunkönig, Zilpzalp

 

Am Samstag den 5. Mai ist es wieder soweit: Teams von 3-5 Beobachtern versuchen in 24 Std. so viele Vogelarten wie möglich zu entdecken und sammeln Spenden für die Unterstützung von ornitho.de. 2017 waren 303 Teams dabei. Schaffen wir dieses Jahr noch einmal mehr?
Seit Anmeldestart haben sich 143 Teams registriert.
zur Anmeldung
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Bild„Vögel in Deutschland “ behandelt auf über 70 Seiten die Erfsssung rastender Wasservögel.

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